Ganz neue Erfahrung

Amber und Arthur Ansari helfen für einen Tag auf einem Milchviehbetrieb mit

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Amber und Arthur im Kälberstall des Milchviehbetriebs Wichern. Arthur merkt, dass die Kälber einen ausgeprägten Saugreflex haben.

Westervesede/Rotenburg - Von Farina Witte. Dass er den Zukunftstag auf einem Bauernhof verbringt, war Arthur Ansari schon lange vorher klar. Für den Sechstklässler des Rotenburger Ratsgymnasiums ist dieser Tag, an dem er Einblicke in die Arbeit eines Landwirts bekommt, obligatorisch. Aber auch seine Schwester, die bereits die neunte Klasse am Ratsgymnasium besucht, darf mitmachen. Die beiden haben keine Tiere, weshalb vieles, was für Familie Wichern aus Westervesede alltäglich ist, Neuland ist. Das wird sich an dem Vormittag ändern.

Wolfgang Wichern führt einen Milchviehbetrieb in Westervesede. So ist der Weg für Amber und Arthur nicht weit, sie wohnen auch im Ort. Früh aufstehen müssen sie trotzdem, um 6.30 Uhr sollen da sein. Sie dürfen dabei sein, wenn die Kühe gemolken werden. Eines der spannendesten Erlebnisse an dem Vormittag, sind sich beide einig. Sie lernen, wie die Melkmaschine funktioniert und wie man die Kühe daran gewöhnt, in den Melkstand zu gehen. 

„Weiß eine Kuh direkt, wo sie hinmuss, wenn sie das erste Mal gemolken wird?“, möchte Amber wissen. Immerhin stehen in dem Melkstand sechs Kühe in einer Reihe. Ist eine Kuh dabei, die vorher noch nicht gemolken wurde, wird zunächst eine erfahrenere Kuh reingeschickt, klärt Wolfgang Wichern auf. Die Gewöhnung an den Melkstand muss mit viel Ruhe geschehen, betont er. Ansonsten riskiere man, dass das Tier später Angst hat, wenn es in den Melkstand geht.

Raus aus dem Stall: Amber und Arthur helfen mit, die Kühe auf die Wiese zu bringen.

Später darf eine Gruppe Kühe auf die Weide. Es sind die Tiere, die bald kalben und aktuell nicht gemolken werden. Amber und Arthur helfen mit, genauso wie der Auszubildende Marcel Dittmer, Mitarbeiter Tim Wellmann und Wolfgang Wicherns Mutter Sunnhild. Die beiden Schüler stehen am Zaun und haben die Aufgabe, die Herde davon abzuhalten, durch den Zaun zu rennen. Denn anfangs drehen die Schwarzbunten noch ein wenig übermütig ihre Runden auf der Wiese.

Dann geht es weiter, den Kälbern einen Besuch abstatten. Die sind, ebenso wie die Mastbullen, in den Stallgebäuden auf der gegenüberliegenden Straßenseite untergebracht. „Dass die Tiere in verschiedenen Altersgruppen getrennt gehalten werden, wusste ich vorher nicht“, sagt Amber, und ihr jüngerer Bruder ergänzt: „Ich hätte nicht gedacht, dass es so groß ist.“ So groß ist der Betrieb gar nicht, erwidert Wolfgang Wichern. Auf den 135 Hektar wird ein Großteil des benötigten Futters selbst angebaut. Nur das Kraftfutter wird zugekauft. Das bekommen die Kühe über einen Futterautomaten zugeteilt, erklärt Wichern den beiden Schülern, während sie im Laufstall der Milchkühe stehen. Damit werden die Tiere mit der Energie versorgt, die der Körper braucht, wenn er gemolken wird.

Amber stellt fest, dass eine Menge Mist auf den Spaltenböden im Laufstall anfällt. „Der wird als Dünger auf den Anbauflächen verwendet“, erklärt der Chef. Das ist auch die letzte Aufgabe, die die beiden Geschwister mitmachen. Dann ist für sie Feierabend, schließlich hat ihr Tag auch früher als gewöhnlich begonnen.

Auf dem Bauernhof geht die Arbeit aber natürlich weiter, die Kühe müssen noch einmal gemolken werden und bekommen noch mal Futter. Dass die Arbeit anstrengend ist, hat auch Arthur festgestellt. „Jeden Tag könnte ich das nicht, glaube ich.“ Ein Praktikum in der Landwirtschaft können sich Arthur und Amber aber schon vorstellen.

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