Stadt und Anwohner legen Idee für Gemeinschaftshaus neu auf

Eine Frage der Finanzierung

Die interessierten Anwohner haben sich die Idee und mögliche Finanzierungskonzepte für ein Gemeinschaftshaus angehört.
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Die interessierten Anwohner haben sich die Idee und mögliche Finanzierungskonzepte für ein Gemeinschaftshaus angehört.

Rotenburg – Die ersten Häuser im Baugebiet Brockeler Straße 2 befinden sich schon im Bau, ein Teil des Gebiets liegt aber auch noch brach. Eine kleine Fläche ist aber eingezäunt und mit einem Schild versehen, das auf ein Gemeinschaftshaus hinweist, das dort einmal entstehen könnte. Das sind zumindest die Pläne, die Anwohner Detlef Münnich, Architekt Werner Holzer und auch die Stadt Rotenburg voranbringen und unterstützen wollen.

Holzer hat für das 400 Quadratmeter große Grundstück bereits einen Entwurf vorgelegt. In dem eingeschossigen Gebäude sind demnach ein großer Gemeinschaftsraum sowie weitere Räume vorgesehen, in denen sich ein Hauswirtschaftsdienst einmieten könnte und Besucher übernachten können. Möglich sei auch, dort ein Car-sharing-Angebot zu integrieren.

Es ist eine Idee, die schon vor einigen Jahren einmal bestand, nämlich bei der Planung für das Baugebiet Brockeler Straße 1. Damals hatte die Stadt bereits ein passendes Grundstück eingeplant. Allerdings fanden sich nicht genügend Menschen, die die Idee unterstützen und ein solches Gemeinschaftshaus mitfinanzieren. Denn das ist der entscheidende Faktor, ob so etwas gelingt oder nicht, machten die treibenden Akteure während eines Treffens auf dem betreffenden Gelände deutlich.

Auch bei der Ausweisung des Bebauungsplans für das Gebiet Brockeler Straße 2 war wieder eine Fläche für ein Gemeinschaftsprojekt eingeplant worden. Betitelt als „55+“, sei es aber nicht auf die ältere Anwohnerschaft begrenzt, betonte Bürgermeister Andreas Weber (SPD). Ein Gemeinschaftshaus sei vielmehr generell eine gute Möglichkeit, die Anlieger zusammenzubringen. „Wir haben hier eine gute Durchmischung“, sagte Weber hinsichtlich der Altersstruktur. Das jetzige Grundstück liege zudem so, dass es auch für die Hausbesitzer im Nachbarbaugebiet interessant sein könnte. Architekt Holzer sei auf die Stadt zugekommen und habe in Eigenleistung einen Entwurf gemacht. In seiner Arbeit habe er bemerkt, dass solche Formen des Wohnens und Zusammenlebens gefragt sind. Einige Anwohner zeigten sich am Donnerstagabend interessiert und hörten den Ideen von Holzer und Münnich zu. Münnich, der selbst seit 2018 im Wohngebiet Brockeler Straße 1 wohnt, hatte sich für die Idee eingesetzt und steht auch in Kontakt zum Architekten und der Stadt. Bisher als Interessengemeinschaft organisiert, möchte er die Idee gemeinsam mit anderen Anwohnern umsetzen. Entscheidend ist, dass eine solche Idee finanzierbar sein muss, damit sie auch realisiert werden kann.

Laut Holzer gebe es dafür drei Optionen. Entweder, die Stadt finanziert den Bau – ein Vorschlag, den Weber schon direkt ausschließen konnte. Möglich sei zudem, einen Investor zu finden, der die Kosten über einen monatlichen Beitrag, etwa von Mitgliedern eines Vereins oder mithilfe einer Genossenschaft, refinanziert. Denkbar sei auch, dass ein Verein oder eine Genossenschaft den Bau komplett alleine stemmt.

Münnich signalisierte klar, dass ihm die Lösung über einen Investor am ehesten zusagt. „Die Lösung mit monatlichen Abschlägen ist ganz gut machbar“, glaubt er. Direkt an den Architekten gewandt, fragte er ihn, ob dieser sich nicht vorstellen könnte, der Investor zu sein. Bereitschaft signalisierte Holzer insofern, als dass er zusagte, dass er bei der Suche nach einem geeigneten Bauherren behilflich sein könne.

„Ich bin froh, dass neuer Drive in die Sache reingekommen ist“, meinte Weber und warb bei den Anwesenden darum, sich an dem Gemeinschaftshaus zu beteiligen. „Je mehr Anwohner sich beteiligen, umso geringer wird der Eigenanteil für jeden einzelnen.“ Aufgrund der Lage biete es sich auch an, dass sich Hausbesitzer aus dem Gebiet Brockeler Straße 1 beteiligen. Auch Holzer sieht in dem Projekt ein für die Zukunft wertvolles Modell des Zusammenlebens. „Gerade in der heutigen Zeit sieht man doch, wie wichtig das Sozialleben und das Miteinander eigentlich sind.“

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