W-Lan: IG City-Marketing lässt in nicht locker

Eine Frage der Aufenthaltsqualität

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Ein offenes W-Lan für alle wie hier in Stuttgart ist in Rotenburg bislang nur eine Idee.

Rotenburg - Von Guido Menker. Freies Internet in der Rotenburger Innenstadt? Problemloses Surfen per Smartphone, Tablet oder Notebook? Cornelia Gewiehs, Sprecherin der IG City-Marketing, ist dafür und hat bereits im vergangenen Jahr Initiative ergriffen. Aber: „Bislang ist noch keiner so richtig darauf angesprungen, da will irgendwie keiner ran“, sagt sie. Und das, so Gewiehs, obwohl das Land Niedersachsen es für ein gutes Thema halte und entsprechende Projekte unterstützen möchte.

„Freies W-Lan ist vor allem für junge Leute attraktiv, das belegen Erkenntnisse aus Städten, die bereits aktiv sind. Ich denke, dass Signale in Richtung Jugendszene auch Rotenburg gut täten. Die Access Points könnten problemlos in Laternenmasten untergebracht werden, sie benötigen kaum Strom“, erklärt Gewiehs. Dieser werde über einen Mini-Akku dauerhaft sichergestellt und sei nicht an die Leuchtzeiten der Laternen gebunden.

Bernadette Nadermann, Erste Stadträtin in Rotenburg, hält sich auf Anfrage deutlich zurück: „Das hat bei uns zurzeit nicht gerade oberste Priorität, aber wir sind dem Thema gegenüber offen.“ Bislang belässt es die Stadt allerdings dabei, einen Internetzugang im Rathaus anzubieten. Nadermann: „Wir müssen unsere Kapazitäten derzeit für andere Dinge nutzen. Allen voran das Flüchtlingsthema hat uns zuletzt sehr stark gefordert.“ Die Stadt werde sich aber keineswegs verschließen.

Genau das sei auch richtig, sagt Gewiehs, denn es gehe ja um einen Internetzugang im öffentlichen Raum – das sei aus ihrer Sicht eben eine Sache der Stadt. Sie müsse es allerdings auch wollen. Vielleicht springt ja schon bald eine der Ratsfraktionen darauf an. Gewiehs setzt auf die bevorstehenden Kommunalwahlen im September, bei der es ja nicht zuletzt auch darum gehe, vor allem junge Menschen an die Wahlurnen zu bekommen.

Cornelia Gewiehs spricht von Aufenthaltsqualität. Ein öffentlicher und freier Zugang zum Internet in der Innenstadt verhindere einen „Flickenteppich“, wie er durch die räumlich begrenzten Angebote zum Beispielen in den Lokalen entsteht. Und sie ist sich auch sicher, dass ein öffentliches W-Lan-Angebot richtig ist im Sinne der Geschäftsleute. Die IG-City-Marketing-Sprecherin: „Es geht insgesamt für die Geschäfte um Service, Erlebnis und Qualität. Da können wir keine virtuellen Zäune ziehen.“ Und deshalb werde sie schon bald in dieser Sache nachlegen. Der finanzielle Aufwand, um ein solches Angebot zu realisieren, sei nämlich überschaubar.

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