Rekordsumme gefahrener Kilometer

Erfolgsgeschichte: Rotenburg kommt beim Stadtradeln auf Platz eins

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Das Stadtradeln verbindet Generationen. Unter den Gästen im Ratssaal sind am Dienstagabend der älteste und die jüngste Teilnehmerin mit einem Rotenburger Zehner geehrt worden. Diese gingen an Heinz-Joachim Wiltfang (84) und Lucy (acht Jahre alt).

Rotenburg - Von Guido Menker. Das Stadtradeln ist in Rotenburg eine echte Erfolgsgeschichte. Auch im vierten Anlauf ist es der Kreisstadt gelungen, noch mehr Radfahrer für eine Teilnahme zu begeistern. 930 Aktive haben während der drei Wochen im Sinne des Klimaschutzes im Sattel gesessen und dabei zusammen 204.104 Kilometer zurückgelegt.

Mit diesem Ergebnis hat es Rotenburg bundesweit auf Platz 74 geschafft – bei 708 aktiven Kommunen. In Niedersachsen rangiert die Kreisstadt sogar auf Rang fünf bei 42 Kommunen. Noch besser sieht das Ergebnis in der Größenklasse der Städte in der Kategorie 10.001 bis 50.000 Einwohner aus. Da steht Rotenburg bundesweit auf Platz vier und in Niedersachsen sogar Platz eins.

Angesichts derartiger Eckdaten war die Stimmung am Dienstagabend im Ratssaal ausgezeichnet. Bürgermeister Andreas Weber (SPD) hatte zusammen mit Andrea Rieß und Anke Jacobs vom Umweltschutzbüro zur Preisverleihung eingeladen, mit der ein dicker Strich unter die Stadtradeln-Aktion gezogen wird.

Das Interesse war groß an diesem Abend. Einige der etwa 150 Gäste mussten stehen, andere nutzten die Besuchertribüne eine Etage höher, um das Geschehen zu verfolgen. „Es sind von Jahr zu Jahr mehr geworden, die sich beteiligen“, lobte Weber, „aber es können durchaus noch mehr werden.“ Weniger Schadstoffe in der Luft, die Menschen kommen zusammen, sie tun etwas für ihre Gesundheit und pflegen ein freundliches Miteinander – die Vorteile des Radfahrens liegen für den Bürgermeister klar auf der Hand. Er warb für eine weitere Stärkung des Radverkehrs und bot vor diesem Hintergrund Christoph Dembowski die Möglichkeit, sich grundsätzlich zu diesem Thema zu äußern. 

Stellvertretend für das ADFC-Team nahm Joachim Weber von Andrea Rieß die Ehrung für die größte Kilometerleistung entgegen.

Dembowski – einer der vier Stadtradeln-Stars, die während der dreiwöchigen Aktion komplett auf das Autofahren verzichtet hatten – machte sich für die Aktion „CO2-Abgabe“ stark. Gerade in den zurückliegenden Woche habe man merken können, was der Klimawandel bedeuten kann, sagte er. Die Initiative mache sich für eine Besteuerung von CO2 bis 2021 stark. Dembowski: „Treten Sie der Initiative bei – eine solche Abgabe ist ein wichtiges Steuerungselement, um das Problem in den Griff zu bekommen.“

Völlig unproblematisch ist es hingegen für die Stadt, das Stadtradeln mit einer Preisverleihung wie an diesem Abend zu kombinieren. Eine ganze Reihe von Sponsoren haben Geld locker gemacht, damit unter den fast 1000 Teilnehmern zahlreiche Preise in Form von Rotenburger Zehnern vergeben, aber auch Sachpreise unter allen Teilnehmern verlost werden konnten. „Das ist uns ganz wichtig, es soll ein Dankeschön an die engagierten Radfahrer sein“, erklärte Andrea Rieß später in einem Gespräch mit unserer Redaktion. 

Zugleich schickte sie einen Dank an die Sponsoren, die zusammen immerhin rund 1600 Euro plus Sachpreise hatten springen lassen. Einige der Rotenburger Zehner müssen nun per Post auf die Riese geschickt werden, weil natürlich nicht alle Teilnehmer dabei sein konnten. Gut so, denn sehr viel mehr Platz hätte der Ratssaal an diesem Abend auch nicht hergegeben.

Der Überblick

• 930 Teilnehmer haben beim Rotenburger Stadtradeln in diesem Jahr 204.104 Kilometer zurückgelegt. 2017 waren es 724 Teilnehmer und 153.999 Kilometer, 2016 699 Teilnehmer und 160.178 Kilometer, 2015 noch 456 Radfahrerinnen und Radfahrer und 99.348 Kilometer. 

• In der Liste der fahrradaktivsten Kommunen – gemessen an der Kilometerleistung pro Einwohner – belegt Rotenburg in diesem Jahr niedersachsenweit den zweiten, bundesweit den 20. Platz. Und das mit 9,48 Kilometern pro Einwohner. 

• Eine Ehrung gab es am Dienstag für die vier Stadtradeln-Stars, die im Aktionszeitraum komplett auf das Auto verzichten: Christoph Dembowski (1304 Kilometer), Wilfried Petschel (1076 Kilometer), Michael Weichert (862 Kilometer) und Harald Liebelt (518 Kilometer). 

• Das größte Team stellte diesmal das Rotenburger Ratsgymnasium mit 69 Teammitgliedern, gefolgt von der IGS Rotenburg (64 Personen) und den Rotenburger Werken (63 Personen). 

• Als bestes Mitglied des Stadtrates gab es eine Auszeichnung für Elisabeth Dembowski (Die Grünen) – sie radelte 640 Kilometer). 

• Als Team mit der höchsten Kilometerleistung radelte sich der ADFC an die Spitze – mit 22.477 Kilometern, gefolgt von den Rotenburger Werken (15.585 Kilometer) und dem Ratsgymnasium (12.570 Kilometer). 

• Das aktivste Team (Kilometer pro Kopf) bildeten die Feierabendradler reloaded (1035 Kilometer), gefolgt von Brigitte & Ralf Wilkens (780 Kilometer) und Haudi nei! (673 Kilometer). 

• Die höchste Kilometerleistung unter den Frauen erzielte Birgit Lutz mit 1.259 Kilometern, gefolgt von Adelina Stallbaum (1.150 Kilometer) und Ingrid Modemer (949 Kilometer). 

• Die höchste Kilometerleistung unter den Männern schaffte Sven Fitschen mit 1.939 Kilometern, gefolgt von Hans-Jürgen Weisker (1.576 Kilometern) und Werner Fitschen (1.558 Kilometern). 

• Unter den bei der Preisverleihung anwesenden Teilnehmern war Heinz-Joachim Wiltfang mit 84 Jahren und als jüngste Stadtradlerin Lucy mit acht Jahren dabei – sie bekamen jeweils einen Rotenburger Zehner. 

• Den ersten Online-Eintrag machte Carolin Ottens. 

• Bei der Verlosung der Sachpreise fungierte Lucy als Glücksfee. 

• Rotenburg nimmt auch 2019 wieder am Stadtradeln teil. Der Termin steht bereits fest: Geradelt wird vom 26. Mai bis zum 15. Juni. 

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