Rotenburger Werke laden zu digitalem Jahresempfang

Event mit Wow-Effekt

Minister Olaf Lies
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Minister Olaf Lies

Die künftige Quartiersentwicklung der Rotenburger Werke und in diesem Zusammenhang das Thema Stadtentwicklung allgemein waren das Motto des Jahresempfang der Werke. Zu Gast war unter anderem der niedersächsische Minister Olaf Lies, der von einer Chance und Herausforderung für Rotenburg sprach.

Rotenburg – Im Studio 10 an der Trinidadstraße im Rotenburger Gewerbegebiet Hohenesch sind im Laufe der Pandemie schon einige Online-Events über die Bühne gegangen. Das allerdings hat Chef Malte Holsten noch nicht erlebt: Rüdiger Wollschlaeger, Sprecher der Rotenburger Werke, hat am Montag für deren Online-Jahresempfang als Moderator nicht nur vier Gäste, sondern gleich eine eigene Kulisse mitgebracht.

Das Hintergrundbild habe er an sechs Nachmittagen angefertigt. Es ist eine Illustration, die weiter wachsen soll. Sie zeigt die zentrale Lage der Werke in der Kreisstadt. Genau darum sollte es in den zwei Stunden vor allem gehen – um die Planungen in Sachen Innenstadtentwicklung, in die sich die Werke deutlich mit einbringen. Dafür haben sie sich das Altgelände an der Lindenstraße ausgeguckt. Beeindruckt allein das, was sich die Werke mit Blick auf dieses Quartier vorgenommen haben, sorgte diese Kulisse noch vor Beginn der Live-Übertragung im Internet für einen Wow-Effekt bei Bürgermeister Andreas Weber (SPD) sowie beim niedersächsischen Minister für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz, Olaf Lies.

Die Quartiersentwicklung der Werke berge Potenzial. Es ist eine Chance, die sich Rotenburg bietet, aber auch eine Herausforderung, machten Lies und Weber deutlich. Lies sprach in dem Zusammenhang über Stadtentwicklung im Allgemeinen und Rotenburgs Ausgangslage im Besonderen: Der „Rotenburger Weg“ sei „in seiner Größe und Form einzigartig“. Wo die Reise im Städtebau hingeht, sei generell schwer zu beantworten. Klar ist: Man werde Innenstadt neu denken müssen. Das setze manchmal Mut voraus, ist ein Beteiligungsprozess, der viele Menschen mit einbezieht.

Jutta Wendland-Park

Nachhaltigkeit und das Thema Wohnen, vor allem das bezahlbare, spielen eine Rolle. „Da müssen wir aufpassen“, merkt der Minister an – viel Nettogehalt fließt alleine in die Miete. Der Handel vor Ort muss gestärkt, Raum für Kulturschaffende geschafft werden, Mobilität sei ebenfalls ein Faktor, der nicht vernachlässigt werden darf. Innenstadt braucht aber auch Treffpunkte, Begegnungsräume, merkt Geschäftsführerin Jutta Wendland-Park an, die mit Geschäftsführer Thorsten Tillner die Projekte der Werke vorstellt. Kein Stillstand, trotz Pandemie.

Beeindruckend: die von Rüdiger Wollschlaeger angefertigte Kulisse fürs Studio.

Begegnungsräume seien wichtig. „Das baut Ängste ab“, so Wendland-Park. Und das ist eines der Ziele für das Innovationsquartier: gelebte Nachbarschaft. Miteinander, etwas, das auch Superintendent Michael Blömer in seinem Gruß per Video nicht auslässt. Kein durch ein Tor und Mauern abgetrennter Teil der Stadt, sondern ein Teil der Stadt. „Die Vision ist, dass man durch die Lindenstraße geht und nicht merkt, dass man auf dem Stammgelände der Werke ist“, so die Geschäftsführerin. Es wird ein Prozess über viele Jahre, irgendwann werde das Viertel „ein hochattraktiver Teil der Innenstadt sein, ein buntes Miteinander vieler Menschen“, ergänzt Wollschlaeger. Eines der zugehörigen Angebote ist eine mobile Video-Wall, durch Spenden finanziert. Damit sind künftig Public Viewing, Kino- oder Discoabende möglich.

Thorsten Tillner

Generell wird das Thema Finanzierung noch alle Seiten beschäftigen: die Werke mit ihrer Quartiersentwicklung ebenso wie die Stadt. Viel Geld wird in den kommenden Jahren investiert. Erst jüngst hat die Stadt ihre Bewerbung für die Städtebauförderung eingereicht. Weber nutzte die Gelegenheit, Lies nach finanziellen Perspektiven infolge der Pandemie zu fragen. Doch die sind gesichert: „Es gibt keine Kürzung im Bereich Städtebau“, sagt der Minister.

Auch die Pandemie ist in der Runde präsent. Lies, Weber, die per Video zugeschalteten Landrat Hermann Luttmann (CDU) und SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil: Sie alle freuen sich über die Öffnungen, mahnen jedoch weiter zur Vorsicht. Denn die zweite Welle hat Rotenburg nicht verschont – es war nicht gelungen, Menschen in Pflegeeinrichtungen genug zu schützen, merkt Luttmann an. Und die Werke vergessen ebenfalls nicht: Nämlich die acht Bewohner, die an oder mit Covid-19 gestorben sind.

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