Kreispolitik wirbt für Teilnahme an Wettbewerb

Eine Chance für die Dörfer

Der Dorfladen in Bötersen ist ein Vorzeigeprojekt, das sich aus dem Dorfwettbewerb in Bötersen entwickelt hat. Foto: Röhrs

Rotenburg - Von Michael Krüger. Warum die Zurückhaltung? Erst vier Teilnehmer gibt es für den 46. Kreiswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“. Im Dezember wollen die Mitglieder des zuständigen Kreisausschusses eine erste Bereisung vornehmen. Doch irgendwie kommt das Thema trotz der großen Erfolge der Vorjahre auf Landes- und Bundesebene in der Region nicht mehr so richtig in Schwung. „Es sieht bescheiden aus“, bemängelt Waffensens Ortsbürgermeister Hartmut Leefers (CDU). Er weiß, wovon er spricht: Sein Dorf hat schon mehrfach teilgenommen und gewonnen, und er ist Vorsitzender des Ausschusses für den Dorfwettbewerb. Man hofft auf mehr Begeisterung.

Was die Ausschussmitglieder vermeiden wollen, ist den alten Namen des Wettbewerbs noch einmal in den Mund zu nehmen: „Unser Dorf soll schöner werden“. Zu angestaubt aus heutiger Sicht, und tatsächlich sei es bis zur Umbenennung 1997 vorrangig darum gegangen, Vorgärten schön zu gestalten und Zäune einheitlich zu streichen. Heute geht es um die Zukunft der Dörfer, die einem immensen Strukturwandel unterworfen sind und ihre Chancen finden müssen, damit sie nicht als reine Schlafstätten den Anschluss verlieren oder wegen ungünstiger Verkehrslagen für Pendler aussterben. Leefers nennt es einen „Selbstfindungsprozess“ mit alten und neuen Einwohnern: „Wir können nicht einfach weiter machen. Wir müssen auch neue Ideen zulassen.“

Wie das funktioniert, hat zuletzt Bötersen bewiesen. Mit der engagierten Dorfgemeinschaft und Projekten wie dem Dorfladen hat die Ortschaft in diesem Jahr Gold beim Bundeswettbewerb abgeräumt. „Da ist die bäuerliche Welt auf den Kopf gestellt worden – und zwar erfolgreich“, lobt Leefers. Bei der Grünen Woche im Januar in Berlin gibt es dafür die offizielle Ehrung – und einen Stand, an dem man sich gemeinsam mit dem sogar zweifachen Bundessieger aus den Vorjahren, Waffensen, präsentiert.

Schwer sei, Ehrenamtliche zu begeistern für den Wettbewerb. Das weiß die Kreispolitik. Dennoch betonen sie den Nutzen für die Dörfer. „Es schlummern tausende gute Ideen in den Köpfen unserer Bürger“, sagt Leefers, und Udo Fischer, Geschäftsführer des Touristikverbandes, pflichtet ihm bei: „Wir müssen die Initiativen der Menschen anschieben.“ Dabei gehe es natürlich auch um Geld. Der Kreis selbst plant für Durchführung und Prämierung nur 30 000 Euro ein. Wichtiger sei jedoch, was folgen könnte: Sowohl im Kreishaus als und in den Rathäusern vor Ort müssten Schnittstellen zu den ganz unterschiedlichen Fördertöpfen hergestellt werden. „Es liegt so viel Geld rum“, betont Leefers, der das Beispiel mit der Umsiedlung der Diakonie-Sozialstation von Rotenburg in seinen Ort nennt – auch das sei eine Form des Strukturwandels.

Die Ausschussmitglieder und Mitarbeiter der Verwaltung wollen nun noch einmal für mehr Teilnehmer werben. „Wir haben jetzt ein zartes Pflänzchen“, sagt Leefers. „Es möge ein blühender Garten draus werden.“

Der Wettbewerb

. Als Termin für die Erstbereisung der teilnehmenden Dörfer hat der Ausschuss Dienstag und Mittwoch, 10. und 11. Dezember, festgelegt.

. Bislang haben sich die Dörfer Buchholz (Visselhövede), Bevern-Plönjeshausen, Rhade und Spreckens (Bremervörde) fest angemeldet. Aus Mulmshorn gibt es deutliche Signale zur Teilnahme, heißt es.

. Weiterhin können sich aber alle interessierten Kommunen zur Teilnahme anmelden. Zuständig im Kreishaus ist Michael Meyer: 04261 / 983 2858.

. Unter den Kommunen wird vom Landkreis ein Preisgeld von insgesamt 20 000 Euro verteilt.  mk

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