Ein würdevoller Ort

Kapellenneubau auf dem Rotenburger Waldfriedhof: Erste Trauerfeiern nach Pfingsten

Fast schon verloren wirken Stephan Lohmann (v.l.), Ute Lange, Frank Beyer, Clemens Bumann und Andreas Weber vor dem imposanten Neubau – das ist aber auch gut, denn die alte Kapelle war viel zu klein für den heutigen Bedarf.
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Fast schon verloren wirken Stephan Lohmann (v.l.), Ute Lange, Frank Beyer, Clemens Bumann und Andreas Weber vor dem imposanten Neubau – das ist aber auch gut, denn die alte Kapelle war viel zu klein für den heutigen Bedarf.

Rotenburg – Karl-Heinz Voßmeier startet leise, dann wird er immer lauter. Die elektronische Orgel auf der Empore entfaltet ihren Klang und die Besucher unten sind begeistert. Die Akustik in der neuen Kapelle auf dem Rotenburger Waldfriedhof ist hervorragend. Innen fehlen noch letzte Kleinigkeiten wie die Sitzbänke und die unteren Fenster werden rundherum noch abgeklebt. Doch der Bau ist nach etwas mehr als einem Jahr abgeschlossen. Nach Pfingsten können die ersten Trauerfeiern abgehalten werden.

Mehr als 200 Menschen können, sobald es die Situation erlaubt, an Trauerfeiern im großen Saal nebst Empore in der Kapelle teilnehmen.

Das Oktagon sei ein Gebäude, „auf das wir stolz sein dürfen“, erklärte Bürgermeister Andreas Weber (SPD) bei einer Vorstellung für Vertreter der Politik, Kirchen sowie Verwaltung und Rotenburger Bestattungsinstitute. Letztere hatten es im vergangenen Jahr nicht immer einfach, wenn sie erklären mussten, warum eine Trauerfeier im Zelt stattfinden muss. Doch die Zeiten sind vorbei, das Zelt wurde abgebaut. Nun fällt der Blick von außen sofort auf die merklich größere Kapelle. Langfristig gedacht, im zentralen Bereich des Friedhofs, „gut in die Natur eingefasst“, so Weber.

Pfarrer Stefan Reinecke besprengt die Kapelle mit Weihwasser.

Jetzt gibt es neben dem großen Saal mit der Empore einen kleinen Trauerraum. Außerdem mehrere Eingänge, zwei Foyers, einen Abstellraum für die Särge, einen Raum für den Pastor sowie einen Technik- und Putzraum. Die Sanitäranlagen sind nur von außen zugänglich. So hoffe man, Vandalismus zu vermeiden, erklärt Bauleiter Frank Beyer aus dem Rathaus. Licht, Sonnenschutz, Heizung: Alles wird elektronisch gesteuert. Über einen Windmelder auf dem Dach fährt sich beispielsweise der Sonnenschutz bei Bedarf hoch oder runter. Alles ist in hellen und freundlichen Farben gehalten, schafft eine angenehme Atmosphäre. Auch Superintendent Michael Blömer ist zufrieden. „Es ist ein für die Menschen so wichtiger Ort, der so würdevoll geschaffen wurde.“ Der Blick geht von der Kapelle aus ins Grüne des Friedhofs, das biete auch Trost. Und einen Wunsch, den hätte Voßmeier am Ende noch: Bei der tollen Akustik könnte man in der Kapelle auch Konzerte oder Lesungen abhalten. „Das geht“, stimmt Weber zu. „Wenn die Ruhe auf dem Friedhof nicht gestört wird.  

Wer möchte, kann seine Trauerfeier auch in einem kleineren Raum abhalten.

Es ist ein wichtiger Bau, für den die Stadt insgesamt eine Million Euro in die Hand genommen hat. Fast eine Punktlandung, merkt der Verwaltungschef an, hatte man doch 950 000 Euro dafür eingeplant. Die alte Kapelle aus dem Jahr 1965 war deutlich zu klein für den Bedarf. „Viele mussten sich an die Wände drücken oder standen draußen, hörten die Trauerfeier per Lautsprecher – das fanden wir menschenunwürdig.“

Karl-Heinz Voßmeier testet die neue Orgel.

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