„Brexit“: Michael Douglas Hawk und andere Engländer in der Region sind enttäuscht

„Ein trauriger Tag für uns alle“

Michael Douglas Hawk ist maßlos enttäuscht von der Volksabstimmung in England, aus der EU auszutreten. „Die spinnen, die Briten!“

Rotenburg - Von Manfred Klein. Die Mehrheit des britischen Volkes will Europa den Rücken kehren, England soll aus der Europäischen Gemeinschaft austreten, so das 51:49-Votum in der Volksabstimmung. Völlig überrascht und enttäuscht vom „Brexit“ äußert sich Michael Douglas Hawk (56), Engländer und Fotokünstler mit Wahlheimat Rotenburg, im Gespräch mit der Kreiszeitung.

Hawk: „Generell finde ich als Demokrat, diese Entscheidung von einer (emotionalisierten) Volksabstimmung abhängig zu machen, nicht akzeptabel. Als Europäer denke ich, dass Mr. Cameron – als dafür gewählter Regierungschef – die wirtschaftlichen und politischen Folgen seiner eigenen Entscheidung (Verbleib in der EU, Anm. d. Red.), im Auftrag des Volkes, verantwortlich hätte übernehmen müssen. Dafür werden Regierungen schließlich hoch bezahlt.“

Jeffrey Peacock (34), noch vor zwei Jahren als Fußballer mit 44 Toren umjubelter Torschützenkönig beim MTV Jeddingen, hält die Volksentscheidung „Ja zum Brexit“ für einen „Schuss in den Ofen“. Jeffrey hat regen Kontakt nach England, sein Vater ist Brite, seine Mutter Deutsche. Dass sich die Landsleute auf der Insel gegen Europa entschieden hätten, sei nicht nur unverständlich, sondern auch ein „erhebliches Unglück für die Wirtschaft in England“, auch der britische Arbeitsmarkt werde „großen Schaden nehmen“, ist sich Peacock sicher.

„Die Intelligenz in Großbritannien hat für den Verbleib in Europa gestimmt“, ist Antony Coxhead (68) überzeugt. Der Brite und Englisch-Dozent an der Volkshochschule in Rotenburg, sieht im Brexit eine „absolute Katastrophe für die Briten“. Die Euro-Gegner hätten in Großbritannien massiv im Volk Meinungen manipuliert, ist Coxhead überzeugt. Und wie geht es weiter? Coxhead: „Das weiß keiner. Wir betreten unbekanntes Terrain. Die Auswirkungen für Europa und Großbritannien sind nicht übersehbar. Ein trauriger Tag für uns alle!“

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