Impfzentrum wartet auf offiziellen Start

Mehr als 3 200 Menschen im Landkreis Rotenburg sind geimpft

Christoph Stegen aus Sottrum lässt sich impfen.
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Ein Stich, der Hoffnung gibt: Christoph Stegen aus Sottrum lässt sich impfen.

Noch kann das Corona-Impfzentrum nicht offiziell starten. Es fehlt weiter an Vakzin. Aber es geht langsam voran.

  • Senioren, Pflegekräfte und Rettungsdienstler erhalten Corona-Impfungen.
  • Impfstoff für die Allgemeinheit fehlt noch.
  • Abläufe in Zecen werden optimiert.

Zeven – Christoph Stegen aus Sottrum hat am Freitag in Zeven seine zweite Corona-Schutzimpfung bekommen. Er atmete einmal tief durch und ließ die Prozedur über sich ergehen. Er ist einer von 69 Mitarbeitern des Rettungsdienstes, die ebenso wie Bewohner und Mitarbeiter in Pflege- und Seniorenheimen sowie in Krankenhäusern in die erste Impfkategorie fallen. Von den Rettungsdienstmitarbeitern haben landkreisweit bereits 75 Prozent ihre Erstimpfung erhalten. Insgesamt sind bisher knapp 2 200 Personen mit dem ersten Teil des Impfschutzes versorgt worden, knapp 1 100 sogar schon mit dem zweiten.

Der Landkreis hatte für Freitag zum Pressetermin in das Impfzentrum in Zeven eingeladen. Es ist der zweite Termin dieser Art. Kurz vor Weihnachten präsentierten die Verantwortlichen die „Trockenübungen“ im gerade hergerichteten Impfzentrum, jetzt war ein Durchlauf unter realen Bedingungen zu erleben. Ein Tag, den das Team auch nutzt, um an der Feinjustierung zu arbeiten. Der Landkreis wiederum nutzt die Begehung, um noch einmal deutlich darauf hinzuweisen, dass das Impfzentrum noch nicht für die breite Öffentlichkeit genutzt werden kann. Aufgrund des fehlenden Impfstoffs sind daher auch noch keine Impftermine zu vergeben. „Wir bekommen viele Anfragen und Wünsche“, sagt die zuständige Dezernentin Heike von Ostrowski. Das könne sie auch gut verstehen – aber da ist nichts zu machen.

In erster Linie, sagt Rüdiger Krause als Mitarbeiter im Organisationsteam des Impfzentrums, gehe es jetzt darum, vor allem die Bewohner in den Pflege- und Seniorenheimen, die Mitarbeiter dort sowie in den Krankenhäusern zu versorgen. Die Ostemed-Klinik Bremervörde habe das Personal mit der Priorität 1 vollständig geimpft, im Agaplesion Diakonieklinikum in Rotenburg sei das bis zur Hälfte gelungen. Im Landkreis Rotenburg leben etwa 10 000 Menschen im Alter von 80 Jahren an aufwärts. Zählt man die weiteren Personen der ersten Priorität hinzu, kommt man auf bis zu 30 000 Impfungen, rechnet Krause vor. Und er zeigt sich mit dem bisherigen Verlauf sehr zufrieden: „Wir haben noch nicht eine Spritze übrig behalten. Und wenn wir leerlaufen, habe wir alles richtig gemacht.“

In der kommenden Woche laufen wir leer, aber es sind weitere Termine zugesagt.

Rüdiger Krause

Dass der Plan nicht immer rechnerisch aufgeht, wenn sich die mobilen Teams auf den Weg machen – am Freitag waren fünf von ihnen unterwegs –, sei klar. Immer wieder blieben Impfdosen übrig – die dann aber im Impfzentrum unter den Mitarbeitern des Rettungsdienstes verimpft werden können. „Das alles ist ein Kraftakt“, sagt Krause, denn es gehe darum, innerhalb kurzer Zeit die Impfempfänger nach Zeven zu holen.

Die Versorgung des Landkreises mit Impfstoff läuft – wie eigentlich überall – noch nicht so, dass der große Bedarf binnen kurzer Zeit gedeckt werden kann. „In der kommenden Woche laufen wir leer, aber es sind weitere Termine zugesagt“, erklärt Krause. Die Termine stehe allerdings noch nicht fest. Dennoch: „Wer seine Erstimpfung erhalten hat, kann sich der Zweitimpfung sicher sein“, sagt Heike von Ostrowski. Sie und Krause sowie Oliver Meyer als Teil der ärztlichen Leitung sprechen von zwei unterschiedlichen Transportketten.

Alle Ampullen werden aufgebraucht

Der Andrang hält sich an diesem Tag naturgemäß noch in Grenzen. Das wird sich ändern, wenn mehr Impfstoff auch den Landkreis Rotenburg erreicht. Schon jetzt will der Landkreis vor allem die Eingangs- und Wartebereiche für die Menschen am Impfzentrum nachbessern. Größere Zelte sollen her, und im Wartezelt wird es dann auch eine elektronische Lösung zum Aufrufen der zu impfenden Personen geben. Auch bei der Anmeldung selbst wolle man nachbessern heißt es. Nicht zuletzt gehe es auch darum, die Zugangsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderungen zu erleichtern.

Was schon jetzt gut laufe, sei die Lagerung der Ampullen, aus denen sich jeweils sechs Dosen aufziehen lassen. Rechtzeitig würden sie aus der Tiefkühlung herausgenommen und für die Fahrt in die Heime in entsprechend sichere Kühlboxen gelegt. So sei stets gewährleistet, dass die Teams sicher mit dem Impfstoff vor Ort ankommen. Und was am Ende übrig bleibt, melden sie ins Impfzentrum. Dann kommen Rettungsdienstler. „Das Interesse an der Impfung bei ihnen ist groß, sie nehmen weite Wege in Kauf“, so Krause.

Elf Neuinfektionen im Landkreis Rotenburg

Seit Donnerstag sind im Landkreis elf Corona-Neuinfektionen registriert worden. Damit stieg die Gesamtzahl der bisherigen Fälle auf 2 240. 2013 Betroffene sind wieder genesen. Damit gibt es aktuell 160 Infizierte, von denen sich 16 in stationärer Behandlung befinden. Die hohe Fallzahl in Rotenburg – aktuell 51 – ist auf einen Ausbruch mit 40 Neuinfektionen in den Rotenburger Werken zurückzuführen. Die Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis steht bei 50 Neuinfektionen in Bezug auf 100 000 Einwohner. In diesem Zusammenhang meldet Sprecherin Christine Huchzermeier zwei weitere Corona-Todesfälle. Eine 88-jährige Frau aus Bremervörde ist am 27. Mittwoch in der Ostemed-Klinik in Bremervörde und eine ebenfalls 88-jährige Frau aus Visselhövede am Donnerstag im Diakonieklinikum gestorben. Die aktuell höchste Fallzahl meldet der Landkreis aus Bremervörde: Dort hat man es mit 63 Fällen zu tun.

Aufgrund des fehlenden Impfstoffes lassen sich zurzeit noch keine Termine für das Impfzentrum in Zeven vergeben. Daher ist das Zentrum auch noch nicht auf der zentralen Impfplattform zu finden; Termine lassen sich deshalb auch nicht über die Hotline reservieren. Landrat Hermann Luttmann versichert, sofort zu informieren, wenn die ersten Termine freigeschaltet werden.

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