Wilfried Glauch zählt für 2020 15 von Störchen belegte Horste

Ein Rekordjahr

Familienglück im Horst auf dem Stamm einer abgesägten Eiche – die Population wächst.
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Familienglück im Horst auf dem Stamm einer abgesägten Eiche – die Population wächst.
  • Wieland Bonath
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Rotenburg – Der Rotenburger Wilfried Glauch, seit sieben Jahren ehrenamtlicher Nabu-Storchenbetreuer für den Südkreis, darf zurecht ein wenig stolz sein: Das Jahr 2020 war in der Weißstorchenpopulation ein Rekordjahr. Inzwischen gibt es im südlichen Teil des Wümmekreises 15 belegte Horste, in denen 38 Jungstörche zur Welt kamen. Ein großer Sprung nach oben, denn Glauch hatte 2013 sein Ehrenamt mit zwei Horsten und fünf Jungstörchen übernommen.

„In diesem Jahr sind fünf neue Horste belegt worden“, erklärt Glauch. „In sämtlichen Nestern sind auch Jungtiere großgezogen worden. Und noch eine erfreuliche Nachricht: Seit sehr langer Zeit gibt es in Rotenburg wieder ein Storchenpaar. Auf dem Grundstück der Gärtnerei Grewe wurde der 2018 aufgestellte Horst belegt.” Dort seien drei Störche geschlüpft, von denen allerdings ein Jungtier Anfang dieser Woche aus unbekannten Gründen verendet sei. Zwei weitere, mit viel Aufwand vor mehreren Jahren in der Kreisstadt vom Nabu eingerichtete Horste blieben allerdings bisher verwaist. Da sind der Horst auf dem Dach der Superintendentur und außerdem das Nest auf dem Rotenburger Heimathaus.

Insgesamt, bilanziert Glauch, seien 40 Jungstörche geschlüpft. Zwei Jungtiere, das erwähnte in Rotenburg und ein weiteres in Hellwege, seien gestorben. 38 junge Adebare werden also in einigen Wochen ihren langen Flug in den Süden, nach Afrika, Spanien oder Südfrankreich, antreten, um in den wärmeren Gefilden zu überwintern. Allerdings, so die Beobachtung des Nabu, nimmt die Zahl der Störche stetig zu, die aufgrund der relativ milden Winter gleich vor Ort bleiben, ähnlich wie eine wachsende Zahl von Kranichen und Reihern.

Über Verhaltensweisen, die für Menschen häufig unverständlich sind, kann Glauch auch in diesem Jahr berichten. „Wie schon vor zwei Jahren war der Horst in Hellwege wieder hart umkämpft. Das Storchenpaar, das den Horst erst vor zwei Jahren erobert hatte, musste sich in einem harten Kampf geschlagen geben. Ein neues Paar hat den Horst erobert. Die bereits gelegten Eier wurden aus dem Horst geworfen. Nach einiger Eingewöhnungszeit hat das neue Paar drei Junge ausgebrütet. Eins ist leider gestorben.”

Und weiter: „Auffallend war auch die große zeitliche Differenz der Bruten. Die ersten Jungstörche erblickten in Jeersdorf am 20. April das Licht der Welt. Die Letzten schlüpften erst am 14. Juni in Reeßum. Eine solche Spannweite von acht Wochen hat es bisher noch nicht gegeben.” Neben den brütenden Storchenpaaren hätten auch viele sogenannte Junggesellentrupps das Rotenburger Kreisgebiet besucht. Bei diesen handele es sich um Jungstörche bis zum dritten Lebensjahr. Bis zu ihrer Geschlechtsreife mit zwei bis drei Jahren ziehen diese Störche meist in größeren Trupps durch die Lande. Anfang Mai hielt sich ein Trupp aus 15 Störchen eine Woche lang in Ahausen auf einer frisch gemähten Wiese auf.

Im kommenden Jahr will der Storchenbetreuer wieder das Beringen von Jungstörchen im Auftrag der Vogelschutzwarte Helgoland praktizieren. Eine wesentliche Unterstützung der Wissenschaftler, die bisher noch ungeklärte Fragen lösen möchten. Glauch bietet zudem interessierten Bürgern im Südkreis seine Unterstützung an: Naturfreunde, die beabsichtigten, einen neuen Storchenhorst aufzustellen, können sich unter der Telefonnummer 04261/ 82619 melden. Er kann unter anderem beim Bau beraten und Standorttipps geben.

Die Bilanz für 2020

.  Stemmen: vier Junge

.  Hellwege: zwei Junge

.  Jeersdorf: zwei Junge

.  Freetz: drei Junge

.  Sottrum: zwei Junge

.  Hassendorf: drei Junge

.  Hatzte: zwei Junge

.  Lauenbrück: zwei Junge

.  Ahausen: drei Junge

.  Wilstedt: drei Junge

Neu hinzugekommen sind:

.  Rotenburg: zwei Junge

.  Nartum: zwei Junge

.  Tiste: zwei Junge

.  Bleckwedel: drei Junge

.  Reeßum: drei Junge

Von Wieland Bonath

Eine Feder, ein Ei und einen Ring von einem Adebar präsentiert Wilfried Glauch.

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