Morgen erscheint das neue VHS-Programmheft

Ein Plan auf unsicheren Füßen

VHS-Chef Michael Burgwald zeigt sich optimistisch fürs neue Semester.
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VHS-Chef Michael Burgwald zeigt sich optimistisch fürs neue Semester.

Rotenburg – Sicher ist, dass nichts sicher ist. Aber Michael Burgwald als Leiter der Volkshochschule (VHS) Rotenburg ist zuversichtlich und legt in dieser Woche ein neues Semester-Programm vor, das sich zunächst kaum von seinen Vorgängern unterscheidet. „Wir haben lange überlegt, ob wir überhaupt ein Heft zusammenstellen“, sagt Burgwald. Denn vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie lasse sich die weitere Entwicklung nicht wirklich einschätzen. „Aber wir sind optimistisch und haben uns für eine normale Semester-Planung entschieden.“ Morgen erscheint das Herbst-Programm – es wird an den üblichen Stellen im Landkreis ausliegen, mit der Kreiszeitung in viele Haushalte gehen und zeitgleich auch im Internet (www.vhs-row.de) zu finden sein.

280 Angebote unterbreitet die VHS Rotenburg ihren Kunden. Diese reihen sich in die Bereiche Kultur, Sprachen, Gesundheit, Berufliche Bildung und EDV, in den zweiten Bildungsweg, in die Junge VHS sowie in das große Ressort Menschen, Gesellschaft und Umwelt ein. Zwar beginnt das neue Semester erst am 7. September, aber dennoch sei es wichtig, das Heft schon jetzt zu veröffentlichen, um die Menschen auf jeden Fall noch vor Beginn der Sommerferien zu erreichen. Burgwald: „Ansonsten w��rde es womöglich untergehen.“ Die Gestaltung des neuen Programmheftes hat auch diesmal Jobst Deventer übernommen – und der hat dabei auf das große Thema Computer und Digitalisierung gesetzt. Das Titelbild zeigt die Großaufnahme von einem Programm-Code, und auf den weiteren Seiten hat er Fotos aus dem Computer-Museum in Visselhövede platziert.

Digitalisierung – dieses Thema gewinnt in Corona-Zeiten an Bedeutung. Zeiten, die in der VHS ein Vorhaben beschleunigen, „das wir eigentlich schon lange vorhatten“, erklärt Michael Burgwald mit Anspielung auf 20 Online-Angebote, die es erstmals gibt. Dabei, sagt er, gehe es vor allem um unterschiedliche Kurse und auch Online-Vorträge, in der die digitale Welt eine große Rolle spiele. „Damit beteiligen wir uns an einem bundesweiten Angebot, das ausgewiesene Experten gestalten.“

Bei der Planung der Präsenzveranstaltungen baut die VHS zunächst auf die üblichen Kursgrößen mit sieben bis 16 Teilnehmern. Sollte sich an den Hygiene- und Abstandsregelungen allerdings bis zum Start des neuen Semesters in den kommenden Wochen nichts ändern, wird es eng. Zu eng in vielen von der VHS genutzten Räumen. Burgwald: „Dann müssen wir die Teilnehmerzahlen reduzieren.“ Dabei würde dann der Eingang der Anmeldung greifen – frühes Anmelden kann sich also lohnen. Um bis zu sechs Plätze müssten einige der Kurse reduziert werden. In der EDV stünden aber nicht einmal zehn, sondern nur sechs Plätze bereit. „Es kann gegebenenfalls auch zu Absagen kommen“, fügt der VHS-Chef hinzu, der nicht unerwähnt lässt, dass die Absage beziehungsweise der Abbruch von etwa 90 Prozent der Angebote im vergangenen Semester massive finanzielle Folgen hatte und eine Reduzierung der Teilnehmerplätze im Herbst ebenfalls deutlich zu Buche schlagen würde. Immerhin: Die VHS hat den Kunden anteilig ihr Geld zurückerstattet.

In die Röhre geguckt haben auch die meisten der rund 130 Dozenten, mit denen die VHS zusammenarbeitet. Jetzt also der neue Anlauf – verbunden mit der Hoffnung, dass es ein weitgehendes Zurück zur Normalität geben wird.

Das gilt auch für den kulturellen Bereich, den die VHS in Rotenburg klassischerweise in jedem Jahr ebenfalls bedient. Musik, Kabarett und Vorträge – das alles soll wieder stattfinden. „Das sind wir den Künstlern, aber auch den Technikern schuldig, und außerdem ist es uns wichtig, wieder für ein kulturelles Programm zu sorgen.“ Wenn auch mit Einschränkungen: Statt der bislang 140 stehen zunächst jeweils nur 30 Eintrittskarten für Veranstaltungen im Auditorium des Kantor-Helmke-Hauses zur Verfügung.

Gute Nachricht für alle, die auch im neuen Semester die Volkshochschule besuchen möchten: Die Preise bleiben stabil. Zehn Sprachen sind im Angebot – Chinesisch, Japanisch und Arabisch sind allerdings nicht mehr dabei. Dafür aber Teil 1 und 2 der Gebärdensprachen. „Dafür gab es entsprechende Anfragen“, erklärt Burgwald. Eine Woche nach Semesterstart beginnt im Foyer der VHS die zweigeteilte Ausstellung mit dem Titel „Von der friedlichen Revolution zur deutschen Einheit“ sowie „Umbruch Ost – Lebenswelten im Wandel“. Diese ist bis zum 10. Oktober zu sehen. Geöffnet ist sie dann zu den VHS-Öffnungszeiten im Kantor-Helmke-Haus.

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