Echo Bloom setzt „Songs & Whispers“-Reihe in der Michaelskirche fort

Musikalische Triologie in drei Farben

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Echo Bloom nahmen sich Zeit, ihre zuweilen epischen Stücke langsam zu entwickeln.

Rotenburg - Von Ulla Heyne. Wer am Dienstagabend in der Michaelskirche in Rotenburg die Augen schloss, konnte Tom Waits hören oder Sufjan Stevens – oder einfach Echo Bloom. Denn so heißt die Formation aus Brooklyn, die sich im Rahmen des zweiten Konzerts der „Songs & Whispers“-Reihe im Gotteshaus die Ehre gab.

Leider waren es nicht allzu viele Augen und Ohren, die in den Genuss der in Triobesetzung angereisten New Yorker kamen. Kein Vergleich zu den Besuchererfolgen beim Stiftungskonzert mit Finner vor fast genau einem Jahr oder auch zum Auftakt mit dem Australier Kaurna Cronin im Sommer.

Doch qualitativ konnten die drei Musiker an vorwiegend akustischer Gitarre, Keyboard und Drums ihren Vorgängern durchaus das Wasser reichen: Leicht melancholische Songs mit schönen Melodien, oft balladenhaft, die sich gerade im ersten Teil des Konzerts oft über viele Minuten entwickelten, dazu eine sensible Instrumentierung und der schön harmonierende zweistimmige Gesang von Songschreiber Kyle Evans und seiner Kollegin Aviva Jaye – das hatte was.

Und auch das, was von den Texten zu verstehen war, hatte durchaus poetische Qualitäten. Erklärungen lieferte der sympathische Sänger zu den Songs kaum. Und das aus gutem Grund, wie er in der Pause im Gespräch verriet: „Das, was wir von der Bühne spielen, macht nur die Hälfte des Songs aus. Die andere entsteht durch das Publikum. Es wäre doch schade, wenn wir dem die Möglichkeit zu Assoziationen und zur Interpretation nähmen!“

Zu hören waren die Ergebnisse von gleich drei Konzeptalben, deren Songs alle in derselben überaus produktiven Schaffensphase von Kyle entstanden waren, nämlich dessen Zeit in Berlin. Die Alben „Blau“, „Rot“ und „Grün“ hat er stilistisch zusammengestellt; zuletzt ist gerade „Blau“ herausgekommen – und vielleicht schaffen die Live-Aufnahmen des Abends es sogar auf das Nächste Live-Album. Das Potenzial hätten einige davon gehabt, nicht zuletzt die völlig unplugged vorgetragenen Zugabe.

Die Veranstalter jedenfalls lassen sich eher von den intensiven Eindrücken des Abends leiten als von den unverdient leeren Bänken: „Wir machen erst einmal weiter – die nächsten drei Konzerte im kommenden Jahr sind schon gebucht, dann sehen wir weiter“, versprach Vorstandsmitglied Frank Lumplesch.

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