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DRK bietet bei Blutspendeterminen Covid-19-Antikörper-Analyse an

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Von: Nina Baucke

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Halterung für Probenröhrchen für die Antikörper-Analyse
Ein gesondertes Röhrchen mit Blut soll im Labor auf Covid-19-Antikörper untersucht werden. © Baucke

Wie sieht es mit Immunität gegen Corona aus? Dieser Frage lässt sich derzeit bei Blutspendeaktionen des Roten Kreuzes nachgehen, denn der Kreisverband bietet aktuell an, bei der Spende entnommenes Blut auf Antikörper zu untersuchen. Beim Termin in Mulmshorn kommt das an.

Mulmshorn – Das Blut fließt schnell aus dem Arm durch einen dünnen Plastikschlauch – hin zu einer Kanüle, an der ein Mitglied des Blutspendedienstes des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) nacheinander mehrere Röhrchen andockt, bevor das Plastiksäckchen für die eigentliche Spende folgt. An diesem Tag bei der Blutspendeaktion im Hotel Heidejäger in Mulmshorn ist es ein Röhrchen mehr als gewöhnlich – zumindest auf Wunsch. Denn die zusätzlichen drei bis vier Milliliter Blut werden im Labor des Blutspendedienstes in Springe auf Covid-19-Antikörper untersucht.

„Es ist eine Möglichkeit, uns mit diesem Angebot bei unseren Stammspendern zu bedanken“, sagt Gebietsreferent Andreas Mohrmann. Im gesamten Bereich des Kreisverbandes können Interessierte im Laufe der kommenden vier Wochen bei Blutspendeterminen der Frage auf den Grund gehen, inwieweit sie über Antikörper im Blut verfügen – sei es durch eine Impfung oder durch eine überstandene Infektion. So liegt die Anzahl bei einer geimpften Person zwischen 12 500 bis 21 000 Einheiten pro Milliliter Blut. „Das Wissen über die eigenen Werte hilft, um sich selbst ein bisschen einzuordnen“, sagt Mohrmann. Er rät allerdings, sich für eine genauere medizinische Auswertung an einen Arzt zu wenden.

Es ist eine Möglichkeit, uns mit diesem Angebot bei unseren Stammspendern zu bedanken.

Andreas Mohrmann

„Mit Antikörper-Analyse?“, fragt daher das Team des Mulmshorner DRK am Empfang jeden Spender, der den Blutspendeausweis über den Tisch reicht. Allerdings: Nicht bei jedem schiebt Helga Ruschmeyer einen entsprechenden Informationszettel auf das Klemmbrett, mit dem es zur Anamnese, dann zum kurzen Gesundheitscheck und anschließend zur Ärztin geht. Wie viele es an diesem Tag sind, die ihr Blut auf Covid-Antikörper durchleuchten lassen, ist so detailliert nicht erhoben. Dennoch ist sich Mohrmann sicher: Dass die Spenderzahl schon zu Beginn der Aktionen eine deutlich höhere Beteiligung als sonst erahnen lässt, ist nicht einfach nur „ein tolles Ergebnis“, sondern hängt auch mit dem Analyseangebot zusammen.

Das freut auch Manfred Holsten, den Vorsitzenden des Ortsvereins. Zum Start der Aktion in ganz Niedersachsen sind die Mulmshorner DRK-Ehrenamtlichen die ersten im Landkreis, die die Analyse anbieten. „Das ist jetzt schon zum Anfang hier heute erstaunlich, vor dem Start standen schon die ersten Leute vor der Tür.“ Für ihn gibt es allerdings noch ein anderes mögliches Motiv. „Was wir immer wieder beobachten, ist, dass die Spendenbereitschaft in Krisenzeiten einfach höher ist – jetzt zum Beispiel der Krieg in der Ukraine. Der Wunsch, irgendwie helfen zu wollen, ist bei unseren Spendern einfach groß“, ist er überzeugt.

Warten auf das Ergebnis

Einen großen Zusatzaufwand für das gesamte Team durch die Analyse sieht Mohrmann weniger. „Es ist vielleicht eine halbe Minute extra“, sagt Mohrmann. „Deswegen koppeln wir ja zum Beispiel auch gerne Typisierungen mit Blutspendeaktionen.“ Schnell ist die Schlange lang, vor allem vor der Laborstation mit den Messungen von Hämoglobinwert und Körpertemperatur staut es sich. Einer, der dort wartet, ist Arnold Lange aus Borchel. Er hatte die Antikörper-Analyse heute in Mulmshorn überhaupt nicht auf dem Zettel. „Aber natürlich lasse ich das untersuchen, zum Nachteil ist es ja nicht“, sagt er.

Nach dem Arztcheck geht es sehr schnell, auf dem Weg zur Liege und zur Nadel stapelt ein Mitarbeiter des Blutspendeteams das Plastiksäckchen, eine Staubinde und die besagten Röhrchen auf dem Klemmbrett. Als Blut fließt, landet es zunächst für die Analyse im Röhrchen, bis es dann mit der eigentlichen Spende losgeht. Ein halber Liter sammelt sich nach und nach in dem Säckchen auf der Wippe neben dem Stuhl. Bis die Wippe ein leises Klingeln von sich gibt: Mission erfüllt, Blutspende abgeschlossen. In etwa fünf Tagen ist das Ergebnis der Antikörpertests entweder via Blutspende-App oder auf der Website www.spenderservice.net abrufbar. Bis dahin heißt es: Abwarten und Tee trinken. Kann nach einer Blutspende ohnehin nicht schaden.

Weitere Analysetermine

In den nächsten Wochen bietet das DRK bei seinen Blutspendeterminen im Südkreis weiterhin die Antikörper-Analyse an. Termine sind heute in Ostervesede von 16 bis 20 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus, am Montag, 28. März, von 15.30 bis 20 Uhr in der Schule an der Wieste in Sottrum, am Montag und Dienstag, 4. und 5. April, jeweils von 15 bis 19.30 Uhr in der IGS in Rotenburg, in Hetzwege am Mittwoch, 6. April, von 16 bis 20 Uhr in der Grundschule, am Donnerstag, 7. April, von 16 bis 20 Uhr in der Mehrzweckhalle in Brockel und am Dienstag, 12. April, in der Grundschule in Scheeßel, dort von 15 bis 20 Uhr.

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