„Dieses Schulprojekt hat mehr positive Anerkennung verdient“

Dritte Oberstufe für Rotenburg: Die Grünen sind bereit dazu

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Bekommt die IGS eine Oberstufe?

Rotenburg – Es wird spannend in dieser Woche. Für die Kommunalpolitiker im Rotenburger Stadtrat, aber vor allem auch für die Rotenburger Schulen. Dienstagabend (18.30 Uhr) tagt der Schulausschuss, Donnerstag (20 Uhr) entscheidet dann der Rat über den Antrag auf Einrichtung einer Oberstufe für die Integrierte Gesamtschule (IGS). „Viele Kommunen – zum Beispiel auch Zeven – haben den Beschluss zur Einrichtung einer Sekundarstufe 2 bereits positiv gefasst“, schreibt Elisabeth Dembowski für die Fraktion von Bündnis 90 / Die Grünen.

Aus deren Sicht „müssen wir die Möglichkeiten zur Weiterentwicklung der IGS ergreifen, um allen Schülern ein gutes, attraktives Lernumfeld ab Klasse 5 zu bieten“, schreibt die Vorsitzende in einer Mitteilung an die Rotenburger Kreiszeitung. Die Einrichtung einer Sekundarstufe 2 erhöhe dazu die Motivation für Lernende und auch für Lehrende und verbessere die Leistungen. „Fehlt aber dieser Anreiz, werden Schüler in die Nachbarorte ausweichen, und der Lehrermangel wird sich verschärfen“, sind die Grünen im Stadtrat überzeugt Ihre Frage: „Warum dieses Risiko eingehen? Sind es hegemoniale Interessen des Landkreises oder die Überlegenheit der bestehenden Oberstufen, die eine echte partizipative Beteiligung der IGS am weiterführenden Schulsystem verhindern?“ Zudem fragten sich die Grünen, ob es vielleicht auch ein verstellter, eigensinniger Blickwinkel von Räten und Bürgern sei, „die einer veränderten Schulform nicht gerecht wird“.

Souveränität dagegen sehe anders aus: Dann nämlich würden die Möglichkeiten erkannt und Perspektiven für alle Kinder täten sich auf. Dembowski: „So können Rotenburger Schüler in Rotenburg erfolgreich bis Klasse 10 und darüber hinaus mit einem nach wie vor differenzierten Angebot zum Abitur gelangen. Dieses Schulprojekt hat mehr positive Anerkennung verdient. Unsere Fraktion ist dazu bereit.“

Die der CDU eher nicht. Im Interview mit der Kreiszeitung hat deren Fraktionsvorsitzender Klaus Rinck noch einmal unterstrichen, dass angesichts der Fakten aus seiner Sicht nur ein Modell mit zwei Oberstufen in der Kreisstadt auf Grundlage einer engen Kooperation mit der IGS infrage komme.

Es ist das zweite Mal nach 2018, dass sich der Rat mit diesem Antrag beschäftigt. Nach monatelangen Diskussionen hatte der sich im Herbst vergangenen Jahres gegen eine dritte Oberstufe ausgesprochen. Nach einer Frist von vier Monaten landete der Antrag in diesem Jahr erneut auf dem Tisch – und sorgt seitdem erneut für ausführliche Debatten. Zuletzt war eine Entscheidung verschoben worden. Die Vertreter der Schulen sowie der Schulträger sollten sich noch einmal zusammensetzen und beraten. Die Ergebnisse dieser Gespräche stellen nun eine Grundlage für die Entscheidung in dieser Woche dar. Und das kann spannend werden.

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