Drei Jahrhunderte büffeln

Eltern und Lehrer feiern lange Historie der Grundschule Waffensen 

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Die Eltern der Waffensener Grundschule haben das Programm für die große Feier zusammengestellt. Ortsbürgermeister Hartmut Leefers (r.) ist dankbar für ihre Unterstützung.

Waffensen - Von Joris Ujen. Mehr als 300 Jahre alt ist die Grundschule Waffensen – eine ganz schön hohe Hausnummer. Solch eine Kennzeichnung, das Haus Nummer 19, weist auch auf eine der ersten namentlichen Erwähnungen des Schulgebäudes aus dem Jahr 1718 hin. Eintragungen aus Kirchenbüchern belegen sogar schon die Existenz der Einrichtung zum Ende des 17. Jahrhunderts. Aber 300 klingt besser, 333 scheinbar noch mehr. Denn unter dieser Zahl veranstaltet das Dorf eine große Feier am Sonntag, 24. Juni, ab 11 Uhr an und in der Grundschule Waffensen.

Die zusätzlichen 33 Jahre erklären die Veranstalter der Feier – die Kantor-Helmke-Schule (KHS) Rotenburg, die Stadt Rotenburg als Träger, vertreten durch Waffensens Bürgermeister Hartmut Leefers (CDU), sowie die Eltern der Grundschüler – mit der Wiedereröffnung der Schule im Jahr 1985. Davor war der Lehrort sieben Jahre geschlossen und die Schulkinder aus Waffensen mussten mit dem Bus zur KHS nach Rotenburg fahren.

Dem ehemaligen Grundschullehrer Ulf Achelis ist es zu verdanken, dass in Waffensen wieder unterrichtet werden konnte. Er hatte einen Erlass beim niedersächsischen Kultusministerium entdeckt, wonach Grundschulen eine Außenstelle mit Kombiklassen bilden dürfen, „wenn man unter anderem 24 Kinder für vier Klassen zusammenbekommt und kürzere Schulwege anfallen“, erklärt Bürgermeister Hartmut Leefers. Die Kriterien wurden erfüllt, sodass die Schule seit der Wiedereröffnung als Außenstelle der KHS dient.

29 Kinder, von der ersten bis vierten Klasse werden hier aktuell von den Lehrerinnen Susanne Bittermann und Inka Lange unterrichtet. Unterstützung erfahren sie von drei KHS-Lehrern, die an verschiedenen Tagen stundenweise unterrichten. Und auch die Eltern der Waffensener Schüler engagieren sich. So leiten zwei von ihnen die AG’s Plattdeutsch, Volkstanz und Computer. Letzterer findet im EDV-Raum der Schule statt, der früher als Lehrerwohnung genutzt wurde, erläutert Leefers, der hier als kleiner Junge auch zur Schule ging, ebenso seine Mutter.

Diese Aufnahme zeigt Schüler der Waffenser Grundschule aus dem Jahr 1950. Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Einrichtung „aufgrund der Flüchtlingsbewegung aus allen Nähten geplatzt“, so Leefers.

„Die Kantor-Helmke-Schule hätte das Angebot, was wir hier unseren Kindern anbieten, nicht alleine leisten können und war und ist auf die Unterstützung der Eltern angewiesen“, sagt Ilka Holsten-Poppe, Leiterin des Mehrgenerationenhauses (MGH) Waffensen – ihr Großvater ging hier ebenfalls zur Schule. Das MGH unterstützt die Schule mit einem Betreuungsangebot für die Kinder bis 15 Uhr. Neben einem Mittagessen erhalten die Mädchen und Jungen auch Unterstützung bei ihren Hausaufgaben.

Die Aufarbeitung der Historie der Schule ist dem Elternrat zu verdanken, erzählt Leefers. „Viele Angebote wären ohne ihr Engagement gar nicht möglich.“ Sie sind auch maßgeblich an der Planung der Schulfeier beteiligt. „Am Sonntag gibt es Spiele, wie man sie noch von früher kannte. Zum Beispiel Murmelspiele“, sagt Hansjörg Eggers, Vater eines Grundschülers, Geschäftsstellenleiter der Bremischen Volksbank in Rotenburg sowie CDU-Ortsratsmitglied. Sein Vater ist 1944 hier zur Schule gegangen. Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg „ist die Schule hier aufgrund der Flüchtlingsbewegung aus allen Nähten geplatzt“, berichtet der Bürgermeister. Weit mehr als 100 Kinder waren das damals.

Einen weiteren Bezug zu der langen Geschichte der Einrichtung präsentieren die Organisatoren der Schulfeier mit einer altmodischen Modenschau, die Kleider stellt Gästeführerin Hanna Tamke vom Touristikverband Landkreis Rotenburg zur Verfügung. Die Schüler der Volkstanz-AG zeigen zudem ihr Können. Weitere Aktionen wie beispielsweise ein Kartoffellauf und ein Bobbycar-Rennen sollen für zusätzliche Unterhaltung sorgen.

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