Rotenburger Arbeitsgemeinschaft schmiedet Pläne

Drei Geschäftsfrauen wollen „Gutes für die Goethestraße“

Manuela Boots-Brunkhorst (l.) und Cornelia Mansfeld an der Rotenburger Goethestraße.
+
Manuela Boots-Brunkhorst (l.) und Cornelia Mansfeld setzen sich für die Goethestraße ein.

Rotenburg – Die Rotenburger Goethestraße hat besonderen Charme durch die Fachwerkhäuser, an ihr sind inhabergeführte Geschäfte, Dienstleistungsbetriebe und Restaurants ansässig, ebenso die Cohn-Scheune und die Kirche. Doch zuletzt hatte die Straße eher mit Aufregung von sich Reden gemacht durch die kontrovers geführte um Durchgangsverkehr. Das muss sich wieder ändern, finden Reisebüroinhaberin Manuela Boots-Brunkhorst, Apothekerin Ulrike Borgas und Buchhändlerin Cornelia Mansfeld.

Die Goethestraße soll wieder mehr in die Wahrnehmung rücken, aber wegen ihrer positiven Seiten. Deswegen haben die Frauen die Arbeitsgemeinschaft „Gutes für die Goethestraße“ (AGG) gegründet. Der Gedanke, sich zu organisieren, kam auf, als die Einzelhändlerinnen quasi „vergessen“ wurden in der Diskussion um eine mögliche Sperrung für den Durchgangsverkehr. Es habe von niemandem Bitten zu Stellungnahmen ihrerseits gegeben, obwohl sie als Anliegerinnen direkt betroffen gewesen wären.

Der Austausch insbesondere mit der Stadtverwaltung sei aber mittlerweile besser geworden. Nach einer Infoveranstaltung im Rathaus später waren die Geschäftsfrauen übereingekommen, dass die Goethestraße wieder positiver in den Fokus der Öffentlichkeit rücken sollte. Sie haben den Gesprächsbedarf erkannt. Und: „Sonst haben wir keine guten Karten“, so Mansfeld. Denn ob Sperrung oder nicht: „Die Goethestraße fällt ab.“

Dabei gehe es ihnen nicht darum, eine Gegeninitiative zur IG Citymarketing aufzubauen, betonen sie. Im Gegenteil sei man offen für guten Austausch, „schließlich sind wir alle in der Innenstadt beheimatet“. Nur gehe das Denken in den Köpfen dabei eher Richtung Große Straße. Zum Beispiel wäre Weihnachtsbeleuchtung ein schönes Zeichen, aber die Lichter führen bisher nur durch die Große Straße und Am Wasser entlang. „Aus der Goethestraße kann man mehr machen“, findet Borgas.

Sperrung könnte Kunden abschrecken

Zwar sind die Frauen teils unterschiedlicher Meinung über die Zukunft der Straße und bewerten auch die Idee einer Sperrung verschieden. So sieht Mansfeld den Durchgangsverkehr mit Skepsis, hat schon Unfälle oder Streitigkeiten vor ihrer Ladentür erlebt. Und angemessen, meint sie, fahren die wenigsten. Was sich gefühlt verbessert habe, sei die Akzeptanz der Fahrradfahrer auf der Straße. Nichtsdestotrotz: In der engen Straße schieben sich insbesondere zu den Stoßzeiten ganze Autokorsos durch, dazu kommen viele Fahrradfahrer und Fußgänger. Da bleiben Probleme und Unfälle nicht aus. Borgas meint hingegen: „Dass der Verkehr weitergeht, ist essenziell für die Innenstadt.“

Die drei Geschäftsfrauen reden miteinander, „da sind keine verhärteten Fronten trotz unterschiedlicher Meinungen“, ergänzt Borgas. Die einen Geschäftsleute befürchten, dass Kunden ausbleiben könnten bei einer Sperrung, die anderen, dass der Verkehr eher hinderlich ist, sie für die Geschäfte zu interessieren. „Letztlich geht es um die Frage: Wie gestalten wir das Verhältnis von Aufenthaltsqualität und Zugänglichkeit?“, so Mansfeld.

Die Innenstadt stärker als Einheit sehen

Und eben diese Gegensätzlichkeit, das Aufeinandertreffen verschiedener Meinungen, mache ihre Arbeit in der AGG aus: Sie biete Raum für Diskussionen, Ideen, Erfahrungsaustausch, Anregungen und Wünsche, die der Stadt übermittelt werden können. „Denn es ist wichtig, auch von deren Seite wahrgenommen zu werden“, so Boots-Brunkhorst. Deswegen freue man sich über weitere Mitglieder, die ihre Meinungen und Ideen einbringen.

„Wir müssen uns jetzt eine Form überlegen, damit die Innenstadt stärker als Einheit gesehen wird“, sagt Mansfeld. Dadurch gewinne auch die Fußgängerzone. Und Wünsche für die Gestaltung gibt es viele: Das Miteinander von Fahrrädern, Autos und Fußgängern verbessern, die Attraktivität der Straße steigern, eine bessere Aufenthaltsqualität schaffen.

Erste Schritte werden jetzt gemacht: Wie Bürgermeister Andreas Weber (SPD) am Donnerstag mitgeteilt hatte, soll die Innenstadt optisch verschönert werden – die Große Straße als auch die Goethestraße. So sollen unter anderem dort, wo an Letzterer Bäume gefällt worden sind, Pflanzkübel aufgestellt werden. Auch Informationsveranstaltungen plant die AGG. Ihr Ziel sei es, Informationen zusammenzutragen, die ihnen helfen, gute, sinnvolle Vorschläge zu machen und Impulse für die Zukunft ihrer Straße zu geben. Boots-Brunkhorst: „Es ist wichtig und wertvoll, dass wir uns jetzt gefunden haben.“

Kontakt zur AGG

Interessierte Geschäftsleute aus der Goethestraße können per E-Mail Kontakt aufnehmen: goethestrasse.row@web.de.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Marokko setzt Spanien mit Migranten in Ceuta unter Druck

Marokko setzt Spanien mit Migranten in Ceuta unter Druck

Israels Armee tötet hochrangigen Militärkommandeur in Gaza

Israels Armee tötet hochrangigen Militärkommandeur in Gaza

Angriff auf Tel Aviv - Hamas-Leute im Fadenkreuz Israels

Angriff auf Tel Aviv - Hamas-Leute im Fadenkreuz Israels

Israel greift Hamas-Tunnel an - Feuerpause nicht in Sicht

Israel greift Hamas-Tunnel an - Feuerpause nicht in Sicht

Meistgelesene Artikel

Werner Meirose feiert Dienstjubiläum bei Holst – und geht in Rente

Werner Meirose feiert Dienstjubiläum bei Holst – und geht in Rente

Werner Meirose feiert Dienstjubiläum bei Holst – und geht in Rente
Visselhöveder „Tupperdose“ auf Rädern

Visselhöveder „Tupperdose“ auf Rädern

Visselhöveder „Tupperdose“ auf Rädern
Kinderkrankenschwester Rita Niehoff nach 38 Jahren am Diakonieklinikum verabschiedet

Kinderkrankenschwester Rita Niehoff nach 38 Jahren am Diakonieklinikum verabschiedet

Kinderkrankenschwester Rita Niehoff nach 38 Jahren am Diakonieklinikum verabschiedet
Ab Donnerstag können Kunden im neuen Combi-Markt in Scheeßel einkaufen

Ab Donnerstag können Kunden im neuen Combi-Markt in Scheeßel einkaufen

Ab Donnerstag können Kunden im neuen Combi-Markt in Scheeßel einkaufen

Kommentare