Beim Rotenburger „Hol’ ab“ herrscht Hochbetrieb

Hurricane: Dosen über Dosen an der Leergut-Annahme

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Zwei Mitarbeiter von „Hol‘ ab“ zählen die Dosen per Hand ab. Viele der Flaschensammler kommen in Gruppen, um die Masse an Leergut zu transportieren.

Rotenburg - Von Sophie Filipiak. Vor dem Rotenburger Getränkemarkt „Hol‘ ab“ im Wümmepark stapeln sich die Müllsäcke. Nein, keine Angst, die Müllabfuhr streikt nicht. Und der Inhalt sind auch keine stickendenen Hinterlassenschaften, sondern bares Geld. Denn es ist die Woche nach dem Hurricane-Festival und viele professionelle Flaschensammler machen die Arbeit des vergangenen Wochenendes nun zu barer Münze.

Im Minutentakt fahren Sprinter und Autos mit Anhänger auf den Parkplatz. Darin türmen sich die Säcke voller Plastikflaschen und Dosen. Die Pfandsammler kommen teilweise mit ihrer ganzen Familie, die beim Ausladen der kostbaren Ware mit anpackt. Damit das nicht alles in einem heillosen Chaos endet, hat der Getränkemarkt eigens Sicherheitsleute für diese Tage beordert. Sie sorgen für einen reibungslosen Ablauf.

Viele der Kunden gehen gleich in die Filiale hinein. Dort steht seit einigen Monaten ein Pfandrückgabe-Automat. „Der entlastet uns schon sehr“, erklärt Leiterin Marina Dück. Seit der Getränkemarkt morgens um 9 Uhr seine Pforten geöffnet hat, stehen die Flaschensammler Schlange. Der Automat arbeitet seitdem auf Hochtouren. Alle halbe Stunde müssen die Mitarbeiter die Behälter auswechseln. Und dass obwohl der Automat die Dosen und Flaschen bereits für den Transport komprimiert. „So ist auch das Lagern viel komfortabler“, erläutert Thorsten Tiedemann, Bereichsleiter bei „Hol’ ab“.

Dennoch stapeln sich im Lager die Säcke mit Pfandflaschen. „Normalerweise wird das Leergut nur einmal die Woche von unserem Dienstleister abgeholt“, so Tiedemann. „In den nächsten drei Tagen kommt er aber täglich.“

Im Lager des Getränkemarktes stapeln sich schon nach wenigen Stunden die Säcke mit dem Leergut.

Der Automat ist zwar für die Mitarbeiter hilfreich, aber auch er stößt an seine Grenzen. Denn viele professionelle Flaschensammler drücken die Dosen und Flaschen beim Einsammeln zusammen, sodass der Automat das Siegel der Deutschen Pfandgesellschaft (DPG) und den Barcode nicht mehr erkennen kann.

Für solche Fälle stehen draußen zwei Mitarbeiter bereit, die das Leergut per Hand auszählen. „Das ist auf die Dauer schon sehr anstregend“, sagt Dück. Für den Ausnahmezustand nach dem Hurricane-Festival hat der Markt vier Angestellte extra zur Verfügung. Sie sind sozusagen eine Leihgabe von anderen Filialen.

Und noch mehr Leergut.

Die Pfandsammler wissen mittlerweile genau, wo sie ihre Fundstücke abgeben können. „Viele Geschäfte verweigern in solchen Fällen die Rückgabe“, meint Tiedemann. Obwohl der Gesetzgeber klar geregelt habe, dass die Märkte eigentlich dazu verpflichtet sind, das Pfandgut egal von wem und in welcher Menge anzunehmen. „Einige unserer Kunden rufen extra vorher bei uns an, ob sie ihr Leergut bei uns abgeben können.“

Dass das Flaschensammeln ein durchaus lukratives Geschäft ist, zeigen die Pfandbons. „Wir hatten heute schon jemanden, dem wir 1.250 Euro ausgezahlt haben“, so Dück. Es geht aber noch mehr, wie die Filialleiterin aus Erfahrung weiß. Seit vier Jahren ist sie jedes Mal bei der großen Pfandrückgabe nach dem Festival am Start. Mit einigen der Flaschensammler ist sie schon per Du, da diese immer wieder kommen.

Die Verwertung des abgebenen Leergutes erfolgt durch die Entsorgungsfirmen, die auch das Recycling von sonstigen Dosen, Glas-, Kunststoff- und Kartonverpackungen erledigen.

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