Abstimmung über Wanderwege

Halbzeit im Wettbewerb: Aktuell Platz zwei für Nordpfad „Dör’t Moor“

Blick auf eine Moorfläche
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Der Nordpfad „Dör’t Moor“ bietet viele schöne Ecken, bei jedem Wetter.

Rotenburg – Platz zwei unter 15 Nominierten für den Nordpfad „Dör’t Moor“: Das ist der Zwischenstand mit den bisher gesammelten Online-Stimmen im Rennen um den Titel „Deutschlands schönsten Wanderweg 2021“, den das „Wandermagazin Deutschland“ nach einer Publikumswahl vergibt. „Es sieht sehr gut aus“, sagt Benjamin Roolfs, Leiter der Tourist-Information im Rathaus, zufrieden, und auch Udo Fischer als Geschäftsführer des Touristikverbands Tourow spricht von „großartigen Nachrichten“.

„Der Abstand zu Platz eins, einem Wanderweg aus einem der bekannten deutschen Mittelgebirge, hat sich verringert, der zu den Plätzen hinter uns vergrößert“, so Fischer. Das Blatt kann sich aber auf den letzten Metern noch wenden: Die finalen Platzierungen stehen erst fest, wenn die Stimmen der Wahlkarten ausgezählt sind. Die sind bislang nicht eingerechnet. Die Bewerber haben noch bis 30. Juni Zeit, auf Stimmenfang zu gehen. Aber: Die allererste Wahlkarte, die beim Magazin eingetroffen ist nach dem Startschuss im Januar, kam aus dem Landkreis Rotenburg – ein gutes Omen? Noch sei es ein großes Rätselraten, sagt Roolfs. Denn sie wüssten nicht, was die anderen Bewerber organisiert haben. Sicher ist aber: „Wir machen eine Menge.“ Allein 50 000 Postkarten wurden nach Bekanntwerden der Nominierung gedruckt. Auf der Abstimmseite mit den offiziellen Vorgaben, die Rückseite zieren verschiedene Motive des Nordpfades.

Und auch die Kartoffelkönigin ist viel für „Dör’t Moor“ unterwegs. In Wanderklamotten mit Krone sei Chiara I. „temporär zur Wanderkönigin“ geworden, sagt Roolfs. Zuletzt war sie am Osterwochenende am Bullensee und habe einige Stimmen bekommen. Unter den Spaziergängern und Wanderern seien viele von außerhalb des Landkreises gewesen. „Auch wenn der ein oder andere meint, nun ist dort zu viel los, sind das sicherlich Momentaufnahmen“, merkt Fischer an. „Den ganzen Wanderweg gehen weniger. Sobald man zwei bis drei Kilometer vom Bullensee entfernt ist, ist man mehr und mehr für sich alleine.“ Und auch Nordpfade-Fans sammeln fleißig Stimmen: „Unser Fan Stefan aus Oyten hat gerade 29 weitere per Wahlkarte eingesammelt“, freut sich Fischer.

Wir wollen mehr Erlebnisse schaffen. Wenn wir wieder können, wird noch einiges passieren.

Die meisten Wanderer würden sich nach seiner Erfahrung respektvoll verhalten – bis auf die Vandalen, die jüngst die Stufen der Treppen des Beobachtungsturms entfernt haben. Generell stehen Natur- und Umweltschutz stark im Fokus. Mehr Menschen auf den Nordpfaden bedeuten potenziell mehr Müll und andere Hinterlassenschaften. Daher gibt es die Überlegung, am Schafstall in Unterstedt eine Toilette zu installieren. „Das wäre taktisch klug“, sagt Roolfs, denn die einzigen Toiletten für die Route sind bislang am Bullensee – die, wenn nichts dazwischen kommt, ab dem 17. Mai wieder geöffnet werden. Die Frage am Schafstall ist nur: Was für eine? Denn einfach ein Dixie-Klo möchte er nicht mitten in die Landschaft stellen.

Dass sie so schnell so weit kommen, damit hätte Roolfs nicht gerechnet: Die Konkurrenz ist groß, vor allem aus klassischen Wanderregionen. „Das zeigt, dass die Nordpfade für die Region besonders sind.“ Auch Fischer sieht eine Anerkennung des Flachlandwanderns. „Dör’t Moor“ ist der einzig nominierte Weg ohne Berg: „Das zeigt, dass die Landschaften und das Naturerlebnis wichtiger sind, als einen Gipfel zu erklimmen.“

Viele neue Ideen zur Vermarktung

Roolfs sieht das Coronavirus als Beschleuniger, ausnahmsweise positiv, wenn schon sonst „bei den Veranstaltungen alles bröckelt“. Es bringe die Stärke des Landkreises hervor: die Natur. „Viele Menschen entdecken die Region für sich, es nimmt an Fahrt auf.“ Deswegen freut sich Roolfs auch aus einem anderen Grund über den Zwischenstand: Das hat einen entsprechenden Werbeeffekt. Wanderer, die zu Besuch kommen, in der Wümmestadt ihr Lager aufschlagen. „Das ist eine Wertschöpfung, die in der Region bleibt.“ Auf nachhaltige wirtschaftliche Effekte hofft auch Fischer. Doch auch da gelte: „Immer im Einklang mit der Natur und dem Naturerlebnis“, betont er. Entsprechend habe man gerne viel Zeit und Geld in diverse Maßnahmen investiert. Und: Da ist „noch einiges im Köcher“, so Roolfs.

Es gibt viele Ideen rund um das Thema Nordpfade, die sie angehen möchten: Das Projekt „Tischlein deck Dich“ soll weiter ausgebaut werden, auch Vollmond- oder andere Wanderrundtouren, zum Abschluss vielleicht mit Lagerfeuer und Gitarrenmusik, soll es geben. Sowohl Individual- als auch Gruppentouren, zum Beispiel mit den Gästeführern. „Wir haben viele Gästeführer mit breitem Wissen, sie sind nach wie vor nicht wegzudenken. Wenn wir wieder können, wird noch einiges passieren“, verspricht Roolfs. „Wir wollen mehr Erlebnisse schaffen.“ Auch im Rahmen der Bewerbung hätten sie bereits gerne mehr Angebote gestartet, nur ist das derzeit nicht möglich. Und die Situation macht müde, gibt auch Roolfs am Ende zu: Lauter Planungen, die derzeit nur in der Schublade ihren Platz finden.

Stimmenabgabe

Stimmen für „Dör’t Moor“ können online unter www.wandermagazin/wahlstudio oder mittels Wahlpostkarte, die es beim Tourow oder der Tourist-Info im Rathaus gibt, abgegeben werden. Boxen zur Abgabe stehen in allen Rathäusern und Tourist-Infos.

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