Diskussionsrunde mit Lars Klingbeil (SPD) im Buhrfeindsaal in Rotenburg

„Brauchen große Debatte“

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Andreas Thiel (v.l.), Lars Klingbeil, Eva Högl und Susanne Briese diskutieren.

Rotenburg - Im Herbst will der Bundestag beschließen, ob es eine Neuregelung zur Sterbehilfe geben soll. Das spannende an der Abstimmung ist, dass es keinen Fraktionszwang geben wird. Während einer Diskussion mit Vertretern aus Politik, Medizin, Kirche und Bürgern im Buhrfeindsaal holte sich der Bundestagsabgeordnete Lars Klingbeil (SPD) in Rotenburg Meinungen zum Thema ein.

„Wir dürfen die Debatte um Sterbehilfe nie losgelöst von medizinischer und sozialer Versorgung wie Palliativmedizin und Pflege sehen und wir brauchen eine große gesellschaftliche Debatte über das Thema“, resümierte Klingbeil. Er selber wisse auch nach der Diskussion in Rotenburg nicht, welcher Position er am Ende im Bundestag zustimmen werde. Derzeit gebe es vier verschiedene Anträge.  Es sind insgesamt drei Fragen-Komplexe: Sollen Vereine und Institute, die geschäftsmäßig Beihilfe zum Suizid unterstützen, verboten werden? Und soll die Situation für die Ärzte neu geregelt werden? – Hier fordert eine Gruppe um Karl Lauterbach eine Erlaubnisvorschrift für Ärzte. Ein dritter Komplex wäre die Frage, ob die Beihilfe zum Suizid unter Strafe gestellt werden sollte.  Dr. Eva Högl von der SPD-Bundestagsfraktion hat zu Beginn für ihre Position geworben, die besagt, dass im Strafrecht nichts verändert werde, außer ein Verbot von Vereinen auszusprechen, die geschäftsmäßig Suizid unterstützen. In der Diskussionsrunde hat die Bundestagsabgeordnete auch angekündigt, dass vor der Verabschiedung von Neuregelungen zur Sterbehilfe der Bereich der Hospiz- und Palliativmedizin ausgebaut werden solle. Hierfür seien bereits Gesetze auf dem Weg. Das war auch Tenor der Veranstaltung, dass die Betroffenen in Deutschland eine bessere Begleitung beim Sterben brauchen und hier im Vergleich zu anderen Ländern großen Nachholbedarf haben.

Die Superintendentin des Kirchenkreises Rotenburg, Susanne Briese, hat während der Diskussion dazu aufgefordert, dass sich die Menschen mehr mit dem Thema Sterben auseinander setzen und es nicht tabuisieren. Der Chefarzt der Psychotherapie, Professor Andreas Thiel, stellte dar, dass es heute keine Rechtsunsicherheit bei Medizinern gebe, die Ärzteschaft aber mehr Informationen brauche. Die Meinung der Diskussionsrunde in Rotenburg war so unterschiedlich wie auf Bundestagsebene. Klingbeil machte keinen Hehl daraus, dass er der Meinung von Högl sehr nahe steht.

go

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