Bremervörder will nicht mehr

Dirk Israel tritt als Kreisnaturschutzbeauftragter zurück

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Dirk Israel

Rotenburg - Die Kreisverwaltung ist auf der Suche nach einem neuen Kreisnaturschutzbeauftragten. Dirk Isreal, der das Ehrenamt im Nordkreis 2015 übernommen hatte, ist zurückgetreten. Das hat Erster Kreisrat Torsten Lühring in der Umweltausschusssitzung des Kreistags am Mittwochnachmittag berichtet.

Die Mitteilung Israels sei erst vor zwei Wochen im Kreishaus eingetroffen, sodass bislang keine Zeit gewesen sei, der Politik Vorschläge für eine Neubesetzung vorzulegen. Die soll es nun im November bei der nächsten Sitzung des Ausschusses geben.

Israel ertrage laut Kullik die Entwicklung nicht mehr

SPD-Umweltpolitiker Volker Kullik bedauerte den Schritt Israels und sagte: „Für ihn ist es nicht zu ertragen, wie sich die Natur im Landkreis verändert hat.“ In einer sehr persönlichen E-Mail hat sich Israel bei Landrat Hermann Luttmann (CDU) und einigen Mitstreitern aus dem Bereich des ehrenamtlichen Naturschutzes verabschiedet. In dieser heißt es, er leide unter der Wahrnehmung „eines sich ständig verschlechternden Zustandes unseres Naturerbes, einhergehend mit weiterer Abnahme der Artenvielfalt zum Beispiel durch die im Nordkreis stark vertretene Intensivlandwirtschaft aber auch durch Teile des Waldbesitzes mit ausgeprägtem Trend zum Anbau von fremdländischen Holzarten“. 

Gegen diese Entwicklungen vorzugehen, so wie es das Ehrenamt verlange, schaffe er nicht mehr. Die „Beauftragten für Naturschutz und Landschaftspflege“, wie es im Beamtenjargon heißt, sind Mediatoren und Moderatoren zwischen der Naturschutzbehörde im Kreishaus und den Menschen draußen. Israel hat das Ehrenamt im Nordkreis ausgeübt, Christiane Looks aus Eversen ist im Südkreis zuständig.

Jahresbericht zeitgleich mit Rücktritt vorgelegt

Obwohl Israel mit sofortiger Wirkung zurückgetreten ist, hat er in schriftlicher Form noch seinen Jahresbericht vorgelegt. In diesem listet er die zahlreichen Ortsbegehungen, Gespräche und Maßnahmen auf, die er begleitet hat. Und der Bremervörder richtet den Ausbau der Biotopverbundflächen betreffend flammende Appelle an die Politik: „Unter der Führung der Kreisverwaltung sollten Landkreis und alle unsere Kommunen einen ,Pakt zur Erhaltung unseres Naturerbes’ schließen. Alle Gemeinden sollten sich darin verpflichten, künftig, wo immer möglich, Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen auf Ihrem Gebiet in die Biotopverbundflächen zu steuern. Die betroffenen Flächeneigentümer könnten zeitnah über entsprechende Pools profitieren, Ausgleichspflichtige hätten sofort Ansprechpartner für ihre Kompensationspflicht. Dabei sollte die Naturschutzbehörde eine steuernde Funktion einnehmen. Die zum Teil verzettelt und wenig nachhaltig wirkenden Ausgleichsmaßnahmen würden dadurch eine deutliche Richtung bekommen.“ 

Und: „Lassen Sie uns gemeinsam den Artenschwund im Landkreis beenden und den Generationenvertrag zur Erhaltung nachhaltiger Entwicklungsmöglichkeiten künftiger Menschengenerationen sichern!“ 

mk

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