Zehn Fragen an sieben Bundestagskandidaten

Nichtwähler? „Um jeden Einzelnen werben“

Sonntag wird gewählt.

Rotenburg - Von Jens Wieters. Am Sonntag wissen die sieben Kandidaten, wer das Direktmandat im Wahlkreis 35 Rotenburg I / Heidekreis gewonnen hat und damit in den Deutschen Bundestag einzieht. In den vergangenen Tagen hatten wir den Kandidaten einige Fragen zur Bundespolitik gestellt. Hier geht es noch einmal um diejenigen Bürger, die am Sonntag nicht zur Wahl gehen. Wir fragen:

Wie lösen wir das Problem der Nichtwähler?

Lars Klingbeil (SPD): Ich kann nur für mich antworten: Ich kämpfe um jeden Einzelnen. Ich suche mit jedem das Gespräch. Ich bin für jedes Anliegen da. Ich mache seit acht Jahren Hausbesuche – egal ob gerade Wahlkampf ist oder nicht. Ich arbeite transparent und lege alles offen. Das ist mein Weg. Ich hoffe, dass ich damit auch Nichtwähler für die Demokratie zurückgewinnen kann.

Kathrin Rösel (CDU): Deutschland hat im Vergleich der westlichen Länder noch eine eher hohe Wahlbeteiligung. Trotzdem lohnt es sich, bei jedem Einzelnen um seine Beteiligung an der Demokratie zu werben. Ich tue das, indem ich auf die Menschen zugehe, sei es bei Hausbesuchen oder bei meinen Besuchen von Institutionen vor Ort. Das Wahlrecht war in der Geschichte und ist noch immer in Teilen der Welt nicht selbstverständlich – wir sollten es nutzen.

Hendrik Jürgens (FDP): Parteien als Vertreter des demokratisch legitimierten Auftrags müssen sich wieder mehr voneinander unterscheiden. Politik muss interessanter gestaltet werden. Nicht nur zu wählen, sondern auch durch eine Teilnahme an politischer Willensbildung mitzuwirken, muss einfacher werden. Die Übergänge zwischen Bundespolitik und lokaler Auswirkung im Wahlkreis muss besser verdeutlicht werden. Die Parteien müssen hier mehr tun und sich erneuern.

Ellen Gause (Grüne): Nichtwähler haben meist den falschen Glauben, dass ihre Stimme ja doch nicht zähle. Dem kann man nur in der Erziehung, vor allem in der Schule entgegenwirken. Den jungen Menschen muss viel intensiver die Funktionsweise der Demokratie und die Wichtigkeit von Wahlen näher gebracht werden.

Agnes Hasenjäger (Linke): Viele Menschen fühlen sich heute – zu Recht – von der Politik nicht berücksichtigt. Gerade als Linke wollen wir ihre Interessen zum Ausdruck bringen. Wir möchten vor allem auch außerhalb der Parlamente dazu beitragen, damit sich etwas ändert: Umverteilung von den Superreichen zu den vielen Aufgaben im Interesse aller.

Günter Scheunemann (Freie Wähler): Indem man Politik so gestaltet, dass zum Beispiel mehr Menschen eingebunden werden und sich vertreten fühlen. Mit diesem Anspruch treten wir Freie Wähler zur Bundestagswahl an. Deshalb sind wir auch für die Einführung von bundesweiten Volksabstimmungen, da die Menschen so ihre Meinung basisdemokratisch artikulieren können. Etablierte Parteien scheuen Volksabstimmungen allerdings wie der Teufel das Weihwasser. Das wollen wir ändern! Als Bürgerrechtspartei sind wir natürlich dafür, dass jeder Wähler selbst entscheiden kann, ob er oder sie wählen möchte.

Michael Stewart (AfD): Nichtwähler sind kein Problem, sondern Menschen, die ihr gutes Recht wahrnehmen, sich der Politikshow zu enthalten.

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