Rotenburg: „Heimat-Genuss“ und Hökermarkt 2022

Die Stadt startet als Veranstalterin durch

Benjamin Roolfs freut sich auf die Veranstaltungen der Stadt im kommenden Jahr.
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Benjamin Roolfs freut sich auf die Veranstaltungen der Stadt im kommenden Jahr.

Mit dem neuen Jahr kommt auf das Team in der Rotenburger Tourist-Info eine neue Aufgabe zu, die es wirklich in sich hat. Denn die Kreisstadt übernimmt als Veranstalterin die Verantwortung, die bisher überwiegend Vereine getragen haben. Die Planungen laufen.

Rotenburg – Es ist ja nicht so, dass die Stadt nicht schon involviert war, wenn immer im September der Kartoffelmarkt in der Innenstadt gefeiert worden ist. Den Kartoffelmarkt – bislang vom Verein für Touristik und Stadtwerbung (VTS) auf die Beine gestellt – wird es aber in der bisherigen Form nicht mehr geben. Die Stadt springt für den überforderten VTS in die Bresche – und macht etwas Neues daraus. Und zwar komplett in Eigenregie. Aus dem Kartoffelmarkt wird der „Heimat-Genuss“ – und der geht im nächsten Jahr mit seiner Premiere am 28. und 29. Mai an den Start. Nicht auf dem Neuen Markt, sondern auf dem großen Heimathausgelände. Benjamin Roolfs, Ilona Haas und Vera Servatius in der Tourist-Information nehmen die Zügel in die Hand. Roolfs spricht von „Planungen unter ganz neuen Bedingungen“. Und Ilona Haas unterstreicht: „Wir fangen bei Null an.“

Es ist aber nicht nur der „Heimat-Genuss“ komplett neu aufzustellen. Darüber hinaus übernimmt die Stadt als Veranstalterin auch den in Rotenburg seit vielen Jahren äußerst beliebten Hökermarkt. „In diesem Fall wird sich konzeptionell für diesen Flohmarkt in der gesamten Innenstadt nicht viel ändern“, betont Roolfs, Leiter der Tourist-Info. „Wir denken allerdings darüber nach, organisatorisch an der einen oder anderen Schraube ein wenig zu drehen.“ Details dazu kann er noch nicht nennen, denn vor allem der „Heimat-Genuss“ erfordert bis in den Mai hinein große Aufmerksamkeit und jede Menge Zeit. Fakt ist, und das betont Roolfs ebenfalls, dass derartige Veranstaltungen den Organisatoren einiges abverlangen. Nicht nur, wenn es darum geht, ein gutes Programm zusammenstellen, sondern auch hinsichtlich der Einhaltung von Vorschriften. „Das hat deutlich zugenommen.“ Roolfs zeigt daher größtes Verständnis, wenn Vereine so etwas kaum noch zu leisten imstande sind. Da gehe es auch um versicherungsrechtliche Fragen.

Vollkommen allein kann beispielsweise auch die Kulturinitiative Rotenburg (Kir) die Nachfolge-Veranstaltung von „La Strada“ nicht stemmen. Unter dem Namen „On The ROWd Again“ soll es damit vom 2. bis zum 4. September nächsten Jahres losgehen – und dann immer im Wechsel mit „Laut & draußen“ alle zwei Jahre stattfinden. Auch bei „Laut & draußen“ auf dem Pferdemarkt ist die Stadt mit im Boot - im übernächsten Jahr.

„Wenn wir als Veranstalter die Fäden in die Hand nehmen, bedeutet das aber nicht, dass interessierte Ehrenamtliche außen vor bleiben müssen“, betont Roolfs. Er wisse deren großes Engagement in der Kreisstadt zu schätzen und sei immer froh, wenn diese sich mit einbringen möchten.

Das Problem für Vereine bestehe insbesondere darin, die Hauptverantwortung zu übernehmen. „Da haben wir es als Stadt wesentlich einfacher – mit unseren Versicherungen und mit unseren kurzen Wegen.“ Auch mit Blick auf den „Heimat-Genuss“ überlege man im Rathaus, an welchen Stellen freiwillige Helfer dabei sein können. „Es gibt ja viele Menschen auch in Rotenburg, die Lust haben, sich an so etwas zu beteiligen, ohne dabei gleich die große Verantwortung übernehmen zu müssen.“ Da sei man vollkommen offen.

Schon jetzt legt das Tourist-Info-Trio Wert darauf, dem „Heimat-Genuss“ einen deutlich regionalen Charakter zu verleihen. Das betreffe nicht nur die kulinarischen Angebote, sondern auch die Aktionen und Veranstaltungen, die für die zwei Tage Ende Mai 2022 ins Auge gefasst werden.

Für Auftakt-Samstag beim „Heimat-Genuss“ planen die Organisatoren zunächst ein Zeitfenster von 14 bis 19 Uhr für einen Markt und die vielen Mitmachaktionen. Von 19 Uhr an wird es auf der großen Bühne mit Livemusik weitergehen – dazu passend bleibt das Angebot an Speisen und Getränken selbstverständlich ebenfalls geöffnet. Roolfs plant eine Food-Getränke-Lounge auf dem neu angelegten Parkplatz, von wo aus es dann hinunter geht zu der Bühne. Die Mitmachaktionen sowie der Kunsthandwerkermarkt hingegen finden ihren Platz direkt am Heimathaus.

Für den Sonntag dieses Festes ist eine Öffnungszeit von 10 bis 17 Uhr vorgesehen. Auch dann wird sich viel auf der „lauten Bühne“ abspielen, aber es gibt ebene auch noch eine „leise Bühne“, auf der beispielsweise Samar Tannous und Gerd Hachmöller aus ihrem Buch „Kommt ein Syrer nach Rotenburg“ lesen werden. Für die große Bühne indes steht das Team der Tourist-Info mit dem Club „Just Jazz“ in Kontakt – auch der will sich einbringen.

„Wir sprechen hier über eine komplett neue Veranstaltung und damit verbunden über eine große Herausforderung“, betont Roolfs. Schon jetzt habe man mit rund 100 Anbietern und Ausstellern, aber auch schon mit Vereinen, Verbänden und Initiativen Kontakt aufgenommen. Parallel gehe es um Platzierung, um die Gestaltung des Veranstaltungsgeländes, und immer wieder auch um die Frage, an welchen Stellen sich der regionale Charakter festmachen lässt. Die Stiftung „mittendrin“ wird dabei sein, die Gästeführerinnen und -führer sind mit von der Partie, der Nabu will sich einbringen, Anja Schulenberg vom Umweltbildungszentrum ist mit von der Partie, ebenso der Kneipp-Verein und das Reparatur-Café. Der Waldkindergarten hat ebenfalls Lust, dabei zu sein, wie auch ein Binsenflechter und der Deutsch-Französische Partnerschaftsverein.

Gespräche hat es darüber hinaus mit dem Magazin-Team am Heimathaus gegeben, ein Belgier wird kommen und zeigen, was sich mit Seifenblasen alles zaubern lässt, und „Piano & Poetry“ wird ein Programmpunkt sein – und das alles zum Nulltarif. Benjamin Roolfs: „Wir planen mit einem Etat von 30 000 Euro – wir versuchen aber auch, noch den ein oder anderen Sponsor ins Boot zu holen.“ Das alles klingt nach einem Plan. Und das ist auch gut so, denn in einem halben Jahr muss alles stehen.

Dabei bleibt eine Ungewissheit bestehen: „Was wird in Sachen Corona sein?“ Diese Frage lässt sich wahrscheinlich erst relativ kurzfristig beantworten. „Vielleicht müssen wir das Gelände einzäunen, Kontrollen vornehmen“ Wichtiger seien jetzt aber erst einmal noch ein paar andere Punkte: „Wir brauchen einen Markenauftritt, ein Logo also, mit dem wir an die Öffentlichkeit gehen können.“ Darüber hinaus sei ein Marketing-Konzept erforderlich, es braucht Plakate, Flyer und ganz sicher auch Inhalte für die sozialen Medien. Aber: Das alles kommt für die Mannschaft der Tourist-Info oben drauf – bei allein 10 000 Besuchern, die jährlich deren Eingang passieren.

Aber manchmal sind es auch ganz banale Fragen, die im Team entstehe. So, wie in diesen Tagen: „Wie ist die Stromversorgung am Heimathaus? Reicht das aus? Oder muss noch nachgebessert werden?“ Für einen Verein wären das schwierige Punkte, verbunden mit möglicherweise hohen Kosten. Für die Stadt lässt sich auch so etwas wesentlich leichter klären.

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