Diakoniekrankenhaus stellt Bilder der an Lepra erkrankten Afghanin Wahida aus

Ein afghanisches Schicksal

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Die Besucher diskutierten angeregt über die ausgestellten Bilder und die Künstlerin – die Afghanin Wahida.

Rotenburg - Eine besondere Ausstellung ist seit gestern im Rotenburger Diakonieklinikum zu sehen. Zeichnungen und Bilder der jungen Afghanin Wahida sind im Foyer des Krankenhauses ausgestellt. 2006 war sie im Rahmen des Freibettfonds – das Kindern und Jugendlichen aus Dritte-Welt- Ländern eine Behandlung in Deutschland ermöglicht – ein Jahr lang Patientin in der Kreisstadt. Unter den Titel „Ein afghanisches Schicksal“ geht die Ausstellung noch bis zum 25. Juli.

Der Theologische Direktor des Krankenhauses, Matthias Richter, sagte bei der Eröffnung: „Auf diese Weise erhält der Freibettfonds endlich ein Gesicht.“ Er lobte die Arbeit der Beteiligten und merkte an, dass Verkaufserlöse direkt an die Afghanin gehen.

Die damals 8-jährige Wahida kam mit schweren Wunden und Infektionen an den Füßen in das Krankenhaus. Die Ursache war unklar, eine Amputation der Füße drohte. Später stellte sich heraus, dass sie an Lepra erkrankt war. Nach der Heilung kehrte sie wieder in ihre Heimatstadt Mazar-e-Sharif zurück.

Einige Zeit später brach die Krankheit wieder aus. Dr. Gerhard Strauch behandelt Wahida in Afghanistan und erfuhr dort von der Behandlung in Rotenburg. Allerdings konnte er eine Amputation nicht mehr verhindern. Sie schenkte ihm eine Handskizze, worauf Strauch sie zu weiterer Malerei ermunterte und den Kontakt zum Diakonieklinikum wieder herstellte.

Er bewundere ihre Stärke, ließ er die Ausstellungsbesucher in seiner Rede wissen. „Als Amputierte gilt sie in Afghanistan als wertlose Frau“, berichtete Strauch. Durch ihre Kunst schaffe sie es, sich und ihre Krankheit auszudrücken, obwohl Bildnisse von Menschen im Islam verboten sind. Im September wolle er wieder nach Afghanistan reisen und, so hofft er, ihr Geld aus verkauften Bildern mitbringen.

mro

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