„Sinus“ geht am Mittwoch in Betrieb

Diakonieklinikum eröffnet neues Schulungszentrum

Professor Michael Schulte und Dr. Judith Gal als Leiterin des Simulations-, Notfall- und Schulungszentrums am Diakonieklinikum präsentieren einen der Räume, in denen medizinisches und pflegerisches Fachpersonal geschult werden soll. 

Rotenburg - Von Guido Menker. Das Agaplesion Diakonieklinikum Rotenburg nimmt am Mittwoch ein neues Schulungszentrum in Betrieb. Unter der Leitung von Dr. Judith Gal ist das Simulations-, Notfall- und Schulungszentrum – kurz: „Sinus“ – in einem der Gebäude der ehemaligen Lungenklinik in Unterstedt entstanden.

Die schnelle Wiederbelebung von Patienten sollen alle Mitarbeiter lernen.

„Das, was wir hier machen, setzt sich aus drei Komponenten zusammen“, erläutert Professor Michael Schulte, Geschäftsführer und Ärztlicher Direktor am Diakonieklinikum. Simulation bedeute, es werde eben nicht am Patienten geschult, sondern an Puppen. „Das ist somit für den Patienten ungefährlich, letztendlich für ihn aber von Vorteil“, so Schulte.

Denn: Auch im Bereich des Krankenhauses stehe nicht immer gleich ein Notfallmediziner bereit, wenn ein Mensch gezielte Wiederbelebungsmaßnahmen benötige. Schulte: „Ein Defibrillator ist mittlerweile fast auf jedem Sportplatz zu finden – denn es geht um die ersten Minuten.“

Diese ersten Wiederbelebungsmaßnahmen sollten im besten Fall auch von Laien vorgenommen werden können. Und vor diesem Hintergrund plant das Diako, alle der mehr als 2 000 Mitarbeiter darin zu schulen. Dabei lernen sie nicht nur einen Defibrillator kennen, sondern können auch an einer Puppe die Herzdruckmassage üben. Diese Schulung setzt sich aus einem theoretischen sowie einem praktischen Übungsteil zusammen und dauert etwa zwei Stunden, sagt Schulte.

Puppe stellt Symptome und Erkrankungen dar

Neben der Komponente Notfallmedizin kommt auch noch das Schulungszentrum dazu, das mit den Möglichkeiten der Simulation gekoppelt ist. Damit wendet sich das Diako an das medizinische und pflegerische Personal. In einem speziellen Raum finden die Teilnehmer einen nahezu komplett ausgestatteten Intensiv-Behandlungsplatz vor. Im Bett liegt ebenfalls eine Puppe, mit deren Hilfe sich eine Vielzahl von Symptomen und Erkrankungen darstellen lässt, wie Judith Gal erklärt. „Dabei geht es dann auch um die Arbeit im Team und die Frage, an welchen Stellen sich Abläufe verbessern lassen“, fügt Schulte hinzu.

Die Teilnehmer erhalten Rückmeldung, können sich selbst beobachten, weil alles mit Kameras festgehalten wird. Dieses sich über ein bis zwei Tage erstreckende Programm bietet das Diakonieklinikum auch Arztpraxenteams aus der Region an, und wie Judith Gal berichtet, stehe sie bereits mit dem Rettungsdienst in Kontakt. Denn: „Es geht auch um die Schnittstellen zwischen ambulanter und stationärer Behandlung.“

Michael Schulte unterstreicht, dass es sich bei der Einrichtung eines Schulungszentrums um eine freiwillige Maßnahme handelt, „die auch nicht erlösträchtig ist“, aber eben sehr wichtig. Es sorge für noch mehr Patientensicherheit und höhere Behandlungsqualität, zugleich trage es zur Stärkung des Standortes bei. Das Diako gewinne unter den Mitarbeitern oder jenen, die es werden wollen, als Ausbildungsstätte an Attraktivität. Schulte: „Aus- und Fortbildung hat einen hohen Stellenwert.“

Das unterstreicht auch Judith Gal, die in mehreren Fachgesellschaften der Bereiche Notfallmedizin und Simulation unterwegs ist. Sie selbst hat an einem Positionspapier mitgearbeitet, in dem sie für die klinische Notfallmedizin die Implementierung der Simulation in die Weiterbildung fordert. Schulte: „Von der Ausstattung her ist unser Schulungszentrum in Norddeutschland relativ einzigartig.“

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