Medizinerin beginnt während der Corona-Krise Arbeit auf Wangerooge

Vom Diako auf die Insel

Medizinerin Annick Goltz wagt das Abenteuer Nordseeinsel als Hausärztin. Foto: dpa

Wangerooge/Rotenburg – Auf der drängenden Suche nach einem Hausarzt hat sich die Nordseeinsel Wangerooge an die Öffentlichkeit gewandt – im Radio hörte Annick Goltz den Aufruf und beginnt nun mitten in der Corona-Krise die Arbeit dort. „Ich habe eigentlich gedacht, ich komme hierher, es sind Osterferien und es ist richtig viel zu tun. Im Prinzip ist es hier einfach nur leer“, sagte Goltz zur Eröffnung der Praxis in der vergangenen Woche. Ein Touristen-Verbot soll helfen, das Gesundheitssystem auf der Insel mit rund 1 300 Einwohnern im Kreis Friesland nicht zu überlasten.

Zuletzt praktizierte nur ein Kassenarzt – kein tragbarer Zustand, wie Goltz erklärte. „Im Prinzip ist es so, dass man Hausarzt, Notarzt und Bereitschaftsdienst in einer Person ist.“ Die Bereitschaften wird sich die 40-Jährige mit dem anderen Arzt im wöchentlichen Wechsel teilen. Trotz der hohen Arbeitsbelastung fiel die Entscheidung zugunsten der Insel aus: Goltz beendete ihre Arbeit als hausärztliche Betreuung im Agaplesion Diakonieklinikum Rotenburg. „Als Hausarzt sieht man die Patienten viel häufiger, als ich sie im Krankenhaus sehe. Man begleitet sie durch ihre Krankheiten, durch ihre schlechten Zeiten, vielleicht auch durch die schönen.“

Goltz brachte einen Mann und eine acht Jahre alte Tochter mit, welche sich riesig über das neue Zuhause mit Meer und Strand freue. Dort leben, wo andere Urlaub machen – das sei natürlich auch ein Grund für den Umzug gewesen, so die Ärztin. Angesichts von Corona wollte sie diesen keinesfalls verschieben. „Ich gehe davon aus, dass wir Fälle kriegen werden. Wir werden versuchen, die Leute so früh wie möglich zu diagnostizieren und sie zu isolieren.“ Notfälle würden aufs Festland geflogen.

Die Insel selbst ist derzeit damit beschäftigt, an den Stränden Sand aufzuschütten. Die Sturmflutschäden werden aber nur reduziert behoben: Abschnitte fallen dieses Jahr flacher oder schmaler aus, wie Bürgermeister Marcel Fangohr berichtet. Die gesamten Umsatzeinbußen für die Saison schätzt er auf mindestens zehn Millionen Euro.  dpa

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