„EMRAM-Stufe 6“ für Agaplesion

Diakonieklinikum digital auf hohem Niveau

Olaf Abraham (v.l.), Detlef Brünger und Claus-Peter Thomsen vom Agaplesion sind stolz auf den erreichten Zertifizierungsgrad.

Rotenburg - Das Agaplesion Diakonieklinikum Rotenburg habe sich einer besonderen Herausforderung gestellt: Durch die internationale Zertifizierungsgesellschaft „HIMSS Analytics“ hat das Klinikum den Reifegrad der digitalisierten Prozesse rund um den Patienten prüfen lassen. Das geht aus einer Pressemitteilung des Krankenhauses hervor.

Das Ergebnis ist die „EMRAM-Stufe 6“. Das ist derzeit der höchste Reifegrad, den deutsche Krankenhäuser erreicht haben. Das Diakonieklinikum Rotenburg sei somit aktuell eines von nur zwei Krankenhäusern in Deutschland auf diesem hohen Niveau.

„Der Agaplesion-Konzern verfolgt seit Jahren eine ausgeprägte Digitalisierungsstrategie. Dahinter steht unser Anspruch, durch digitalisierte Prozesse die Patientensicherheit zu verbessern“, erklärt Oliver Fabry, Leiter der Informationstechnologie (IT) vom Agaplesion Diakonieklinikum. „Ich freue mich sehr, dass wir diese Strategie hier in Rotenburg so umfassend umsetzen konnten und dies von der renommierten Zertifizierungsstelle nun auch testiert wurde“, ergänzt Detlef Brünger, Geschäftsführer des Diako.

Skala beschreibt Digitalisierungsgrad

„HIMSS Analytics“, ein Tochterunternehmen der US-amerikanischen „Healthcare Information and Management Systems Society“ (HIMSS), habe es sich zum Ziel gesetzt, den verschiedenen Akteuren im Gesundheitswesen Entscheidungen auf Basis valider Daten zu erleichtern. 

Ein Mittel dazu sei „EMRAM“, das „Electronic Medical Record Adoption Model“. Es beschreibt auf einer achtstufigen Skala von null bis sieben die IT-Durchdringung und somit den Digitalisierungsgrad eines Krankenhauses anhand der bestehenden elektronischen Patientenakte und ergänzender IT-Systeme, erklärt die Pressestelle des Agaplesion das System.

Leuchtturm in der Krankenhauslandschaft

Eine Einrichtung, die die sechste Stufe erreichen will, müsse ihre Prozesse weitgehend digitalisiert haben, also papierlos arbeiten. Dieser Herausforderung hat sich das Diakonieklinikum in Rotenburg erfolgreich gestellt. „HIMSS Analytics“ nennt das Klinikum im Validierungsbericht einen „Leuchtturm in der Krankenhauslandschaft“.

Voraussetzung sei, dass alle am Behandlungsprozess beteiligten Berufsgruppen ihre Dokumentation in einem System erfassen und aus ihm alle relevanten Informationen zur Entscheidungsunterstützung erhalten. Mehr als 1 000 Ärzte und Pflegekräfte des Klinikums wurden innerhalb kürzester Zeit geschult und in neue Arbeitsabläufe unter Nutzung der neuen Technologien eingeführt. Die medizinischen Daten aus zehn Abteilungssystemen und von mehr als 60 Medizingeräten werden im zentralen Klinischen Informationssystem gebündelt und auch mobil auf derzeit 450 „iPads“ zur Verfügung stellt, heißt es weiter in dem Presseschreiben. Dieser Prozess werde stetig weiterentwickelt.

Informationstechnische Herausforderung

„Der Schlüssel zum Erfolg für die digitale Patientendokumentation und die nun erfolgte Validierung liegt im Teamgeist der Projektgruppe und aller beteiligten Berufsgruppen im Haus“, sagt Olaf Abraham, Pflegedirektor im Diakonieklinikum. „Ohne den Willen zu durchgreifenden Innovationen und die Überzeugung, einen echten Mehrwert für unser Klinikum zu schaffen, hätten wir das Projekt auf diesem Niveau nicht stemmen können.“

Digitale Transformation ist laut Claus-Peter Thomsen, Bereichsleiter IT, eine informationstechnische Herausforderung, die neben der IT-Abteilung von allen Bereichen eines Klinikums gelebt werden muss.

Als zentrales Klinikinformationssystem setzt das Agaplesion das „iMedOne“, eine Software der „Telekom Healthcare Solutions“, ein, in das derzeit Daten aus zehn Subsystemen einfließen. In Zusammenarbeit mit dem Software-Haus wurde eine schlanke, auf „iPads“ basierende Lösung für den elektronischen Arzneimittelversorgungsprozess entwickelt. 

Wunddokumentation via „iPad“

„Wir gratulieren dem Diakonieklinikum Rotenburg zur erfolgreichen Zertifizierung. Anwender erleben im klinischen Alltag, wie Entscheidungsunterstützung mithilfe unserer Software erfolgreich direkt in der Behandlung von Patienten eingesetzt wird“, erklärt Arndt Lorenz, Geschäftsführer der „Telekom Healthcare Solutions“.

Auch die mobile Wunddokumentation, die Bilder via „iPad“ direkt an den Behandlungsfall im Krankenhausinformationssystem (KIS) hängt, sowie die Möglichkeit, mobil auf Laborwerte, Dokumente, Verlaufsdokumentation und Bilder zuzugreifen, haben das Klinikum in puncto digitaler Patientenakte in der Kitteltasche erheblich nach vorne gebracht, heißt es weiter.

„Wichtigstes Ziel ist es jetzt, sich nicht auf den Lorbeeren einer langjährigen Arbeit auszuruhen, sondern den Status zu halten und insbesondere unter dem Aspekt der Patientensicherheit ständig weiter zu entwickeln, um für die Anforderungen der Zukunft gerüstet zu sein. Dabei darf man die Mitarbeiter, die diesen Prozess wesentlich mitgestalten, nicht vergessen“, erläutert Claus-Peter Thomsen die weitere Entwicklung. - jo

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