DFB-Manager Oliver Bierhoff in Rotenburg – weil sein Schatzmeister ruft …

„Kreative Leute am Werk“

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DFB-Manager Oliver Bierhoff (Mitte) stand Sportredakteurin Mareike Ludwig Rede und Antwort.

Rotenburg - Von Mareike Ludwig. So viele Fußballschuhe hat Oliver Bierhoff wahrscheinlich nicht so oft in der Hand. Etliche Nachwuchskicker des JFV Rotenburg umlagerten den Manager der deutschen Nationalmannschaft, um ein Autogramm zu ergattern. Der Ex-Profi war auf Einladung des DFB-Schatzmeisters Reinhard Grindel in die Wümmestadt gekommen. Von der Ahe-Sportanlage zeigte sich Bierhoff begeistert. Im Interview spricht der 46-Jährige offen über die Wichtigkeit der Talentförderung.

Herr Bierhoff, wie ist Ihr erster Eindruck von den hiesigen Plätzen?

Oliver Bierhoff: Ich komme gebürtig aus dem Ruhrgebiet. Dort wäre diese Anlage ein echter Luxus. Die Rasenplätze sind sehr gepflegt, alles ist sehr weitläufig. Mir gefällt es hier wirklich sehr gut. Mein erster Eindruck war sofort positiv.

Wie ist es überhaupt zu Ihrem Besuch in Rotenburg gekommen?

Bierhoff: Wenn mein Schatzmeister ruft, komme ich aus der Nummer nicht raus (lacht). Herrn Grindel war es ein Anliegen, mir seinen Heimatverein vorzustellen. Wir als Nationalmannschaft müssen sehen, an die Basis heranzukommen. Bei rund 26000 Vereinen ist es natürlich nicht sehr leicht.

Sie sprechen das Thema Nachwuchs schon an. Als wie wichtig würden Sie denn persönlich die Förderung bezeichnen?

Bierhoff: Als sehr, sehr wichtig. Alle Spieler haben schließlich irgendwann einmal so klein angefangen. Das Talent alleine reicht nicht aus, die Fähigkeiten kommen schließlich nicht von alleine. Im Vordergrund sollte in jungen Jahren aber natürlich immer der Spaß stehen.

Was halten Sie von der Idee des JFV Rotenburg, sowohl auf den Leistungs- als auch den Breitensport zu setzen?

Bierhoff: Das Konzept scheint mir sehr durchdacht. Wichtig ist, dass kreative Leute am Werk sind, den Eindruck habe ich hier bekommen. Die Voraussetzungen sind durch die tolle Anlage vorhanden.

Durch die Einführung von Ganztagsschulen haben die Vereine mehr und mehr mit einem Rückgang zu kämpfen. Sehen Sie das auch als Problem an?

Bierhoff: Die Problematik kommt mit der Zeit auf jeden Fall verstärkt auf die Vereine zu. Gerade ländlichere Clubs müssen sich Gedanken darüber machen, wie Schule und Sport kombinierbar sind. Durch die längeren Schulzeiten wird es nicht einfacher.

In der vergangenen Woche gastierte der Hamburger SV in Rotenburg. Kann Ihr Ex-Verein den ersten Bundesliga-Abstieg noch verhindern?

Bierhoff: Irgendwie glaube ich daran. Trotz der schon sehr langen Negativserie sind die Hamburger noch dicht an den Nichtabstiegsplätzen dran. Es ist also noch alles möglich, denn manchmal reicht schon eine Initialzündung aus. Mein Vermögen würde ich auf den Klassenerhalt aber nicht verwetten (lacht).

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