Deutlich mehr Anträge auf kleinen Waffenschein / Pfefferspray gefragt

Bürger rüsten vermehrt auf

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Der kleine Waffenschein wird beliebter – die Bürger scheinen verunsichert.

Rotenburg - Von Corvin Borgardt. Die Vorfälle aus der Silvesternacht und die Folgen: Das Ordnungsamt des Landkreises verzeichnet eine deutliche Steigerung der Anträge auf den so genannten kleinen Waffenschein.

Die Angriffe auf Frauen in Köln und in anderen deutschen Großstädten haben das Sicherheitsgefühl der Nation offenbar stark verändert. Bundesweit beantragen immer mehr Menschen den kleinen Waffenschein – auch im Landkreis Rotenburg. Seit Jahresbeginn gingen bislang beim Ordnungsamt des Landkreises 29 Anträge ein. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2015 waren es lediglich 43 Anträge.

Noch deutlicher wird der sprunghafte Anstieg beim Blick auf den Vergleichsmonat des Vorjahres. Im Januar 2015 wurde im Landkreis nicht ein einziger kleiner Waffenschein beantragt. Allein im Januar dieses Jahren waren es hingegen 22 – zwölf davon im Südkreis, die übrigen zehn im Norden des Landkreises.

Den kleinen Waffenschein brauchen Bürger, die Schreckschusswaffen mit sich führen wollen – also Waffen, die nicht wirklich scharf sind, aber einen lauten Knall verursachen. Eine Schreckschusswaffe kann jeder kaufen, der 18 Jahre oder älter ist. Allerdings dürfen diese Waffen nur auf dem eigenen Grundstück getragen werden – und nicht in der Öffentlichkeit. Dafür müsste wiederum der kleine Waffenschein vorliegen.

Dass es in der Bevölkerung offensichtlich einen erhöhten Bedarf an Waffen zur Selbstverteidigung gibt, registriert man zum Beispiel auch im Bremervörder Fachgeschäft von Büchsenmacher Frank Kedor. Dort werden zurzeit deutlich mehr Schreckschusswaffen verkauft. Pfefferspray ist mittlerweile sogar ausverkauft, Kunden werden auf einer Warteliste notiert.

„Wir finden diese Entwicklung erschreckend“, sagt Heiner van der Werp, Sprecher der Polizeiinspektion Rotenburg. Im Ernstfall würden vermutlich die wenigsten mit Pfefferspray oder Schreckschusswaffe richtig umgehen können. Hilfreicher, so van der Werp, sei ein selbstbewusstes Auftreten, um gar nicht erst zum Opfer zu werden. Apropos Opfer: Auch wenn sich das Sicherheitsgefühl der Menschen im Landkreis nach den Ereignissen der Silvesternacht offensichtlich verändert hat, in Sachen Kriminalität gibt es im Landkreis keine gravierende Veränderung. „Im Landkreis Rotenburg ist bislang kein Fall wie in Köln angezeigt worden“, sagt Heiner van der Werp.

bz

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