Detlef und Sabine Reinicke aus Abbendorf engagieren sich als Robben- und Vogelschützer

Lebensretter auf Helgoland

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Diese Robbe hat sich in einem Fischernetz verfangen. Das Tier wurde gerettet.

Abbendorf - Von Heinz Goldstein. Detlef Reinicke, Rechtspfleger im Ruhestand aus Abbendorf, liebt die Natur. Gerne erinnert er sich an die Zeit, als er als Seemann alle Weltmeere bereiste. Bei seinen Fahrten hatte er immer wieder Gelegenheit, seinem Hobby, der Ornithologie und da ganz besonders See- und Küstenvögel, zu frönen.

Detlef Reinicke ist passionierter Tierschützer.

Später weitete sich sein Interesse dann auf Seehunde sowie Kegelrobben aus und seit einigen Jahren kam der Umweltschutz hinzu. Jährlich ist er mindestens einmal für einen längeren Zeitraum im Auftrag des Vereins „Jordsand zum Schutze der Seevögel und der Natur“ im Norden Deutschlands unterwegs. Seine Ehefrau Sabine, (Direktorin am Amtsgericht Achim), die inzwischen dieses Engagement ihres Mannes für die Natur auch für sich entdeckt hat, begleitet ihn oft bei seinen Exkursionen. Schon mehrmals war Detlef Reinicke auf der Nordseeinsel Helgoland als Robben- und Vogelwart eingesetzt. Ein großes Problem dort sind die Robben, die sich beim Tauchen im Meer in alten Fischernetzen verfangen haben und sich auf die große Düne vor der Insel retten. Um die Tiere von den Fesseln zu befreien, gehört eine gehörige Portion Erfahrung und Wissen über das Verhalten der Tiere dazu. „Auch das Wetter macht uns oft zu schaffen“, so Reinicke. Der vom Wind aufgepeitschte Sand wirke wie Nadelstiche auf der Haut und erschwere die Arbeit, berichtet der Naturschützer über die Rettungseinsätze.

In solchen Situationen beobachte er zunächst die Tiere, die zumeist von der Herde gemieden werden. „Hat sich ein Seil erst einmal um den Hals der Robbe gelegt, ist keine Nahrungsaufnahme mehr möglich“, erklärt der Abbendorfer.

Sabine Reinicke auf der Düne direkt vor Helgoland.

Zur Rettung solcher Tiere hole er sich dann Unterstützung durch einen erfahrenen „Seehundjäger“ von der bewohnten Felseninsel. „Die Bezeichnung Seehundjäger stammt noch aus der Zeit, als diese Säugetiere des Meeres noch bejagt werden durften“, sagt der Pensionär. Heute sind die Jäger als Heger im Einsatz. „Um die Robben aus ihrer gefährlichen Lage zu befreien, müssen wir uns heranpirschen, damit das Tier nicht flüchtet. Außerdem könnten sie beißen“, weiß der Tierschützer. Zum Einfangen werde dann ein kescherartiges Netz benutzt, dass der Robbe über den Kopf gestreift wird. Dann muss alles sehr schnell gehen: Das Seil wird entfernt und die Robbe sofort wieder freigelassen. „Wenn auch ziemlich entkräftet, haben die Robben dennoch eine große Überlebenschance.“

Im Felsen ist keine Rettung der Vögel möglich.

Aber nicht nur für die Robben sind die zerrissenen Netze eine Gefahr. Der größte in den Felsen brütende Seevogel, der Basstölpel benutzt die Platsikreste als Nistmaterial. Dadurch hängen viele Schlingen an den Felsen herunter. „Von anderen Seevögeln, die dort vorbeifliegen werden die nicht wahrgenommen. Nicht selten verfangen sich die Tiere darin und gehen elendig zugrunde. Hier haben wir Naturschützer keine Möglichkeit mehr, zu helfen“, erklärt Reinicke. Anfang Juni ist die Zeit des sogenannten „Lummensprungs“. Diese Seevögel halten sich nur zur Brutzeit an Land auf. Junge Trottellummen, die noch nicht flugfähig sind, stürzen sich im Alter von rund drei Wochen von den Klippen und verlassen mit dem dort rufenden männlichen Elternteil sofort den Inselbereich, berichtet Reinicke. „Der Vater übernimmt dann die alleinige Versorgung“, so der Vogelschützer.

Die Jungen, die das Wasser nicht erreichen, werden von Naturschützern des Vereins Jordsand in Kooperation mit den Mitarbeitern der Vogelwarte aufgenommen, beringt, vermessen und behutsam ins Wasser gesetzt.

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