Wettermann verspricht sonnige Tage – aber der Winter könnte zurückkehren

Der Vorfrühling kommt mit Macht

Der Frühling kündigt sich an, aber es ist möglich, dass sich auch der Winter noch einmal bei uns meldet.
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Der Frühling kündigt sich an, aber es ist möglich, dass sich auch der Winter noch einmal bei uns meldet.

Rotenburg – Sonnenbrille statt Winterjacke: So lautet das Motto für die kommenden Tage. Mit einem Temperatursprung von rund 35 Grad hat der Vorfrühling die arktische Kälte innerhalb von nur einer Woche ins Abseits gedrängt. Wurden am vergangenen Wochenende in Rotenburg und umzu noch minus 15 Grad bis minus 18 Grad gemessen, können wir uns von Sonntag bis Donnerstag – nach frischen Nächten – auf sonniges, trockenes und 16 bis 18 Grad warmes Vorfrühlingswetter freuen.

Ursache ist ein umfangreiches Tief über dem Nordostatlantik, das extrem warme Luft aus Spanien und Nordafrika nach Norddeutschland lenkt, wodurch sogar die bisherigen Februarrekorde ins Wanken geraten (Rotenburg 17,7˚C/16. Feb. 2020). So können wir bei einem schwachen bis mäßigen Wind um Süd auf Balkon und Terrasse schon mal an eine Tasse Kaffee oder die eine oder andere Grillwurst denken.

Aber Achtung: Schnee und Eis sind noch lange nicht vom Tisch. Einige Wettermodelle deuten in der ersten Märzwoche die Rückkehr vom Polarexpress an. Dabei ist auch eine neuerliche Grenzwetterlage quer über Norddeutschland mit intensiven Schneefällen möglich.

Heftige Wetterwechsel im Frühjahr sind nichts Ungewöhnliches. Man denke nur an den typischen „Märzwinter“, die frühsommerliche Wärme rund um den 20. April oder die berüchtigten Eisheiligen Mitte Mai. Im Februar sind extreme Gegensätze wie in der vergangenen Woche allerdings sehr selten. Man muss schon bis ins Jahr 1966 zurückgehen, um auf einen vergleichbaren Temperaturanstieg von 35 Grad sogar in nur fünf Tagen zu treffen.

Wetterkapriolen dieser Art beziehen ihre Dynamik aus enormen Temperaturgegensätzen zwischen dem Polargebiet und den Subtropen. Diese sind im Frühjahr am größten, weil die Kaltluftproduktion in der Arktis erst am Ende der Polarnacht, also im März, ihren Höhepunkt erreicht. Gleichzeitig hat sich die Luft über Afrika schon deutlich erwärmt. Bei nord-/südlichen Wetterlagen können die extrem temperierten Luftmassen über Mitteleuropa direkt aufeinanderprallen und im Bereich scharfer Fronten heftige Unwetter und Temperaturumschwünge auslösen.

Und wie geht es mit dem Frühjahr weiter? Blickt man auf die langfristigen Trends der führenden internationalen Klimamodelle, wird einem nicht gerade warm ums Herz. Das Modell des amerikanischen Wetterdienstes „NOAA“ prognostiziert nur verhaltene Frühjahrswärme. Das gilt vor allem für den März, der wohl noch ein spätwinterliches Erbe aus Osten abzuarbeiten hat. Auch April und Mai könnten in Norddeutschland frischer ausfallen als uns lieb ist, allerdings bei recht viel Sonnenschein. Das Europäische Zentrum für Mittelfristvorhersage zeigt sich hinsichtlich der Wärme optimistischer. Über beiden Modellen schwebt allerdings die Trockenheit, die wahrscheinlich auch in diesem Frühjahr das bestimmende Thema sein wird.  rz

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