Der Rotenburger Ausbildungsmarkt ist noch in Bewegung

Noch viele freie Stellen

Der Job als Koch zählt derzeit unter die Top Ten der beliebtesten Berufswünsche unter jungen Menschen.
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Der Job als Koch zählt derzeit unter die Top Ten der beliebtesten Berufswünsche unter jungen Menschen.

Rotenburg – Für einen Ausbildungsbeginn ist es in diesem Jahr noch nicht zu spät. Wer also den Gedanken erwägt, kann sich beispielsweise auf der Seite der Agentur für Arbeit Stade, die auch für den Landkreis Rotenburg zuständig ist, oder beim Jugendberufszentrum des Landkreises umsehen und findet noch viele freie Stellen. 517 sind es in ihrer Liste derzeit, erklärt zum Beispiel Dagmar Froelich, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Stade

Dabei hat es, so die Agenturchefin, sogar einen Zuwachs an möglichen Plätzen gegeben. Denn insgesamt hätten die Unternehmen in der Region in diesem Jahr 1 250 freie Stellen gemeldet – das sind 2,5 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Damit steht Rotenburg sogar besser da als der Gesamtbezirk, zu dem noch die Landkreise Stade und Cuxhaven gehören. Um drei Prozent ist da insgesamt das Angebot gesunken.

Der Ausbildungsmarkt ist noch in Bewegung und die Chancen, für dieses Jahr noch einen Ausbildungsplatz im Handwerk zu bekommen, relativ gut.

Matthias Steffen, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade

Auch die Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade zieht ein positives Zwischenfazit in der Jahresmitte: Mit 1 689 neuen Ausbildungsverträgen im Gesamtbezirk liegt die Zahl der neuen Lehrlinge elf Prozent über dem Vorjahr, heißt es. „Das ist eine erfreuliche Tendenz, die zeigt, dass das Handwerk trotz der durch die Pandemie erschwerten Suche nach Auszubildenden nicht in seiner Ausbildungsleistung nachlässt“, sagt Matthias Steffen, stellvertretender Hauptgeschäftsführer. „Der Ausbildungsmarkt ist noch in Bewegung und die Chancen, für dieses Jahr noch einen Ausbildungsplatz im Handwerk zu bekommen, relativ gut.“ Das teilt auch der Landkreis mit, der dabei auf sein Jugendberufszentrum verweist.

Es gehen auch geburtenstarke Jahrgänge aus der Erwerbstätigkeit in die Rente, nennt der Landkreis einen Grund für noch viele offene Stellen. Gleichzeitig hat sich die Nachfrage unter jungen Menschen nach einer Ausbildung verringert. „Um mehr als acht Prozent“, so Froelich. Auch hier grenzt sich Rotenburg wieder etwas ab, verzeichnet eine verringerte Nachfrage um sechs Prozent.

Seit fast anderthalb Jahren bestimmt die Pandemie sowohl das gesellschaftliche als auch das wirtschaftliche Leben massiv. „So musste auch der Ausbildungsmarkt Einbußen verkraften“, sagt Froelich. Der Rückgang insgesamt sei aber nach ihrer Ansicht nicht gänzlich nur auf die Pandemie zu schieben. Auch vorher hatte es bereits in bestimmten Bereichen längst Nachwuchsmangel gegeben – die Pandemie hat das nur noch verstärkt.

In einigen Berufen suchen Ausbilder oft händeringend Azubis. Im Flächenlandkreis Rotenburg kommt bei einigen Ausbildungsstätten der erschwerte Arbeitsweg hinzu. Die Erreichbarkeit ist nicht immer gegeben, öffentliche Verkehrsmittel sind gerade zwischen den Dörfern nicht immer so unterwegs, wie es die Azubis bräuchten – eine Herausforderung, nicht jeder hat im jungen Alter schon ein eigenes Auto und ist mobil.

Unter den Top Ten der freien Ausbildungsplätze mit Stand Ende Juli finden sich beispielsweise Verkäufer, Fachkräfte für Lagerlogistik, Bäckereifachverkäufer, Kfz-Mechatroniker und Elektroniker. Dabei sind die Berufswünsche vieler Jugendlicher ähnlich gelagert: Einzelhandel, Lagerlogistik, kaufmännische Berufe. Auch Tischler und Köche finden sich unter den ersten zehn Plätzen.

Doch viele Schulabgänger konzentrierten sich mittlerweile vermehrt auf höhere Bildungsabschlüsse. Aber: „Passungsprobleme am Ausbildungsmarkt nahmen auch zu, weil viele Maßnahmen zur Berufsorientierung und zur Zusammenführung von Angebot und Nachfrage nicht oder nur eingeschränkt stattfinden konnten“, erklärt Froelich. So konnten viele Schulabgänger oder die, die es bald sein werden, lange keine Praktika machen. Kontakte in die Berufswelt sind so blockiert, erklärt der Landkreis. Viele Betriebe ermöglichten mittlerweile aber wieder Praktika in Präsenz und suchen Nachwuchskräfte. „Wartesemester in einem weiteren Schuljahr sind nicht notwendig“, so Gregor Stein, der Leiter des landkreiseigenen Jobcenters. Seiner Ansicht nach können Ausbildungsplätze noch bis weit in den Oktober zustande kommen.

Grundsätzlich sei ein späterer Einstieg in eine Ausbildung immer möglich. So könne versäumter Berufsschulstoff meist gut nachgeholt werden. Wer nicht auf das nächste Ausbildungsjahr warten möchte, kann daher laufend den Stellenangebotsmarkt im Auge behalten. „Neben kurzfristig entschiedenen Last-Minute-Ausbildungsplätzen bieten Betriebe frei gewordene Stellen, zum Beispiel wegen Kündigung, zur sofortigen Besetzung an“, sagt Froelich.

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