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Der neue General aus Rhadereistedt: CDU wählt Marco Mohrmann

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Von: Michael Krüger

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Glücklich: Die niedersächsische CDU hat mit Marco Mohrmann einen neuen Generalsekretär.
Glücklich: Die niedersächsische CDU hat mit Marco Mohrmann einen neuen Generalsekretär. © dpa

Marco Mohrmann aus Rhadereistedt ist neuer Generalsekretär der niedersächsischen CDU. Eine deutliche Mehrheit der Delegierten stimmte am Samstag bei einem Landesparteitag in Braunschweig für ihn - einen Gegenkandidaten gab es nicht. Seine Amtszeit beträgt vier Jahre.

Braunschweig/Rotenburg – Am Tag danach kümmert sich Marco Mohrmann nicht um die Partei, sondern um seine Schafe. Rund 30 hält der 49-jährige Christdemokrat auf seinem Hof in Rhadereistedt. Mit seinen beiden Söhnen markiert er ein paar Jungtiere. „Ich muss auch mal durchpusten“, sagt Mohrmann. Die Zeit dafür dürfte in der nächsten Zeit deutlich knapper werden. Seit Samstag ist Mohrmann neuer Generalsekretär der niedersächsischen CDU: Es gibt viel zu tun.

Abgrenzung von der AfD

An der Seite des Vorgängers im Amt, Sebastian Lechner, der auf dem Parteitag in Braunschweig zum Vorsitzenden der Landespartei gewählt worden ist, war Mohrmann in den vergangenen Wochen viel unterwegs. Der Agraringenieur, der seit 2017 im Landtag sitzt, wollte hineinhorchen in die Partei, an der Basis die Stimmung einfangen. In Berlin und Hannover nicht mehr in Regierungsverantwortung, muss sich die CDU ein Stück weit neu erfinden. Mohrmann nennt das „den Markenkern herausstellen“, klare Positionen beziehen. „Wir müssen dabei weniger an potenzielle Koalitionspartner denken“, betont er und denkt dabei vor allem an die Grünen. Zur CDU gehöre auch „Konservatismus“.

Dass die AfD sich heute als Nachfolgerin der „alten CDU“ darzustellen versuche, sei Blödsinn. Wer den russischen Angriffskrieg in der Ukraine relativiere, wer den Euro abschaffen will, wer an Europa zweifelt oder die Coronapandemie nicht ernst nehme, sei als Partei nicht wählbar: „Das ist nicht konservativ, das ist auch nicht die CDU von früher. Das ist schlicht und ergreifend blauer Unfug. Damit haben wir nichts am Hut, und das ist ganz sicher keine Alternative“, so Mohrmann, der auch Kreisvorsitzender der CDU ist, in seiner Rede auf dem Parteitag. Während dieser habe er gemerkt, „dass ich den Saal abhole“. 95,3 Prozent der Delegiertenstimmen erhielt er. Einen Gegenkandidaten gab es nicht. Seine Amtszeit beträgt vier Jahre.

Große Aufgabe Strukturreform

Die wichtigste Aufgabe gab ihm sein neuer Parteichef Lechner gleich mit auf den Weg – eine Strukturreform der Partei: „Da hat der Generalsekretär einen klaren Auftrag, dass wir uns so aufstellen, dass wir Kampagnen- und Wahlkampfsieger werden. Es geht um Geschäftsstellen, Strukturen, wie gestalten wir die Finanzflüsse.“ Dass der neue General der Partei aus dem Landkreis Rotenburg kommt, sieht Landtagskollege Eike Holsten übrigens durchaus als Vorteil für die Region: „Er ist jetzt Manager unseres künftigen Erfolgs und wird die Niedersachsenunion als moderne Volkspartei aufstellen. Wir profitieren künftig mehr noch als heute von seiner Vernetzung im Land und seinem Einfluss in der Partei.“ Dass das alles viel Arbeit ist und Zeit kostet, weiß Mohrmann. „Ich muss strammer ran“, sagt er beim Telefonat im Schafstall. Sein Bürgermeisteramt in seiner Heimatgemeinde gibt er deswegen im Frühjahr nach sechseinhalb Jahren ab.

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