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Touristikverband: Landrat übernimmt Vorsitz

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Von: Guido Menker

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Udo Fischer (l.) und Marco Prietz freuen sich auf ihre künftige Zusammenarbeit.
Udo Fischer (l.) und Marco Prietz freuen sich auf ihre künftige Zusammenarbeit. © Menker

Landrat Marco Prietz soll die Nachfolge von Hartmut Leefers als Vorsitzender des Touristikverbandes Landkreis Rotenburg antreten. Die Wahl ist für Mittwochnachmittag vorgesehen – und sie gilt als sicher.

Rotenburg – Erstmals seit 20 Jahren wird der Touristikverband Landkreis Rotenburg wieder einen Landrat als Vorsitzenden haben. Marco Prietz steht heute bei der Mitgliederversammlung im Haus am Luhner Forst zur Wahl – das grüne Licht der Mitglieder gilt als sicher. Neben ihm hat der Kreistag Franziska Kettenburg (ebenfalls CDU) für die Vorstandswahlen nominiert.

„Tourismus, Freizeit und Kultur sind für mich ganz wichtige Themen“, sagt Prietz am Tag vor der Versammlung. Der Tourismus sei zwar ein weicher, aber wichtiger Standortfaktor und habe nicht nur für auswärtige Gäste, sondern eben auch für die Landkreis-Bewohner eine große Bedeutung. „Das Leben ist mehr als nur arbeiten – die Menschen hier vor Ort wollen sich wohlfühlen und Spaß haben“, sagt Prietz. Und genau darum bemüht sich der Touristikverband. Marco Prietz: „Sein Engagement finden auch die Einheimischen gut.“

Die Arbeit des vierköpfigen Teams mit Geschäftsführer Udo Fischer an der Spitze leiste wertvolle Arbeit „auf höchstem Niveau“. Die Vielfalt sei „gewaltig“, und allen voran die in den letzten Jahren etablierten 24 Nordpfade hätten eine „enorme Strahlkraft“, findet Prietz.

Fischer selbst weiß genau, was der Landrat damit meint: „Die Nordpfade haben für eine Verbindungsklammer im Landkreis gesorgt und etwas zur Identifikation für die Bürger geschaffen.“ Darüber hinaus habe das Angebot in Sachen Flachlandwandern gerade in der Corona-Zeit einen zusätzlichen Schub erhalten. Die Menschen im Landkreis, aber auch viele auswärtige Gäste hätten die Nordpfade genutzt, um einfach mal rauszukommen.

Den Menschen ging es besonders in der Pandemie um Entschleunigung, Achtsamkeit sowie Gesundheit – und das alles finden sie im Landkreis Rotenburg mit seinen Wäldern, Mooren, Seen, Flüssen und gemütlichen Dörfern. „Corona hat uns wirklich in die Hände gespielt“, erklärt Fischer. Er legt den Mitgliedern heute einen ausführlichen Geschäftsbericht vor und wird außerdem über den Haushaltsentwurf sprechen.

Im Haus am Luhner Forst kommt Mittwochnachmittag allerdings noch ein wichtiges Thema auf den Tisch: die Digitalisierung. Mit der landkreisweiten Datenbank hat sich der Touristikverband neu aufgestellt, zeitgemäß zudem und damit so, dass die touristischen Angebote noch besser als bisher sichtbar werden. Zum Beispiel auf der neuen Website www.nordwaerts.de, aber in Zukunft auch auf den Seiten der Kommunen, die als Datenbank-Partner mit im Boot sitzen. Künftig werden diese Daten auch niedersachsen- und deutschlandweit sowie von App-Anbietern genutzt. Übernachtungs- und Gastronomiebetriebe, Touren, Sehenswertes aus den Bereichen Kultur und Natur, Freizeitinfrastruktur sowie Aktivitäten und öffentliche Einrichtungen sind in der Datenbank hinterlegt.

Weiterhin erfolgt die Datenausspielung auf der standortbasierten Infoplattform www.freizeit-row.de, die jetzt mit dem neuen Namen app.nordwaerts.de online ist. Die Datenbank trage zum vernetzten Arbeiten bei und diene der Informationsqualität sowie Aktualität, heißt es. Zusätzlich zu den vielen Daten sind inzwischen nach Auskunft Fischers mehr als 4  000 Medien in das System integriert – Fotos sowie Filme beispielsweise.

In diesem Zusammenhang versichern Prietz und Fischer, dass dabei allerdings nicht nur die Nordpfade im Fokus des Touristikverbandes stehen. Zwar spiele der Landkreis damit in der Bundesliga. Aber auch die anderen Freizeit- und Tourismusangebote finden weiterhin die Aufmerksamkeit der Touristiker. Das Thema Radfahren etwa, aber auch das Wasserwandern. „Der Touristikverband leistet ganz viel Hintergrundarbeit“, weiß der Landkreis, der eben keine Touristinformation sei.

Luft nach oben gibt es zum Beispiel bei der Qualitätssicherung des Radwegesystems. Schon bald soll eine Machbarkeitsstudie von 2020 dazu vorgestellt werden. Damit im Blick habe man entsprechende Förderkulissen, um weitere Vorhaben finanzieren zu können. Das Büro „Lebensraum Zukunft“ aus Kiel habe im Auftrag des Landkreises und der 13 Kommunen – alle Mitglieder des Touristikverbandes – das radtouristische Angebot nicht nur erfasst und bewertet, sondern auch ein digitales Schilderkataster aufgebaut und Handlungsempfehlungen erarbeitet.

Darüber hinaus befasst sich der Touristikverband auch mit der touristischen Beschilderung an Autobahnen – zuletzt haben es die Nordpfade und auch der Landpark Lauenbrück an die A 1 geschafft. Der Blaudruck in Scheeßel soll schon bald folgen.

Viel Arbeit also für das vierköpfige und laut Marco Prietz „starke Team“. Fischer: „Es ist manchmal sportlich, was wir machen, aber die kommunale Familie steht hinter uns. Dafür sind wir sehr dankbar.“

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