Rotenburg: Vorletzte Ratssitzung hat es in sich

Der dritte Anlauf: IGS bittet erneut um Oberstufen-Antrag

Der Stadtrat präsentiert sich zum Abschiedsfoto – die Verwaltungsmitarbeiter, die den Rat in der Verwaltung betreuen, gesellen sich dazu.
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Der Stadtrat präsentiert sich zum Abschiedsfoto – die Verwaltungsmitarbeiter, die den Rat betreuen, gesellen sich dazu.

Rotenburg – Es ist eine Mitteilung ganz am Ende einer Ratssitzung, die kurz und knapp ausfällt, es aber durchaus in sich hat: Der Schulvorstand der Integrierten Gesamtschule Rotenburg (IGS) bittet die Stadt als Schulträgerin, einen Antrag auf Einrichtung einer Oberstufe bei der zuständigen Landesbehörde zu stellen. Das berichtet Bürgermeister Andreas Weber (SPD).

Es ist der dritte Anlauf, und der ist beflügelt vom Ergebnis der Kommunalwahl. Weber betont, dass das Thema in der nächsten Wahlperiode auf den Tisch kommt, die am 1. November beginnt. Die Nachricht löst in den Reihen der CDU – bekanntlich ist sie gegen die Oberstufe – ein Lächeln aus. Die nächste intensive Diskussion wird erwartet. Auch, weil sich die Mehrheitsverhältnisse verschoben haben: Die Befürworter könnten jetzt in der Mehrzahl sein.

„So schnell wie möglich“ sollte das Thema angepackt und der Antrag eingereicht werden, sagt IGS-Chef Sven Thiemer auf Anfrage. Der Wunsch sei schriftlich formuliert an das Rathaus geschickt worden – auf Grundlage einer einstimmigen Empfehlung im Schulvorstand, in dem neben Thiemer als Vorsitzender fünf weitere Lehrer, drei Eltern- sowie drei Schülervertreter mit am Tisch sitzen. Mitbekommen hat das auch Torsten Oestmann, der am 1. November die Nachfolge von Weber auf dem Chefsessel im Rathaus antritt. Oestmann hat ganz hinten im Ratssaal Platz genommen, um diese besondere Ratssitzung zu verfolgen.

Und so erfährt Oestmann unter anderem, dass er Bürgermeister einer Stadt sein wird, die weiter wächst: Die Einwohnerzahl ist in den vergangenen fünf Jahren von 23 543 auf 23 954 gestiegen. Es sind zunächst ein paar statistische Angaben, die Weber dem Leistungsbericht voranstellt, den er für die jetzt zu Ende gehende Wahlperiode des Stadtrates vorlegt. Zum Beispiel, dass Rotenburg jetzt über etwa 13 300 Arbeitsplätze verfügt – rund 300 mehr als vor fünf Jahren. Und: Die Stadt hat es mit etwa 8 000 Einpendlern bei nur 3 000 Auspendlern zu tun. Weber: „Das bestärkt noch einmal die wichtige Mittelzentrumsfunktion Rotenburgs für die Region.“ Rotenburg verfügt darüber hinaus über 1 981 Gewerbebetriebe und habe in den letzten Jahren 175 dazugewonnen. Der Leistungsbericht umfasst 96 Seiten und steht als einziger Punkt auf der Tagesordnung dieser Ratssitzung, der am 27. Oktober nun doch noch eine weitere folgen wird. Auch dann gibt es nur ein Thema zu klären: Es geht um den Nachtragshaushalt und damit um die Freigabe von vier Millionen Euro für die Sanierung des Erlebnisbades Ronolulu.

An diesem Donnerstagabend aber endet die Ratssitzung anders als üblich. Weber bittet die Mitglieder des Stadtrates in das Foyer im Altbau. Dort hat die Rotenburger Fotografin Meike Goebel (Studio Lichtblick) bereits alles für ein Abschiedsfoto des Gremiums vorbereitet. Es folgt ein kleiner Empfang, ehe Weber noch einmal in den Ratssaal bittet, wo zum ersten Mal seit anderthalb Jahren wieder eine Ratssitzung stattfindet. Pandemiebedingt war man zuletzt in den Lucia-Schäfer-Saal in der Ahe ausgewichen.

Ehrungen stehen nämlich auf dem Programm – in erster Linie für jene Mitglieder des Stadtrats, deren Mandate zum 31. Oktober enden – entweder, weil sie nicht erneut gewählt worden sind oder auf eine weitere Kandidatur verzichtet haben bei der Wahl am 12. September.

Für stehende Ovationen sorgen vor allem die Ehrungen von Hartmut Leefers, Heinz-Günter Bargfrede und Mattina Berg. Leefers erhält für seine 30-jährige Mitarbeit im Stadt- sowie im Ortsrat Waffensen eine Urkunde sowie die große Ehrenmedaille in Silber, die Bürgermedaille mit Anstecknadel inklusive einer weiteren Urkunde und darf sich von nun an Stadtältester nennen – was noch eine Urkunde und eine zweite Anstecknadel bescheinigen.

Ehrungen gibt’s zum Ende der laufenden Wahlperiode: Jan Arning (vl.) zeichnet Hartmut Leefers, Uwe Lüttjohann, Mattina Berg, Gilberto Gori und Heinz-Günter Bargfrede aus. Für Andreas Weber gibt es ein Geschenk zum Ende seiner Amtszeit.

Auch Heinz-Günter Bargfrede grüßt von nun als als Stadtältester und ist Inhaber der Bürgermedaille – auch er hat 30 Jahre Ratsarbeit hinter sich. 30 Jahre sind es ebenfalls bei Mattina Berg im Ortsrat Mulmshorn sowie zehn Jahre im Stadtrat. Sie erhält eine Urkunde mit der Jubiläumsmedaille in Gold, die Bürgermedaille und die Urkunde als Stadtälteste.

Neben diesen besonderen Ehrungen verabschieden und ehren Andreas Weber sowie Hartmut Leefers als Vorsitzender des Stadtrats Gunter Schwedesky, Karin Müller und Rolf Hill für ihre mehr als zehnjährige Mitarbeit im Stadtrat beziehungsweise im Ortsrat. Urkunden und Ehrenteller gibt es außerdem für Jens Kohlmeyer, Bernhard Wagner, Henrik Klee, Michael Proy, Thorsten Bammann und Ingo Lesch, die zehn Jahre im Stadtrat und / oder Ortsrat verbracht haben. Auszeichnungen zum Abschied aus der Mitarbeit in Stadt- und / oder Ortsrat in bis zu fünf Jahren bekommen darüber hinaus Erika Schumann Mößeler, Heinz-Michael Niestädt und Bernd Groß, für volle fünf Jahre ferner Anna Diesterhof, Inga Agneta Matusall, Thomas Ossadnik, Sabina Warnken, Alessa Aukamp, Daniel Schneider, Mareike Schröder, Timo Schröder und Jan Denkamp.

Auch der Niedersächsische Städtebund lässt es sich nehmen, besondere Ehrungen für mindestens 25 Jahre Ratsarbeit vorzunehmen. „Das Ehrenamt verdient unser alle Wertschätzung“, betont der Hauptgeschäftsführer Jan Arning, der Urkunden für Heinz-Günter Bargfrede, Mattina Berg, Gilberto Gori, Uwe Lüttjohann und Hartmut Leefers mitgebracht hat – versüßt mit Buchgutscheinen. Wer sich im Rat engagiert, müsse nicht nur viel Zeit opfern, sondern auch unbequeme Entscheidungen treffen und sehe sich immer mehr Angriffen ausgesetzt, so Arning. Aber: „Kommunalpolitik bietet viel Gestaltungsspielraum – und das ist es, was sie daran reizt.“ Genau das wolle man mit diesen Ehrungen würdigen und damit dann auch besonders herausstellen.

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