Debatte um IGS: Stadtelternrat kritisiert CDU-Äußerungen

„Ganz schlechter Stil“

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Die IGS ist in vielen Bereichen noch eine Baustelle – auch in den Köpfen.

Rotenburg - Der Rotenburger Stadtelternrat zeigt sich empört über die kritischen Stimmen aus der CDU gegenüber der Integrierten Gesamtschule (IGS). In einer Mitteilung der Vorsitzenden Marje Grafe, die als SPD-Stadtratsabgeordnete auch Vorsitzende des Schulausschusses ist, heißt es: „Es ist kaum noch auszuhalten, wie die CDU-Fraktion mit der IGS, der Schulleitung, den Eltern und schließlich, was das allerschlimmste ist, mit den Kindern umgeht!“

Die Empörung resultiere insbesondere aus einem Vorfall, der sich am Montagabend während der Ratssitzung in Unterstedt zugetragen hat. CDU-Fraktions-chef Klaus Rinck hatte die von IGS-Schulleiter Sven Thiemer nicht fehlerfrei übermittelten Zahlen zur Schülerschaft mit den Worten kommentiert, dass Thiemer „eine einfache Additionsaufgabe im einstelligen Bereich“ nicht habe lösen können.

Grafe dazu: „Was jetzt in der Ratssitzung geschah, ist einfach unterirdisch. Den Schulleiter aufgrund eines Tippfehlers zu beschuldigen, er könne nicht einmal im einstelligen Bereich addieren, ist eine bodenlose Unverschämtheit. Außerdem war er nicht einmal vor Ort und konnte sich deshalb nicht gegen die Anfeindungen wehren. Ich denke, hier ist bei nächster Gelegenheit eine öffentliche Entschuldigung fällig.“

Insgesamt sei das „ganz schlechter Stil“. Seit geraumer Zeit werde seitens der CDU-Fraktion versucht, Stimmung gegen die IGS zu machen. Als Teil des Schulträgers, der Stadt Rotenburg, ist das für Grafe nicht nur ein schlechtes Signal, sondern „schlichtweg ungeheuerlich“. Dabei müsse man sich doch vor Augen halten, dass sich Stadtelternrat und Stadtrat einst einstimmig für die IGS ausgesprochen hätten. Grafe: „Sicherlich haben sich die handelnden Personen seitdem geändert, nichtsdestotrotz bleibt die Stadt Rotenburg Schulträger und ist somit verantwortlich für die Schule mit ihren Kindern.“

Dabei gibt es nach Angaben des Stadtelternrates gar keinen Grund zur Sorge, was die Qualität der IGS betreffe. Nicht ein Kind habe die Schule bislang verlassen. Eltern und Kinder hätten das System angenommen. Dass die Anmeldezahlen in diesem Jahr unter den Erwartungen geblieben sind, „liegt doch nur daran, dass die Eltern gezielt verunsichert worden sind“. Eine Schule im Aufbau müsse die Chance bekommen, sich zu beweisen. Grafe: „Wenn jetzt noch die Anfeindungen und die schlechte Stimmungsmache aufhören, dann werden auch die Unsicherheiten und Zweifel beseitigt.“

mk

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