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Planungen für zweite Saison des Rotenburger Beachclubs „Strandgold“

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Von: Michael Krüger

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Noch liegt das Strandgelände brach.
Noch liegt das Strandgelände brach. © Krüger

Größer, schöner und besser soll das „Strandgold“ werden: Das sind die Pläne, die Roland Nielebock und sein Geschäftspartner Malte Janßen für die kommende Saison für den Beachclub am Weichelsee schmieden. Die Vorbereitungen laufen, damit es im Mai losgehen kann.

Rotenburg – „Und hier könnte die Bühne stehen.“ Roland Nielebock wischt mit dem Turnschuh durch den weißen Sand am Rotenburger Weichelsee, zeichnet ein paar Abmessungen ein, die Sonne scheint, der Frühling naht. Auch wenn derzeit angesichts der Weltlage kaum jemandem zum Feiern zumute ist, schaut Nielebock mit seinem Geschäftspartner Malte Janßen voraus. Es kann ja nur besser werden: In wenigen Tagen werden die Aufbauarbeiten für die zweite Saison des Beachclubs Strandgold starten. Größer, schöner und besser soll es werden. „Unser knackiger Plan sieht vor, dass wir Mitte Mai das erste Bier zapfen können“, sagt Nielebock. Er grinst dabei.

Vor gut einem Jahr hat der Scheeßeler mit der Stadt Rotenburg die Erbpachtverträge unterschrieben, um das städtische Naherholungsgebiet wieder mit mehr Leben zu füllen. Jahrelang gab es auch öffentlich die Diskussion, was mit dem Weichelsee passiert. Das alte „Strandhouse“ war seit Ende 2018 dicht, drohte zu verfallen. Die Stadt lockte Investoren, der Kirchwalseder Caterer Philipp Landschof erhielt den Zuschlag. 3,5 Millionen Euro wollte er investieren, ein Mammut-Projekt. Im Sommer 2020 wurde allerdings die Notbremse gezogen. „Corona hat uns eingeholt“, sagte Landschof damals. Nielebocks Investorenpläne waren auf einmal erste Wahl, er erhielt den Zuschlag.

Roland Nielebock (l.) und Malte Janßen stehen am Weichelsee.
Roland Nielebock (l.) und Malte Janßen betreiben den Rotenburger Beachclub gemeinsam. © Krüger

Das alte „Strandhouse“ soll abgerissen und zu einem Gastronomie-Komplex mit Veranstaltungssaal werden, dazu der Beachclub. Ein erster Schritt im vergangenen Jahr, aber Nielebock muss zunächst improvisieren: Der Lieferant und Produzent der Überseecontainer konnte abgesprochene Liefertermine nicht pünktlich einhalten. Man sei, deutlich gesprochen, mit diesem Partner „auf den Arsch gefallen“. Mit seinen Beziehungen in die Branche zieht Nielebock als Mitveranstalter des Ferdinands-Feld-Festivals allerdings an den richtigen Strippen, der Plan B für den Beachclub fällt zwar kleiner aus, aber: Rotenburg hat im Pandemiesommer 2021 einen richtigen Strandclub. Nicht selten sind alle Plätze belegt, es gibt Partys vor Ort, die Aufwertung des Geländes ist ein Erfolg. Finanziell allerdings „auf gar keinen Fall“, sagt Nielebock, der mit dem Bremer Janßen einen Partner für das „Strandgold“ an seiner Seite hat. Eine gewisse Zufriedenheit habe sich dennoch eingestellt, denn wie versprochen habe man das Personal auch im schwierigen ersten Jahr so lange wie möglich beschäftigen können. Fazit dennoch: „Wir haben viel Lehrgeld bezahlt.“

Was aus diesen Erfahrungen folgt, soll sich schon in den kommenden Wochen zeigen. Die Module für den gastronomischen Bereich des Beachclubs hatte das Team beim neuen Partner „CHS Spezialcontainer“ in Bremen endausbauen lassen. Sie stehen nun bereit für den Einsatz am Weichelsee. Rund 120 Sitzplätze werden es direkt am Strand und auf der Dachterrasse sein, zur erweiterten Getränkekarte (Nielebock: „Wir haben sogar Preise gesenkt!“) kommen Snacks und Pizza-Varianten für den kleineren oder größeren Hunger. Verschiedene Aktionen ähnlich wie im vergangenen Jahr mit zusätzlichen Angeboten gerade an den besser besuchten warmen Tagen und an Wochenenden seien natürlich gut vorstellbar. Das müsse sich dann spontan nach Wetterlage zeigen. „Open Air“ bedeute für den Beachclub zwar gute Prognosen vor dem Hintergrund der Coronazahlen, aber bei Regen ist die Feierlaune dann eben doch meist dahin.

Bis die ersten Gäste wieder am Weichelsee-Strand bewirtet werden können, gibt es natürlich viel zu tun. Neben der Logistik gilt es für Janßen und Nielebock, Personal zu finden. Da habe die Pandemie voll zugeschlagen. „Viele sitzen jetzt bei Rewe an der Kasse“, so Janßen – die Monate geschlossener Gastronomie haben schlichtweg dazu geführt, dass sich viele Saisonkräfte neu orientiert haben. Bis zu 15 Mitarbeiter brauche man, um an ganz heißen Tagen den Betrieb am Laufen zu halten, so die Kalkulation. Über alle möglichen digitalen Kanäle werbe man aktuell – und freue sich auf Rückmeldungen an info@strandgold-rotenburg.de.

Planzeichnung für das neue Strandgold
So sehen die Pläne für das „Strandgold“ am Weichelsee aus. © Grafik: Planungsbüro Ralf Wiebusch

Läuft alles nach Plan und ist das erste Bier frisch gezapft, soll es nach den ersten Anlauftagen an Himmelfahrt (26. Mai) so richtig mit der Partysaison losgehen im „Strandgold“. Schlagerstar und Malle-Sänger Micky Krause ist angekündigt, um nicht nur junge Männer am Vatertag zum Ausflippen zu bringen. „Ein richtiger Kracher“, freut sich Nielebock, obwohl der nach persönlichen Vorlieben und auch selbst als DJ lieber im Techno-Universum unterwegs ist. Dem kommt dann das näher, was auch für das lange Pfingstwochenende vom 4. bis 6. Juni vorgesehen ist: Für Samstag haben Janßen und Nielebock nämlich von 12 bis 22 Uhr zum Rave am Strand unter dem Motto „Klamauk am See“ geladen. Sechs DJs in zehn Stunden, musikalisch wird „Tech House“, „Deep House“ und „House“ versprochen. Etwas zünftiger fällt dann die Pfingsttour am Sonntag ab 10 Uhr aus, Malle-Sänger „Honk!“ und die Cover-Band „United 4“ sowie weitere DJs sollen für gute Laune sorgen. Am Pfingstmontag dürfen sich die Erwachsenen ausruhen und die Action dem Nachwuchs überlassen beim Familientag mit Hüpfburgen, Kinderdisco, Zaubershow und vielen Kreativangeboten. Der Eintritt zum Familientag ist kostenlos, für alles andere gibt es Tickets im Vorverkauf über die Strandgold-Website.

Auch für den Rest der Sommersaison sind Veranstaltungen im „Strandgold“ geplant, Flohmärkte, Konzerte oder Partys. Natürlich unter „größter Rücksicht auf die Anwohner“, verspricht Nielebock. Auf jeden Fall habe man auch den Winter im Auge, ein Winter- oder Weihnachtsdorf als neue Attraktion seien denkbar. Und nicht zuletzt ist da ja auch noch die Fußball-Weltmeisterschaft im November und Dezember in Katar – da könne man sicherlich auch etwas am Strand in besonderer Atmosphäre zu einer besonderen WM machen, heißt es.

Für die Camper am See und Badegäste wird es bald neue Dusch- und Sanitäranlagen geben, der Umbau des „Strandhouses“ ist für dieses Jahr allerdings noch nicht vorgesehen. Betreiber Heiko Broede lasse dies zunächst geöffnet, so Nielebock. Eine generelle Abkehr für das Gastro- und Eventzentrum sei das aber nicht, betont er als Investor. „Ende des Jahres wissen wir genauer, was mit dem ,Strandhouse’ passiert.“ Dass man mit der Entwicklung des auf 1,5 Millionen Euro taxierten Gesamtprojekts nun noch warte, sei der Pandemie und der explodierenden Baubranche geschuldet. Aber, so Nielebock: „Ich halte am Plan fest. Rotenburg braucht das und wünscht es sich.“

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