Rotenburger Werke stellen Fachfrau Elena Hels ein

Innovationsquartier ein
Ideen-Generator

Elena Hels steht auf der Quartierswiese auf dem Gelände an der Lindenstraße.
+
Elena Hels soll das Innovationsprojekt der Werke weiter voranbringen.

Rotenburg – Die Stadt Rotenburg hofft auf die Aufnahme in das Städtebauförderprogramm im Zuge des Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts (Isek). Die Rotenburger Werke haben sich recht schnell zu Wort gemeldet. Sie wollen Teil der neuen Stadtentwicklung sein. Ihr Altgelände zwischen Lindenstraße und Soltauer Straße soll ein neues Gesicht bekommen und zugleich ein offener Teil der Innenstadt werden.

Es geht um eine Fläche von mehr als fünf Hektar. Das Thema Quartiersentwicklung passt zum Vorhaben der Kreisstadt. Und dass die Werke es ernst meinen, zeigt sich nicht zuletzt darin, dass sie mit Elena Hels jetzt eine Frau eingestellt haben, die sich ganz gezielt um das Innovationsquartier kümmern wird.

„Wir sind noch ganz am Anfang“, sagt die 34-Jährige, die empirische Kulturwissenschaften sowie Soziologie studiert hat. Es geht um die ersten Schritte in einem Prozess, der sich über Jahre erstrecken wird. „Meine erste Aufgabe wird es sein, unser Projekt in das Bewusstsein der Menschen zu bringen – hier in den Rotenburger Werken und in der ganzen Stadt.“ Ein Mittel, um das zu schaffen, sind unterschiedliche Beteiligungsprozesse. Die Menschen sollen miteinander ins Gespräch kommen, gemeinsam Visionen entwickeln und sich mit der Frage beschäftigen, wie dieses Areal vielleicht in fünf oder zehn Jahren aussehen könnte.

Die Pandemie macht es zurzeit nicht gerade leicht, Menschen auf das Gelände zu bringen. Ausstellungen, Workshops und Zukunftswerkstätten werde es erst dann geben, wenn das coronabedingte Risiko nicht mehr so groß ist. Werke-Sprecher Rüdiger Wollschlaeger: „Wir haben ja verheerende Erfahrungen gemacht.“

Bessere Erfahrungen machen die Werke mit ihrem Innovationsprojekt. Sie stoßen auf Neugier und Interesse, seitdem das Vorhaben bekannt geworden ist. Das erleichtert Elena Hels die Arbeit. Über ihren neuen Job ist sie mehr als glücklich: „Das ist absolut einmalig“, sagt sie. Diese Chance wollte sie unbedingt ergreifen. Wollschlaeger: „Sie bringt einen frischen Blick mit.“ Ein Blick, der auf den Erfahrungen aus verschiedenen sozio-kulturellen Zentren fußt. Sie hat eine halbe Stelle – zunächst auf ein Jahr befristet. Jetzt verschafft sich die junge Frau erst einmal einen Einblick und versucht, alles kennenzulernen. Was auch sie fasziniert, ist die Innenstadtlage, die die Einrichtung genießt.

Platz für Neues entsteht zurzeit dort, wo einst die Wäscherei der Werke stand.

Genau darin liegt die große Chance, sagt Rüdiger Wollschlaeger, die Chance nämlich, dass irgendwann die Werke nicht mehr von außen als Sondergebiet wahrgenommen werden und der Begriff Inklusion so selbstverständlich ist, dass er gar nicht mehr bemüht werden muss.

Vor diesem Hintergrund spielt das Thema „Wohnen“ eine zentrale Rolle, sagt Wollschlaeger. Aber Wohnangebote müssen nicht länger nur für die eigenen Bewohner geschaffen werden. Es geht in erster Linie um bezahlbaren Wohnraum. Die Werke sprechen von einem Quartier für alle Menschen. Da kann es dann um neue Konzepte gehen, die kurze Wege ermöglichen und nachhaltig sind. Wollschlaeger: „Nach Abschluss des Prozesses muss auch nicht mehr ,Rotenburger Werke‘ draufstehen.“

Aber nein, „die Werke wollen sich nicht auflösen“, sagt Wollschlaeger. „Wir werden weiter da sein.“ Aber anders. Ganz neu ist das nicht, immer mehr setzt die Einrichtung auf dezentrale Wohnangebote. Aber natürlich wollen viele Bewohner in Rotenburg und auch mitten in der Stadt bleiben. Es sei aber unabhängig von den neuen Ideen erforderlich, viele Wohnungen auf einen neuen Stand zu bringen. Das sei nicht der Anstoß, aber eben auch ein Aspekt dabei.

Partner und Investoren sind erforderlich, soll der Prozess einmal Form annehmen. Auch deshalb die Öffnung, die Beteiligung, das Gespräch. Vielleicht ist ein Teil davon schon nach den Sommerferien möglich, hofft Elena Hels. Sie sieht in einem behutsamen Vorgehen die große Herausforderung, um vor allem die Bewohner und Mitarbeiter mitzunehmen. „Dahinter steckt ein sensibler Prozess, der eine ständige Kommunikation erforderlich macht“, weiß sie schon nach den ersten Wochen in ihrem neuen Job. Dabei habe sie stets das „große Potenzial“ vor Augen, das es zu nutzen gelte.

Das Gelände, auf dem fast 200 Menschen leben, wird also in den kommenden Jahren eine herausragende Rolle spielen. Doch wer demnächst sieht, dass am Falk-Haus gleich neben der ehemaligen Wäscherei gebaut wird, sollte sich nicht zu früh freuen: „Das hat nichts mit dem Innovationsprozess zu tun, der Anbau ist ohnehin zwingend erforderlich“, so Wollschlaeger.

In einem Info-Papier bezeichnen die Werke ihr Innovationsquartier als Ideen-Generator für urbane Entwicklung, Lebensqualität und Inklusion, laden zur Mitwirkung ein und suchen gezielt Kooperationen mit Hochschulen und anderen Institutionen. Das Quartier der Zukunft soll mit Ideen glänzen, vital und attraktiv für alle Menschen sein. Offen ist das Gelände schon jetzt.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Brütende Hitze in Deutschland - Zum Wochenstart Abkühlung

Brütende Hitze in Deutschland - Zum Wochenstart Abkühlung

Brandschutzprüfung: Polizei bricht in „Rigaer 94“ Türen auf

Brandschutzprüfung: Polizei bricht in „Rigaer 94“ Türen auf

Italien nach Sieg gegen die Schweiz im EM-Achtelfinale

Italien nach Sieg gegen die Schweiz im EM-Achtelfinale

Wales siegt dank Bale und Ramsey - Türkei vor Turnier-Aus

Wales siegt dank Bale und Ramsey - Türkei vor Turnier-Aus

Meistgelesene Artikel

Grillpartys und Fußballfeiern mit mehr Gästen möglich

Grillpartys und Fußballfeiern mit mehr Gästen möglich

Grillpartys und Fußballfeiern mit mehr Gästen möglich
Hurricane-Jubiläum geplatzt: „Es gibt keine Gewinner“

Hurricane-Jubiläum geplatzt: „Es gibt keine Gewinner“

Hurricane-Jubiläum geplatzt: „Es gibt keine Gewinner“

Kommentare