Rotenburger Ausschuss stimmt mehrheitlich für Radschnellweg nach Brockel

1,8 Millionen Euro Fördergeld für Radschnellweg winkt

Wie viel Natur ist auf der alten Bahntrasse zwischen Rotenburg und Brockel schon gewachsen? Auch darum geht es bei der Debatte um den Fidi-Boon-Wech.
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Wie viel Natur ist auf der alten Bahntrasse zwischen Rotenburg und Brockel schon gewachsen? Auch darum geht es bei der Debatte um den Fidi-Boon-Wech.

Rotenburg – Man muss nur noch zugreifen, das Geld liegt bereit. Das betont Rotenburgs Bürgermeister Andreas Weber (SPD) in diesen Tagen immer wieder, wenn es um den geplanten Radschnellweg zwischen der Kreisstadt und Brockel geht. Rund 2,3 Millionen Euro wird der etwa 7,7 Kilometer lange Fidi-Boon-Wech kosten, mehr als 1,8 Millionen davon gibt es als Zuschuss vom Bund.

„Diese Chance dürfen wir uns niemals entgehen lassen“, appelliert Weber an die Mitglieder des Ausschusses für Straßen- und Tiefbau am Donnerstagabend. Die geben für den endgültigen Beschluss im Stadtrat zwar grünes Licht – aber nur mehrheitlich. Es bleiben kritische Stimmen aus der Mehrheitsfraktion.

Den Radweg, der auf der seit 1964 stillgelegten Bahntrasse gebaut werden soll, sieht Weber als „eine gewichtige positive Investition zur Förderung der Verkehrswende und Beitrag zum Klimaschutz“. Er hofft auf mehr Pendler in die Innenstadt oder zum Bahnhof, die auf Rad oder Pedelec umsteigen, und auf bessere innerstädtische Verbindungen. Auf rund 600 000 Euro beziffert der Verwaltungschef den Eigenanteil der Kreisstadt an dem Projekt, das auch die Samtgemeinde Bothel mit Hemsbünde und Brockel mittragen soll. Gestreckt werden würde das Geld über die Haushaltsjahre 2021 bis 2025. Zu teuer? Weber wiegelt ab. Denn auch drei Maßnahmen, die „ohnehin kurz- als auch mittelfristig erforderlich und verkehrlich wichtig“ gewesen wären, seien im geförderten Szenario mit drin: Neubau der Wümmebrücke beim Ronolulu, der Ausbau des Sandhasenweges vom Ende des bisher ausgebauten Teils bis zur Querung Brockmanns Wiesenweg sowie vom Mittelweg bis zum Parkplatz Ronolulu. Die Kosten dafür wären für die Stadt alleine genauso hoch, und es gäbe keinen Radschnellweg. Weber sei mittlerweile „total enttäuscht“ von Kritikern, die direkt bei der Förderstelle des Bundes mit der Uneinigkeit der Stadt argumentierten.

Tatsächlich gibt es weiter Gegenstimmen – zwar nicht parteilich geschlossen, aber einzelner Ratsmitglieder wie Mirko Klee (CDU) und Dirk Schenckenberg (WIR). Beide stimmen gegen den nach einem alten Lokführer benannten Radweg. Ihre Argumentation: bis zu 10 000 Quadratmeter Schotterfläche, die sich die Natur bereits zurückeroberet habe, würden versiegelt. Ein Biotopverbund werde zerschnitten. Zudem müsste sich die Stadt finanziell erst einmal um die Unterhaltung bestehender Wege kümmern. Ekkehard von Hoyningen-Huene (Grüne) hält das zu diesem Zeitpunkt, nach Jahren der Diskussion, für eine abwegige Argumentation auch mit Blick auf die Förderkulisse: „Es wäre peinlich, dem Beschluss jetzt zu widersprechen.“ Tun sie aber.

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