Verein Hospizarbeit in der Region Rotenburg sucht weitere Sterbebegleiter

Dankbarkeit ist der „Lohn“

Der Vorsitzende Gerhard Eimer und die Koordinatorin Sandra Köbe hoffen, schon bald weitere ehrenamtliche Sterbebegleiter im Hospizverein begrüßen zu können. - Foto: Menker

Rotenburg - Von Guido Menker. Der Verein Hospizarbeit in der Region Rotenburg sucht zusätzliche Sterbebegleiter. Zurzeit sind es 30 Ehrenamtliche, die zur Verfügung stehen. Weil die Hospizbegleitung seit Beginn dieses Jahres aber auch für Krankenhaus-Patienten möglich ist, ist Verstärkung erforderlich, um der Entwicklung auch Rechnung tragen zu können. Das haben der Vereinsvorsitzende Gerhard Eimer sowie Sandra Köbe, eine von drei Koordinatoren, gestern in einem Gespräch mit der Rotenburger Kreiszeitung deutlich gemacht.

„Ich selbst bin lebendiger geworden, seit ich mich mit dem Thema Sterben und Tod beschäftige“, sagt Sandra Köbe. Mehr als früher lebe sie heute den Moment wesentlich intensiver. Seit Beginn dieses Jahres ist sie beim Verein Hospizarbeit in der Region Rotenburg beschäftigt. Zuvor war sie in diesem Bereich bereits in Hamburg tätig. Sich bei dieser Arbeit mit der Endlichkeit und dem Tod auseinanderzusetzen, gehöre dazu. Und genau das sei für viele Sterbebegleiter ein Teil der eigenen Motivation, sagt sie. Sie sehen darin eine erfüllende Arbeit, bei der sie etwas für andere Menschen tun können. Sie machen es ehrenamtlich und bekommen dennoch etwas zurück: Dankbarkeit.

Den Rotenburger Verein, der sein Büro im Haus der Gesellschaft für soziale Hilfen (Geso) an der Nordstraße hat, gibt es inzwischen seit zehn Jahren. Gerhard Eimer ist überzeugt davon, dass der Verein mittlerweile richtig angekommen sei und auf breiter Basis wahrgenommen werde. Das spiegele sich einerseits im Spendenaufkommen, andererseits auch in der Zahl der Fälle wider, die das Team bearbeitet. 40 bis 50 Sterbebegleitungen sind es pro Jahr.

„Unsere Arbeit beruht auf vier Säulen“, erklärt Eimer. Es gehe um die Hospizbegleitung für Kinder und Jugendliche sowie für Erwachsene, außerdem kommen noch die Trauerbegleitungen für Kinder und Jugendliche sowie Erwachsene hinzu.

Im Fokus steht zurzeit darüber hinaus der Einsatz im Krankenhaus. Eimer spricht von etwa zehn zusätzlichen Ehrenamtlichen, die jetzt wünschenswert seien. Wer Interesse daran hat, kann sich direkt an den Verein wenden und einen Termin für ein erstes Gespräch vereinbaren. „In diesem Gespräch interessiert uns die Motivation der Menschen, wir befassen uns aber auch mit ihrer mentalen und seelischen Verfassung“, so Köbe.

Empathie und soziale Kompetenz seien ebenfalls ganz wichtig. Nach dem Gespräch geht es in Richtung Schulung. Diese umfasst rund 100 Stunden und erstreckt sich vom kommenden Januar an mit jeweils einem Abend in der Woche über ein Dreivierteljahr. Wer grundsätzlich Interesse daran hat, sich aber vielleicht noch nicht ganz sicher ist, kann am 24. Oktober von 19 Uhr an an einem Informationsabend teilnehmen, den der Verein im Café Kubus an der Nordstraße anbietet. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Bislang ist der Verein für Hospizarbeit ausschließlich ambulant im Einsatz – in Einrichtungen, Familien und künftig im Krankenhaus. Ein stationäres Hospiz hält Gerhard Eimer nach wie vor für wünschenswert. Aber: „Das ist zurzeit noch weit von der Realisierung entfernt.“ Also konzentriert man sich auf das, was möglich ist.

Und dabei gestaltet sich jeder einzelne Fall anders. „Eine Begleitung beschränkt sich manchmal nur auf wenige Stunden, kann sich jedoch auch über Monate erstrecken“, weiß Sandra Köbe. Wichtig sei es, für jeden einzelnen Fall eine möglichst passende Begleitung zu finden. Je größer der Pool an Mitarbeitern, umso besser lässt sich dieser Anspruch umsetzen. Wer Fragen dazu hat, meldet sich am besten unter 04261 / 2097888 beim Verein.

www.hospiz-row.de

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