Kaufhaus Karo sucht dringend Fahrer

Weber packt mit an

Der Bürgermeister folgt dem Hilferuf: Andreas Weber schleppt eine Garderobe.
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Der Bürgermeister folgt dem Hilferuf: Andreas Weber schleppt eine Garderobe.

Das Kaufhaus Karo in Rotenburg sucht dringend ehrenamtliche Fahrer, die gespendete Möbel abholen und später an Kunden ausliefern. „Wir haben zum Teil mehrere Wochen Wartezeit – das ist für einige Spender verständlicherweise zu lang. Sie wollen ihre Sachen so schnell wie möglich abgeben“, sagt stellvertretende Karo-Leiterin Annette Klein. So könne es passieren, dass Spenden anstatt im Kaufhaus auf dem Sperrmüll landen. „Das ist sehr ärgerlich.“

Rotenburg –  Noch einmal packt Bürgermeister Andreas Weber (SPD) kräftig mit an und hievt nach Tisch und Stühlen auch noch eine Garderobe mit Spiegel auf die Ladefläche des VW-Transporters. Ein prüfender Blick: Alles steht sicher. „Die Kundenbestellung ist bereit für die Auslieferung“, sagt Weber, der an diesem Tag dem Hilferuf des Kaufhaus Karo in Rotenburg gefolgt ist.

Er schließt die Fahrertür und setzt sich ans Steuer. Nächster Halt: Mittelweg. Dort wartet ein Kunde bereits gespannt auf die Lieferung seiner neuen Gebrauchtmöbel. „Es geht mir darum, auf die Probleme aufmerksam zu machen, mit dem das Team des Karo kämpft“, betont der Bürgermeister, der dort bereits häufiger als Auktionator ausgeholfen hat.

Annette Klein, stellvertretende Karo-Leitung, und Anleiter Jochen Poeck, Karo-Urgestein, stehen vor einer großen Herausforderung: Ihnen fehlen Fahrer, die gespendete Möbel abholen und später an die Kunden ausliefern. „Wir haben zum Teil mehrere Wochen Wartezeit – das ist für einige Spender verständlicherweise zu lang. Sie wollen ihre Sachen so schnell wie möglich abgeben“, sagt Klein. So könne es passieren, dass Spenden anstatt im Kaufhaus auf dem Sperrmüll landen. „Das ist sehr ärgerlich.“

Genauso problematisch gestaltet sich derzeit die Auslieferung, die aufgrund des Personalmangels ebenfalls mehrere Wochen dauern kann. „Wir brauchen aber den Platz im Lager, um neue Spenden unterzubringen. Beim Transport hängen wir derzeit insgesamt in den Seilen“, bedauert Poeck, der nur einen Fahrer einsetzen kann. „Dieser kann aufgrund seines Alters aber keine schweren Möbel schleppen. Wir brauchen jüngere Fahrer, die auch anpacken können.“

So wie Weber, der sichtlich Spaß an seinem Job als Aushilfs-Möbelpacker hat. „Die Kunden haben sich sehr gefreut“, erklärt er nach seinem ersten Auftrag. Für ihn ist der Arbeitstag damit aber noch nicht beendet. Auf dem Rückweg steht ein weiterer Termin an: Im Veerser Weg soll eine Spende abgeholt werden, die dann geprüft und im Kaufhaus Karo zum Verkauf angeboten wird.

Fahrer kann jeder werden, der volljährig ist und den Führerschein Klasse 3 beziehungsweise B hat. Eine zusätzliche Schulung ist nicht erforderlich. „Wir führen zu Beginn ein Gespräch, um die Ehrenamtlichen kennenzulernen – danach kann es direkt losgehen“, berichtet Poeck, der auf die Wünsche und Bedürfnisse der Fahrer eingeht. „Sie verpflichten sich zu nichts. Auch wenn sie nur einmal die Woche für wenige Stunden Zeit haben, hilft uns das schon sehr weiter.“ Erfahrungsgemäß sei es jedoch schwer, Helfer zu finden. „Wer schleppt schon gerne Möbel?“

Ein weiteres Problem zeichnet sich bereits ab: Die beiden Transporter sind in die Jahre gekommen und müssen bald ersetzt werden. Dies gilt besonders für einen Mercedes, den die Mitarbeiter aufgrund seiner Kastenform liebevoll „Keksdose“ getauft haben. „Das war unser erstes Fahrzeug. Es kommt ganz sicher nicht noch einmal durch die TÜV-Prüfung“, so Poeck.

Auch der zweite Transporter, ein VW Crafter, hat bereits einige Jahre auf dem Buckel: „Wir würden uns also sehr freuen, wenn jemand einen gebrauchten Transporter hat, den er uns spenden würde“, betont Annette Klein.

Jochen Poeck lobt die Unterstützung durch die Rotenburger: „Sie sind sehr hilfsbereit. Zum Teil bekommen wir aber auch Möbel angeboten, die wir nicht mehr verkaufen können.“ Gefragt sind aber auch Haushaltartikel, Bücher, Bekleidung und Kleinmöbel, die im Idealfall selbst angeliefert werden sollten. Damit die Mitarbeiter die Spenden dann auch entgegennehmen können, empfehlen Annette Klein und Jochen Poeck Interessierten, sich vorab telefonisch zu melden.

Am Steuer hat Andreas Weber Erfahrung – er fährt regelmäßig auch den Bürgerbus.

Das Kaufhaus Karo ist für Jedermann geöffnet. Geringverdiener erhalten mit ihrer Karte einen zusätzlichen Rabatt. „Dieses Zwei-Preis-System hat sich bewährt“, erklärt Annette Klein, die sich über das vielfältige Kundenklientel freut. „Es kommen auch immer mehr Normalverdiener und Jugendliche, die sich über unser Angebot an Vintagemode freuen. Aber auch Flohmarktgänger finden immer etwas.“ Das Kaufhaus Karo sei ein wichtiger Treffpunkt und der Ort für gelebte Integration in Rotenburg.

Das bekräftigt Bürgermeister Andreas Weber, der die Bedeutung des Kaufhauses hervorhebt: „Es leistet einen wichtigen Beitrag zur Nachhaltigkeit, weil dort gebrauchte Möbel angeboten werden. Die Mitarbeiter bekommen dort eine neue Chance auf dem Arbeitsmarkt, Menschen mit Migrationshintergrund knüpfen Kontakte und lernen Deutsch.“

Öffnungszeiten sind dienstags bis freitags von 10 bis 18 Uhr, in dieser Zeit werden auch Spenden angenommen. Anfragen sind telefonisch unter 04261/8400860 und per E-Mail an mail@kaufhausrotenburg.de möglich.

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