Ortsrat plädiert für einen Förderantrag

Coworking Space am Waffensener MGH

Hartmut Leefers vor dem MGH Waffensen
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Er ist vom Coworking-Projekt überzeugt: Ortsbürgermeister Hartmut Leefers.

Waffensen – Auf dem Grundstück des Mehrgenerationenhauses (MGH) in Waffensen soll in den kommenden Jahren ein Coworking Space entstehen. Die Idee dazu sei bereits vor Beginn der Corona-Pandemie ein Thema im Dorf gewesen, sagt Ortsbürgermeister Hartmut Leefers (CDU). „Die Pandemie wirkt nun aber wie ein Beschleuniger“, erklärt er im Gespräch mit der Kreiszeitung.

Arbeiten in einem Coworking Space eignet sich besonders für Selbstständige, denen im Homeoffice die Decke auf den Kopf fällt und die die Nähe zu Gleichgesinnten suchen. Auch Gründer, die sich (noch) kein eigenes Büro leisten können oder wollen, sind hier gut aufgehoben, heißt es auf der Seite „fuer-gruender.de“ im Internet. Leefers ergänzt: „Wir wollen damit auch Menschen ansprechen, die ins Homeoffice gehen, zu Hause dafür aber vielleicht nicht die nötige Ruhe finden.“ Er betont zugleich die Anbindung an die Angebote des MGH – mit der Möglichkeit zur Kinderbetreuung sowie dort auch eine Mittagsmahlzeit einnehmen zu können. Vor allem durch die Pandemie wird von vielen Arbeitsexperten damit gerechnet, dass das Thema Homeoffice auch über die Zeit der aktuellen Krise hinaus an Bedeutung gewinnen wird. Lange Anfahrtswege lassen sich einsparen, weil die Arbeit eben auch von zu Hause aus möglich ist.

Das spart unter dem Strich Zeit und auch Geld. Für die Realisierung allerdings ist sehr viel Geld erforderlich; Leefers rechnet mit Kosten, wie sie für ein Einfamilienhaus aufzubringen sind. Daher macht sich die Rotenburger Ortschaft auf die Suche nach Fördermitteln – und will jetzt einen Antrag über die Gesundregion Wümme-Wieste an das Amt für regionale Landentwicklung (ARL) richten. Darauf hat sich der Ortsrat in dieser Woche einstimmig geeinigt.

Bedarf ist schon jetzt angemeldet

„Bis zum 15. September muss dieser Antrag vorliegen“, berichtet der Ortsbürgermeister, der voller Hoffnung ist, dass es im Februar oder März nächsten Jahres eine positive Entscheidung und damit einen erheblichen Teil der nötigen Mittel geben wird. Die restliche Co-Finanzierung müsse dann die Stadt Rotenburg aufbringen, so Leefers. Die Gesundregion stehe dem Ort bei der Antragstellung behilflich zur Seite.

Für den Antrag entwickeln die Waffensener jetzt erst einmal einen Projekt-Steckbrief, in dem sie schildern, was genau sie auf dem Gelände des MGH vorhaben. Das Gebäude soll voraussichtlich zehn Arbeitsplätze in einem Gemeinschaftsbereich haben, darüber hinaus vier weitere in separaten Büros. „Es wird aber auch Toiletten, eine Tee-Küche sowie einen Besprechungsraum geben müssen“, sagt Leefers. Er spricht von einer bundesweiten Initiative, der sich auch die Landfrauen unterstützend zugewandt haben. Auf Bundesebene sind die Coworking Spaces vernetzt und lassen sich auf einer gemeinsamen Plattform anbieten und damit eben auch buchen. Im Auge haben die Waffensener die genossenschaftlich organisierte Plattform Coworking-Land. Eine Gemeinschaft für Coworking im ländlichen Raum, die Zugang zu Netzwerken bietet.

„Bedarf für einen Arbeitsplatz im Coworking Space ist bei uns bereits angemeldet worden“, sagt Leefers. Deshalb wolle man auch nicht damit warten, bis ein entsprechendes Gebäude auf dem MGH-Gelände steht, sondern schon so schnell wie möglich mit einem Angebot starten, das sich im Computerraum des MGH im ersten Obergeschoss zunächst provisorisch realisieren ließe. Die Rede ist von drei bis vier Arbeitsplätzen. Das Herrichten des Raumes mit allem, was nötig ist, ließe sich mit Bordmitteln machen, sagt er. „Auf jeden Fall brauchen wir dafür einen zweiten Internet-Anschluss.“

Die Pandemie sei zwar nicht der Auslöser, aber sie könne durchaus für einen zusätzlichen Schub sorgen. Für so manchen Arbeitnehmer ließe sich auf diesem Wege die Pendelei beispielsweise nach Bremen oder Hamburg vermeiden oder zumindest auf wenige Tage reduzieren. Wann genau das provisorische Angebot im Mehrgenerationenhaus Waffensen starten kann, steht noch nicht fest. Für Hartmut Leefers kann es nicht früh genug losgehen: „Am liebsten sofort.“

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