Weitere Fälle in der Region bestätigt

Coronavirus im Landkreis Rotenburg: Diako-Mitarbeiter infiziert

Begehrte Ware: Das Rotenburger Diakonieklinikum verzeichnet eine deutliche Zunahme an Diebstählen von Schutzmasken und Desinfektionsmitteln. Foto: dpa
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Begehrte Ware: Das Rotenburger Diakonieklinikum verzeichnet eine deutliche Zunahme an Diebstählen von Schutzmasken und Desinfektionsmitteln.

Skiurlauber sind am meisten gefährdet. Das scheint für Rotenburg in Zeiten der Coronavirus-Ausbreitung klar. Das Gesundheitsamt des Landkreises und das Rotenburger Diakonieklinikum haben am Dienstagmittag zwei weitere positive Tests auf das neuartige Virus im Kreisgebiet bestätigt. Es handelt sich dabei um eine Mitarbeiterin aus dem Diako und eine weitere Frau. Patientenkontakt habe die Medizinerin nicht gehabt, wird versichert.

Rotenburg - Fünf positive Tests hat es damit seit vergangenem Mittwoch im Diako gegeben. Zunächst waren zwei Urlaubsrückkehrer aus Südtirol gemeldet worden. Ein Betroffener ist nach Diako-Angaben Mitarbeiter der Klinik, die Infizierten hatten schon auf der Rückreise in Eigendiagnose eine Erkrankung vermutet. 

Einer dieser beiden ersten Patienten wird wegen des schweren Krankheitsverlaufs mittlerweile in der Medizinische Hochschule Hannover (MHH) behandelt, der andere ist in häuslicher Quarantäne. Der dritte positiv getestete Patient vom vergangenen Freitag ist daheim in Hamburg isoliert, heißt es. Am Montagabend dann der vierte Fall: „Es handelt sich bei dieser Person um eine Mitarbeiterin unseres Hauses. Sie ist aus dem Österreichurlaub (derzeit kein Risikogebiet) zurückgereist und am Montag zur Arbeit erschienen, da sie kaum Symptome hatte. In Rücksprache mit den Kollegen wurde schnell und verantwortungsvoll gehandelt, sodass bei der Mitarbeiterin zeitnah und als Vorsichtsmaßnahme ein Abstrich gemacht wurde. Direkt danach hat sie sich in die häusliche Quarantäne begeben. Zu keinem Zeitpunkt bestand Patientenkontakt, Kontaktpersonen wurden vom Gesundheitsamt Rotenburg informiert“, so Diako-Sprecher Matthias Richter. Die Kontaktpersonen stehen unter häuslicher Quarantäne, so das Gesundheitsamt. Gleiches gelte für eine weitere Frau, die am Dienstmittag positiv getestet wurde. Deren Kontaktumfeld werde aber erst noch ermittelt, hieß es am Dienstagabend.

Alle aktuellen Informationen zur Ausbreitung des Coronavirus gibt es in unserem Live-Ticker nachzulesen.

Coronavirus im Landkreis Rotenburg: Schulen planen Reisen

Die Zeit der Klassenfahrten und Schüleraustausche bricht an. So planen zum Beispiel die vierten Klassen der Kantor-Helmke-Grundschule in Rotenburg in der kommenden Woche eine gemeinsame, mehrtägige Fahrt in den Landkreis Celle. Die Schule steht laut Rektorin Catrin Cramme in engem Austausch mit der Landesschulbehörde. Es gebe zwar Hinweise, doch insbesondere in Bezug auf das Ziel sei man relativ entspannt – wie auch die Eltern der Kinder. „Stand jetzt“, sagt Cramme, „fahren wir.“ Anders sieht es bei Zielen aus, die in Risikogebieten liegen. So meldet Iris Rehder, Leiterin des Ratsgymnasiums: „Den für März und Mai geplanten Austausch mit Frankreich/Sainte-Foy haben wir in gegenseitigem Einvernehmen ausgesetzt, weil auch das dortige Lycee und College alle Fahrten streichen.“

Coronavirus im Landkreis Rotenburg: Diebstähle im Diakonieklinikum

Seit einigen Tagen sind nicht nur die Hygieneartikel-Regale der meisten Supermärkte und Drogerien leergeräumt, sondern das Diakonieklinikum verzeichnet auch einen drastischen Anstieg von Diebstählen. Schutzmasken und Desinfektionsmittel sind sehr begehrt bei den Übeltätern, berichtet Unternehmenssprecher Richter. Ob Besucher, Patienten oder gar Mitarbeiter zugreifen, wisse man natürlich nicht. Das Diako hat mittlerweile Anzeige gegen unbekannt erstattet. „Sollten es gar Mitarbeiter sein, hätte das arbeitsrechtliche Konsequenzen“, macht Richter den Ernst der Lage deutlich. Es sei schließlich keine Bagatelle, die Arbeit der Kollegen zu „sabotieren“.

Coronavirus im Landkreis Rotenburg: Gesundheitsamt rät zur Vorsicht

Das Gesundheitsamt rät, bei Erkältung und Fieber zu Hause zu bleiben, enge Menschenansammlungen zu meiden, auf eine regelmäßige und sorgfältige Händehygiene zu achten und die Husten- sowie Niesetikette einzuhalten. Das Diako weist darauf hin, dass dort alle Mitarbeiter geschult seien und es ein klares Verfahren gebe, wie Patienten, die unter verdächtigen Symptomen leiden, versorgt und betreut werden. Es gelte aber „nach wie vor der Hinweis, dass sich Betroffene zuallererst telefonisch bei ihrem eigenen Hausarzt melden und nicht direkt in die Praxis oder ins Krankenhaus kommen“ sollen. Wo das angekündigte regionale Testzentrum für mögliche Corona-Patienten eingerichtet wird, stand am Dienstagmittag noch nicht fest.

Allgemeine Informationen zum Coronavirus sind auf der Internetseite des Landkreises unter www.lk-row.de/corona zu finden.

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