Unter Auflagen

Corona-Regeln sorgen für Verwirrung in Rotenburg - jetzt darf Jawoll wieder öffnen

Offen: Vier Tage musste Anna Kindler den Rotenburger Jawoll-Markt schließen, jetzt ist wieder geöffnet. Foto: Krüger
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Offen: Vier Tage musste Anna Kindler den Rotenburger Jawoll-Markt schließen, jetzt ist wieder geöffnet.

Rotenburg – Anna Kindler ist glücklich. Noch am Dienstag räumte die Filialleiterin des Rotenburger Jawoll-Marktes mit ihren 15 Kollegen Kistenweise Lebensmittel auf Paletten.

Im Standort am Wümmepark durften diese seit Freitagabend nicht mehr verkauft werden, sie sollten in den anderen Jawoll-Märkten in der Umgebung, in Buchholz, Tostedt oder Oyten, unter die Leute gebracht werden. Am Mittwochmittag dann die Rolle rückwärts: Der Sonderposten-Discounter hat von den Behörden grünes Licht bekommen. Die Türen öffnen sich wieder.

Corona im Landkreis Rotenburg: Jawoll erfüllt alle Auflagen

Jawoll ist ein Beispiel der Unsicherheit in diesen Tagen. „Wir erheben keine Vorwürfe, auch das Ordnungsamt macht nur seinen Job. Die Situation ist doch für alle neu“, sagt Jawoll-Regionalleiter Falko Roediger. Am Freitagabend hatte es in der Rotenburger Filiale eine Kontrolle der städtischen Behörden und der Polizei gegeben. Moniert wurde nach Roedigers Angaben, dass zu viele Artikel aus dem Nonfood-Bereich noch verkauft wurden. Auch hätten nicht alle Kunden die vorgegebenen Abstände eingehalten. Daraufhin sei eine sofortige Schließung angeordnet worden – obwohl man seitens der Filialleitung umgehend Veränderungen im Einkaufsablauf auf den 2.200 Quadratmetern Verkaufsfläche signalisiert habe. Auch habe man zuvor alle Auflagen zur Hygiene erfüllt.

Jawoll hat sich gegen die Verfügung, die bis auf Weiteres gegolten hätte, auch juristisch gewehrt. Nun öffnet das Geschäft wieder, und das sei für die Kunden wichtig, wie Filialleiterin Kindler sagt: „Wir haben alles da, was momentan benötigt wird – neben Lebensmitteln auch Klopapier und Desinfektionsmittel.“ Zur Wiedereröffnung sei aber das Gartencenter und der obere Bereich vor allem mit Spielsachen gesperrt.

Corona in Rotenburg: Händler zeigen sich kooperativ

Fünf Geschäfte musste die Stadt in den vergangenen Tagen über die allgemeinen Verfügungen hinaus schließen, teilt Ordnungsamtsleiter Frank Rütter mit. Beanstandungen habe es gegeben, weil die Öffnung grundsätzlich gar nicht mehr zulässig war oder die Vorkehrungen zur Kontaktreduzierung nicht ausreichend waren. Um welche Geschäfte es sich konkret handelt, dürfe die Stadt aus Datenschutzgründen nicht mitteilen, ergänzt Bürgermeister Andreas Weber (SPD). Man sei um eine Gleichbehandlung im Sinne der Allgemeinverfügungen bemüht, gerate aber immer wieder in Grenzbereiche: Warum dürfen Supermärkte und Discounter Spielzeug und Deko-Artikel verkaufen, Fachgeschäfte aber nicht?

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Insgesamt überwiege momentan die beratende Funktion, und in den meisten Fällen zeigten sich die Händler auch kooperativ, betont Rütter. Von der Polizei sind ähnliche Aussagen zu vernehmen. Die kontrolliert in diesen Tagen vor allem, ob Menschen in der Öffentlichkeit die Aufenthalts- und Abstandsregeln einhalten. „Erfreulich ist festzustellen, dass die allermeisten Menschen den Ernst der Lage verstanden haben“, so der Sprecher der Polizeiinspektion Rotenburg, Heiner van der Werp. Trotzdem mussten die Beamten zum Beispiel am Dienstagnachmittag in den Rotenburger Nödenwiesen eingreifen. Zeugen hatten mitgeteilt, dass sich etwa acht Jugendliche dort getroffen haben. Vor Ort wurden von den Beamten noch vier 17-Jährige angetroffen, gegen die Verfahren nach dem Infektionsschutzgesetz eingeleitet wurden. Gegenüber den Zeugen haben die Jugendlichen nach Polizeiangaben gesagt: „Corona ist uns egal.“

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