Landkreis Rotenburg schrammt an Grenzwerten

Corona-Notbremse wird noch nicht gezogen

Blick in das Testzentrum in der Pestalozzihalle Rotenburg
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Zwei Tage lang wird die Pestalozzihalle heute und morgen zum Corona-Impfzentrum für Über-80-Jährige. Rund 600 Senioren aus Rotenburg und seinen Ortschaften haben sich angemeldet.

Die Coronazahlen im Landkreis stagnieren auf hohem Niveau. Schärfere Maßnahmen sind aber noch nicht angeordnet.

  • Inzidenz bei knapp unter 100.
  • Gesundheitsamt fordert Kontaktbeschränkung an Ostern.
  • Viele Kommunen verhängen Ausgangssperren.

Rotenburg – Tiefrot sieht es im Westen des Landes aus, rund um die Landeshauptstadt Hannover auch, nur die Mitte ist noch etwas heller – mit dem Landkreis Rotenburg. Wer auf die regionale Verteilung der Sieben-Tage-Inzidenz als Indikator für die Coronalage in Niedersachsen blickt, erkennt unschwer, dass die steigenden Zahlen auch im Norden zu immer mehr „Notbremsen“ führen. Mittlerweile haben viele Landkreise und die Region Hannover sogar nächtliche Ausgangssperren verhängt. Für Rotenburg war der Schritt zu verschärften Maßnahmen bereits zu Wochenbeginn erwartet worden – doch bis jetzt schrammt man an den Grenzwerten noch entlang.

Nachdem am vergangenen Donnerstag die Sieben-Tage-Inzidenz von Corona-Infektionen in Bezug auf 100 .000 Einwohner im Landkreis über den Schwellenwert von 100 gestiegen war und drei Tage lang über diesem Wert blieb, oblag es nach der niedersächsischen Coronaverordnung dem Landkreis als zuständiger Behörde einzuschätzen, ob diese Entwicklung „von Dauer“ sein würde. Am Montag wurde sodann entschieden, dass diese Einschätzung noch nicht getroffen werden kann, da die Inzidenz in den zurüclkliegenden Tagen konstant nur knapp über 100 lag. Der vom Land am Dienstag gemeldete Inzidenzwert liegt bei nur noch 98, damit ist die rechtliche Voraussetzung für eine solche „Notbremse“ entfallen, teilt Sprecher Gerd Hachmöller mit.

Lage bleibt angespannt

Dennoch bleibe die Situation im Kreisgebiet sehr angespannt. Es sei auch möglich, dass sich der Inzidenzwert von 98 am Dienstag nachträglich erhöht, wenn Schnelltests durch PCR-Tests verifiziert und dem heutigen Tag nachträglich zugeordnet werden. In diesem Fall könnte der Landkreis noch in dieser Woche die „Notbremse“ anordnen. Sowieso sollten die Zahlen laut Hachmöller „keinesfalls als eine Entwarnung mit Blick auf das regionale Infektionsgeschehen missverstanden werden“. Sorge bereite den Verantwortlichen beim Landkreis insbesondere die aktuell hohe Anzahl von Infizierten in der Samtgemeinde Zeven mit einem lokalen Inzidenzwert von mehr als 200. „Nach wie vor haben wir es mit sehr hohen Fallzahlen und einem diffusen Infektionsgeschehen im gesamten Kreisgebiet zu tun, ohne dass spezielle Hotspots zu erkennen sind“, so die Leiterin des Gesundheitsamtes, Carmen Menzel. „In der jetzigen Situation, in der landesweit die Zahlen steigen und wir es mit der deutlich infektiöseren britischen Variante des Virus zu tun haben, welche auch über Kinder verbreitet wird, ist höchste Vorsicht und das disziplinierte Einhalten der Kontaktbeschränkungen auch über die Ostertage das Gebot der Stunde.“

Wir befinden uns mitten in der dritten Corona-Welle.

Landrat Hermann Luttmann

Landrat Hermann Luttmann (CDU) in seiner aktuellen Stellungnahme: „Es hat sich als richtig herausgestellt, mit der Entscheidung zur Notbremse noch einen Tag zu warten. Für das Pandemiegeschehen spielt es aber keine Rolle, ob der Inzidenzwert bei 98 oder 102 liegt. Ich kann deshalb nur immer wieder an alle Menschen appellieren, sich an die einfachen Regeln zu halten: Maske tragen, Abstand halten und Kontakte reduzieren. Wir befinden uns mitten in der dritten Corona-Welle. Jetzt bedarf es eines ,Endspurts’ als gemeinsamer Kraftanstrengung, bevor wir im Sommer dank der dann größeren Impfstoffmengen auf weitere Lockerungen zusteuern.“

Fünf neue Fälle

Nach Angaben des Rotenburger Gesundheitsamts sind bis Ende vergangener Woche 25 322 der gut 163 000 Bewohner des Landkreises geimpft worden. Die Erstimpfung hatten 17 058 Personen erhalten, auch die zweite Dosis bekamen 8 264 Personen. Am Dienstag wurden kreisweit fünf neue Coronafälle gemeldetInsgesamt wurden bisher 2.884 Fälle gezählt. 2.540 Menschen gelten als wieder genesen. Damit gibt es aktuell 265 Infizierte, wovon sich zwölf Personen in stationärer Behandlung befinden. 79 Pandemie-Tote gibt es bislang im Landkreis. 690 Kontaktpersonen sind aktuell in Quarantäne.

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