Landrat zieht Zwischenbilanz

Corona im Landkreis: „Lage kann uns nicht zufriedenstellen“

Frau mit Teststab
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43 weitere Personen wurden zuletzt positiv im Landkreis Rotenburg auf das Coronavirus getestet.

Rotenburgs Landrat Hermann Luttmann zieht am Freitag eine Zwischenbilanz zum Pandemiegeschehen vor Ort.

Rotenburg – Es sei nicht die große Krise, sagt Landrat Hermann Luttmann (CDU), auch wenn das „Pandemiegeschehen uns nicht zufrieden stellen kann“. In einer Pressekonferenz bilanzieren er und weitere Mitarbeiter des Landkreises die aktuelle Lage, die auch eine Notbremse ab Montag nicht ausschließt. Unter anderem ging man auf die Themen Impfungen, Meldeverfahren und Beratungen ein.

Die Situation im Landkreis Rotenburg

„Aus Sicht des Gesundheitsamtes ist das Geschehen nicht erfreulich“, sagt Amtsleiterin Carmen Menzel. Der aktuelle Inzidenzwert vom Robert-Koch-Institut (RKI) liegt bei 104,4. Das Amt selbst meldet am Freitag 43 neue Fälle im Landkreis, aktuell gibt es insgesamt 368 Infizierte. Viele dieser Fälle konzentrieren sich auf die Kreisstadt Rotenburg mit 127 aktuell Erkrankten. Es gibt dort ein Cluster im Zusammenhang mit einer Freikirche mit rund 30 positiven Fällen. Ein weiteres Cluster betrifft die Firma Fricke in Heeslingen mit etwa 20 Fällen.

Es würden sich verstärkt Menschen unter 40 Jahren infizieren. Auch in den Schulen sei die Situation gekippt. Dort treten immer mehr Fälle auf. Das führt Menzel auf die Ausweitung der Tests und das allgemein erhöhte Infektionsgeschehen zurück. An den Schulen „hat sich die Lage in den letzten Monaten komplett geändert“, so Landrat Luttmann.

Das Infektionsgeschehen ist im Kreisgebiet recht heterogen. Liegt die Sieben-Tage-Inzidenz zum Beispiel in Tarmstedt bei neun, erreicht sie in der Stadt Rotenburg 287. Menzel mahnt allerdings zur Vorsicht bei der Interpretation dieser Zahlen, weil sie sich auf eine Bevölkerung von 100.000 Personen beziehen. Im Landkreis gibt es keine annähernd so große Stadt. Statistiken werden mit kleinen Größen ungenauer, so Menzel.

Viele Todesfälle in Altenheimen

Gab es in der sogenannten ersten Welle nur wenige Todesfälle im Landkreis, hat sich die Lage im Winter deutlich verschlechtert. Insgesamt 83 im Zusammenhang mit Covid-19 Gestorbene gibt es Stand Freitag, über lange Zeit signifikant überdurchschnittlich viele in Alten- und Pflegeheimen. „Wir haben es nicht verstanden, Altenheime zu schützen“, bedauert Luttmann. Durch die Impfungen habe sich die Situation mittlerweile verbessert.

Meldungen ans RKI sollen schneller werden

Ein Manko an dem vom RKI gemeldeten Inzidenzwert ist seine Latenz. Seine zugrundeliegenden Daten sind einige Tage alt. Die Labore und Testzentren melden dem Landkreis nachmittags ihre Zahlen, erläutert die zuständige Dezernentin Heike von Ostrowski. Die Zahlen könnten teilweise auch noch vom Vortag sein. Am nächsten Tag um 8:30 Uhr meldet der Landkreis die Zahlen wiederum an das Landesgesundheitsamt, das selbst um 16 Uhr ans RKI meldet.

Man könne die RKI-Daten nicht mit den täglichen Meldungen des Landkreises vergleichen, so von Ostrowski. Im Land gibt es laut Carmen Menzel Pläne, dieses Verfahren zu beschleunigen. Die Entscheidung liegt aber in Hannover, sagt Luttmann. Aktuelle Zahlen zum Infektionsgeschehen vor Ort möchte der Landkreis weiterhin auf seiner Website veröffentlichen.

Ein Viertel ist geimpft

Mittlerweile hat nach Angaben des Gesundheitsamtes rund ein Viertel der Landkreis-Bevölkerung mindestens die Erstimpfung erhalten. Rund 34.000 Personen haben die Erstimpfung bekommen, rund 11000 Personen die Zweitimpfung. Die niedergelassenen Ärzte haben 6.000 Personen geimpft. Allgemein wäre man in der Lage, mehr und schneller zu impfen. „Der mangelnde Impfstoff ist der limitierende Faktor“, sagt Luttmann. Alle Beteiligten seien hoch motiviert.

Landkreis richtet „Impf-Hotline“ ein

Zwar laufen die Impfungen im Landkreis laut Luttmann deutlich schneller, der Bürokratieaufwand und der Beratungsbedarf seien aber nach wie vor aufwendig und komplexer. Im Kreishaus hat man sich nun dazu entschieden, das Thema Impfen vom Bürgertelefon zu lösen und eine spezielle Beratungs-Hotline einzurichten. Diese soll Anfang Mai freigeschaltet werden.

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