Landkreis Rotenburg baut Angebot für Kommunen aus

Corona-Impfung vor Ort

Schild vom Impfzentrum
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Zumindest für alle Älteren und besonders Gefährdeten soll es in fast allen Kommunen des Landkreises Corona-Impfmöglichkeiten vor Ort geben.

Die Ältesten im Landkreis sollen auch vor Ort gegen Corona geimpft werden. Das Angebot wird ausgebaut. Visselhövede und Geestequelle starten am Montag.

  • Dezentrale Impfungen in den Kommunen beginnen.
  • Angebote für alle ab 80.
  • Hausärzte sollen eingebunden werden.

Rotenburg – 367 Menschen über 80 Jahre aus Visselhövede in Wittorf, 243 aus der Geestequelle in Oerel: Am Montag beginnen im Landkreis die ersten Corona-Impfungen vor Ort außerhalb der Alten- und Pflegeeinrichtungen. Das Tempo bei der Immunisierung soll gesteigert werden, und gerade von den ältesten und am wenigsten mobilen Einwohnern des Landkreises soll niemand eine Spritze mit dem womöglich lebensrettenden Wirkstoff verpassen, weil der Weg ins eigentliche Impfzentrum im ehemaligen Martin-Luther-Krankenhaus in Zeven zu weit und beschwerlich ist.

Doch damit nicht genug: Gibt es genug Impfstoff, wollen die anderen Kreiskommunen nachziehen. Von außen nach innen im Landkreis – das ist dabei die Devise, sagt Sottrums Samtgemeindebürgermeister Peter Freytag und bestätigt, dass auch dort eine entsprechende Impfstation eingerichtet wird. „Gemeinsam und unbürokratisch soll es sein, da gibt es keinen Wettbewerb unter den Kommunen“, erklärt er. Die Verwaltung befinde sich zurzeit in Abstimmung mit dem Landkreis. Räume und Ausstattung müssen geklärt werden, damit bei genügend Impfstoff im Wiesteort sofort losgelegt werden könne. Pers-pektivisch rechnet Freytag aber damit, dass das nicht vor Ende März sein wird. Dann aber soll es auch in Sottrum spätestens losgehen, ist seine Hoffnung. „Das Nadelöhr ist der Impfstoff, der zur Verfügung steht“, erklärt er – und denkt in diesem Zusammenhang an die Zweitimpfungen. Einen festen Standort gibt es noch nicht, doch werde es vermutlich zentral in Sottrum die Turnhalle einer Schule sein. Diese sind momentan frei, es sei genügend Platz für die Einrichtung von Impfstraßen vorhanden und es stehen Parkplätze zur Verfügung.

Gemeinsame Sache beim dezentralen Impfangebot wollen die Gemeinde Scheeßel und die Samtgemeinde Fintel machen. „Wir halten es jedenfalls für sinnvoll und haben es inzwischen auch schon beim Landkreis angemeldet“, erklärt Scheeßels Bürgermeisterin Käthe Dittmer-Scheele (CDU) auf Nachfrage. Nun hoffe sie, dass man mit dem dort ansässigen Impf-Einsatzleiter gemeinsam ein Konzept auf die Beine stellen könne – und das so schnell wie möglich. „Das richtet sich natürlich immer danach, wann Kapazitäten zum Verimpfen frei sind und welcher Impfstoff vorhanden ist“, sagt sie. Einfluss hätten die einzelnen Kommunen auf solche Aspekte natürlich nicht. Wo eine Impfstation geschaffen werden könnte, ob in Scheeßel oder im benachbarten Fintel, stünde derweil noch nicht fest, erklärt Fintels Samtgemeindebürgermeister Tobias Krüger. Er spricht von vier bis sechs möglichen Standorten. „Wir stecken ja noch in der Vorbereitungsphase.“ Gerade deshalb, ergänzt Dittmer-Scheele, bitte sie auch darum, dass diejenigen Impfberechtigten, die ihren Termin in Zeven schon hätten, dort auch unbedingt hingehen sollten. „Man sollte nicht darauf warten, bis wir etwas Eigenes haben, weil bei uns noch nichts in trockenen Tüchern ist.“

Gemeinsam und unbürokratisch soll es sein, da gibt es keinen Wettbewerb unter den Kommunen.

Sottrums Samtgemeindebürgermeister Peter Freytag

In Bothel hingegen schon. Die Bürger der Samtgemeinde erhalten in diesen Tagen Post, dort soll es am 18. und 19. März wie in Bremervörde zusätzliche Impfungen für alle ab 80 geben. Dafür wird das Dorfgemeinschaftshaus in Wittorf genutzt. „Unser Ziel ist es, so schnell und komfortabel wie möglich alle Impfwilligen über 80 Jahren in der Samtgemeinde Bothel zu versorgen. Meine Mitarbeiter und ich freuen uns, auf diese Weise einen kleinen Beitrag zu leisten, die Pandemie zurückzudrängen“, erklärt Dirk Eberle, Bürgermeister der Samtgemeinde Bothel.

„Fast alle Kommunen haben einen Bedarf angemeldet, dass sie auch eine dezentrale Impfung bei sich organisieren wollen“, betont Rotenburgs Bürgermeister Andreas Weber (SPD). Rotenburg liege aber eben nicht so weit weg wie andere Kommunen von Zeven, mit Mulmshorn sei man schon recht dicht dran. Deswegen sollten zunächst in den von Zeven am weitesten abgelegenen Kommunen und dann der Reihenfolge nach von außen nach innen dezentrale Impfungen organisiert werden können. Mit 60 Amtskollegen aus ganz Niedersachsen hatte Weber am Dienstag an einer Videokonferenz des Städtebundes teilgenommen. Dort kam auch das zur Sprache, was am Mittwoch bei den Bund-Länder-Gesprächen zum weiteren Vorgehen in der Pandemie zur Sprache kommen dürfte: „Die Bitte, dass so bald als möglich, wenn genügend Impfmittel zur Verfügung stehen, den niedergelassenen Ärzten die Möglichkeit eröffnet werden sollte, dezentral zu impfen.“

Zunächst werden im Landkreis in Zeven oder bald dezentral alle Menschen im Alter über 80 Jahren geimpft. Dazu auch jüngere, die in der Pflege oder im medizinischen Bereich arbeiten, in denen ein besonders hohes Ansteckungsrisiko besteht. Zudem Mitarbeiter von Werkstätten, niedergelassene Ärzte und Personal und Polizisten. Bis Ende vergangener Woche haben von den rund 163 000 Einwohnern des Landkreises 3 429 ihre Erst- und Zweit-impfung erhalten, 4 864 zumindest die erste. Allein in Rotenburg, so Bürgermeister Weber, gebe es noch mehr als 1 000 Einwohner über 80, die noch nicht geimpft sind.

Sieben-Tage-Inzidenz bei 32

Nach fünf neuen Fällen am Dienstag ist die Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis auf 32 Corona-Neuinfektionen in Bezug auf 100 000 Einwohner gestiegen. Kreisweit gibt es den Angaben nach 77 Infizierte, von denen sich fünf in stationärer Behandlung befinden. 155 Kontaktpersonen befinden sich in Quarantäne. 77 Todesopfer hat die Pandemie bislang im Landkreis gefordert.

Alle weiteren Kontaktadressen auf der Homepage des Landkreises.

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