Corinna Kohröde-Warnken verarbeitet in ihrem Buch ihre Krebserkrankung

In pinkfarbenen Schuhen durch das Leben

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Corinna Kohröde-Warnkens Buch „Mein pinkfarbenes Leben mit Gott und Krebs“ erscheint im Januar.

Rotenburg - Von Elisabeth Stockinger. Eigentlich ist ihre Lieblingsfarbe Grün. Und dennoch ist es die Farbe Pink, die sich seit einigen Jahren wie ein roter Faden durch ihr Leben zieht – seitdem sie die Diagnose Krebs erhielt.

„Mein Leben in pinkfarbenen Schuhen“, so lautete die Überschrift des ersten Artikels von Corinna Kohröde-Warnken, in dem sie ihre Erfahrungen und den Umgang mit der Krankheit verarbeitete. Im Januar erscheint das neue Buch der Rotenburgerin. Der Titel: „Mein pinkfarbenes Leben mit Gott und Krebs“.

„Ich weiß, dass nicht sicher ist, wie meine Geschichte ausgeht. Vielleicht sind es nur noch ein paar Monate, vielleicht sind es aber auch ein paar Jahre. Sie wird auf jeden Fall einen Sinn haben.“ Diese Aussage, dieses Lebensmotto ist es, das Corinna Kohröde-Warnken immer wieder Mut macht. 2007 diagnostizierten Ärzte bei ihr Krebs, ein Schock für die gelernte Krankenschwester und Journalistin, die freiberuflich unter anderem für die Kreiszeitung tätig ist. Operation, Medikamente und Bestrahlung folgten.

Danach herrschte Ruhe, vorerst. „Es heißt, wenn der Krebs fünf Jahre lang weg ist, dann gilt man als geheilt“, erzählt Kohröde-Warnken. Kurz vor diesem „Geburtstag“ dann im Sommer 2012 die niederschmetternde Diagnose: Der Krebs ist zurück. Wieder Operation, doch dieses Mal haben sich Metastasen gebildet, auch in der Leber. „Ob ich Weihnachten noch erlebe, war unklar“, berichtet die heute 49-Jährige.

In dieser schweren Zeit haben ihr drei Dinge geholfen. Zum einen Gott. „Ich war schon immer ein gläubiger Mensch“, sagt Kohröde-Warnken, die sich seit einigen Jahren ehrenamtlich als Notfallseelsorgerin engagiert. „Wer so eine Diagnose bekommt, setzt sich automatisch mit dem Sinn des Lebens auseinander.“ Bei ihr war es dann die Frage nach dem Plan, den Gott für sie bereit hält. Zwiesprache mit ihm habe sie gehalten, Briefe geschrieben, ihn gefragt, was er sich bei all dem gedacht habe. Ob es eine Antwort gab? „Jeden Tag, denn ich bekomme Zeit geschenkt, um genau das zu tun, was ich gerade tue.“ Auszüge aus diesen Briefen sind in ihrem neuen Buch „Mein pinkfarbenes Leben mit Gott und Krebs“ zu finden.

Geholfen hat Corinna Kohröde-Warnken auch die Unterstützung durch Familie und Freunde – ihr Ehemann, der Sohn, die langen Spaziergänge mit dem Hund. Und, zu guter Letzt: das Schreiben. „Ich liebe es, mit Worten zu jonglieren.“ Die logische Konsequenz sei es gewesen, einfach damit weiterzumachen. Die Zwiesprache mit Gott habe sie zu ihrem Buch inspiriert, „das klingt vielleicht blöd, aber es war so“, sagt sie lachend.

Diversen Verlagen in ganz Deutschland hat sie ihr Exposé geschickt, bis die Zusage vom christlichen Vier-Türme-Verlag ins Haus flatterte. „Das ist sicher kein Zufall, dass ich gerade dort gelandet bin.“ Heute ist Kohröde-Warnken zwar noch nicht vollständig geheilt, „aber es sieht gut aus“, sagt sie.

Mit ihrem Buch möchte sie nun anderen Menschen – anderen Erkrankten – Mut machen. Sie schildert in ihrem Buch ihre Erfahrungen und ihre Gefühle, ihren Umgang mit der Krebserkrankung, auch Passagen aus ihrem Blog sind abgedruckt. „Ich möchte Erkrankten zeigen, dass sie nicht allein sind.“ Missionieren will sie nicht, das betont sie. „Aber ich bin der Meinung, dass wir alle irgendwie auf der Suche sind, auf der Suche nach dem Sinn des Lebens.“ „Mein pinkfarbenes Leben mit Gott und Krebs“ – das sei ihr ganz persönliches Verständnis von Gott.

Das fertige Buch abzuschicken, auf „Enter“ zu drücken und letztlich in die Hände des Verlages zu geben, das war für Kohröde-Warnken „wie eine Geburt“, erzählt sie. Einerseits ein Gefühl von großer Freude, andererseits auch das Empfinden, etwas zu verlieren. Doch nicht für lange: Sie hat bereits ihr nächstes Projekt im Kopf, sagt Kohröde-Warnken. Denn schreiben, „das ist für mich wie ein Motor“.

Und warum nun eigentlich die Farbe Pink? „Ich habe mir nach der Diagnose pinkfarbene Schuhe gekauft, eigentlich gar nicht meine Farbe“, gibt die Journalistin zu. „Aber wer eine Therapie durchmacht, sieht nunmal nicht wie das blühende Leben aus. Die pinken Schuhe waren der knallige Gegensatz dazu. Denn was hatte ich schon zu verlieren? Sie sind mittlerweile zu einem Synonym für mein Leben geworden.“

Das 200 Seiten starke Buch „Mein pinkfarbenes Leben mit Gott und Krebs“ ist ab dem 12. Januar als Softcover in den örtlichen Buchhandlungen und im Internet erhältlich. Eine Lesereise ist auch geplant, natürlich mit Stationen in Rotenburg. Wer neugierig geworden ist, kann bis dahin einen Blick auf ihren „Reiseblog durch das Leben“ werfen.

www.pinkfarbenesleben.de

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