Conni Fauck tritt in der Vorrunde der Poetry-Slam-Landesmeisterschaften an

Irgendwo liegen immer Zettel und Stift

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Conni Fauck bei einem ihrer Auftritte im „Schmidt‘s“ in Rotenburg.

Rotenburg - Von Inken Quebe. Wenn Conni Fauck am Freitagabend die Bühne betritt, hat sie zwei Texte in der Hosentasche – so wie immer. Einen nachdenklichen und einen zum Lachen.

Erst kurz bevor die Poetry-Slammerin anfängt, entscheidet sie sich für einen. Da macht sie auch in der Vorrunde der Niedersächsisch-Bremischen Meisterschaften, die Freitag in Bremen starten, keinen Unterschied.

Auf dem Tisch liegt eine Packung Zigaretten, daneben ein Laptop und irgendwo in der Nähe sind immer Zettel und Stift greifbar: Conni Fauck schreibt sofort auf, wenn ihr etwas in den Kopf kommt, auch nachts, wenn ihr der Kopf keine Ruhe lässt. Das gehört zum Alltag der Poetry-Slammerin, die zu diesem Hobby erst spät gefunden hat: „Ich mache das erst seit zwei Jahren.“

Geschrieben hat sie schon seit ihrer Kindheit gerne. In der Grundschule zum Beispiel für die Schülerzeitung. Zum Poetry-Slam hat sie durch „Poetry im Park“ im Landpark Lauenbrück gefunden, erzählt sie rückblickend. Der Startschuss. Zum ersten Mal mit einem Slam auf der Bühne stand die Krankenschwester, die ursprünglich aus Völksen bei Hannover kommt, aber in Erfurt während ihres Besuchs bei einer Freundin.

Sie hatte damals die Organisatoren einfach angeschrieben, ob sie dort auftreten dürfte. „Und die haben ja gesagt“, sagt sie noch heute überrascht. Von den vielen in der Szene bekannten Künstlern und Meistern hat sie sich nicht abschrecken lassen. „Das habe ich erst nach meinem Auftritt realisiert.“

In diesem Jahr gab es ein Wiedersehen mit dem Publikum in Erfurt, sie trat noch einmal dort auf. Und hat offenbar Eindruck hinterlassen: Die Veranstalter fragten im Anschluss, ob sie nicht für sie bei den thüringischen Meisterschaften antreten wolle. „Das hat mich sehr geehrt.“ Aber auch vom Kulturzentrum-Lagerhaus Bremen wurde sie angerufen: Conni Fauck soll sie bei den Niedersächsisch-Bremischen Meisterschaften vertreten. Dort tritt sie gelegentlich auf. „Aber ich habe noch nie einen Slam dort gewonnen, deshalb hat mich das umso mehr gefreut“, erzählt sie.

Die zwei Anfragen für zwei verschiedene Meisterschaften sind ein Konflikt: Die Slammer dürfen nur bei einem Landeswettbewerb antreten. Fauck entscheidet sich für das Bremer Lagerhaus. Und so steht sie nun Freitagabend im Bremer Musikclub Tower auf der Bühne in einer Vorrunde mit Hauke Prigge, Organisator von „Poetry im Park“ in Lauenbrück.

Der Text, den sie dort vorträgt, – egal welcher es am Ende ist – ist nicht fiktiv. „Ich habe zwar eine große Fantasie, aber ich denke mir nichts aus.“ Conni Fauck slammt über Dinge, die sie tatsächlich erlebt hat, oder die sie beschäftigen – mal lustig, mal traurig. Das muss dann einfach raus, sagt sie. „Es ist cool, wenn nach einem Auftritt jemand mit Tränen in den Augen kommt und sagt, dass ihn mein Text berührt hat. Dann merke ich, dass die Worte ankommen, dass es jemandem genauso geht.“ Das sei zwar keine andere Form der Therapie, aber „ich kann Dinge besser ausdrücken, wenn ich sie vorher aufschreibe“. So kommen in vier Tagen schon einmal fünf Texte zusammen, nicht alle eignen sich als Slam, manchmal bleibt es beim bloßen Aufschreiben fürs Archiv. Manchmal prangert die 38-jährige Rotenburgerin zum Beispiel Missstände an, sie schreibt zum Beispiel über Sterbebegleitung. Lustiger wird es, wenn es um Menstruation oder das Bindegewebe geht – Frauenprobleme. Ihre Ideen stammen aus dem täglichen Leben, der Welt und dem Beruf.

Dass die Texte dann am Ende in ihrer Hosentasche stecken, hat nicht nur damit zu tun, dass sie schlecht auswendig lernen kann, oder dass sie gar taktiert, um zu gewinnen. „Das ist einfach zur Sicherheit, fürs Gefühl.“ Ein Sieg beim Slam steht für sie nicht im Vordergrund: „Meine Motivation ist der Spaß.“

Den kompletten Ablauf der Meisterschaften gibt es auf

poetry-slam-niedersachsen-und-bremen.de

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