Christa und Andreas Groß aus Rotenburg feiern ihre Eiserne Hochzeit

Auch nach 65 Jahren noch Kribbeln im Bauch

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Christa und Andreas Groß sind seit 65 Jahren glücklich verheiratet.

Rotenburg - Seit 1950 sind die Rotenburger Christa (86) und Andreas (89) Groß ein glückliches Ehepaar. Nun feierten sie ihre Eiserne Hochzeit (65 Jahre). „Das Kribbeln im Bauch ist seit der ersten Verabredung bei uns auch über die vielen Ehejahre geblieben“, erklären die beiden. Viele Familienangehörige, Freunde und offizielle Vertreter der Stadt sowie vom Landkreis waren gekommen, um den beiden zu diesem außergewöhnlichen Hochzeitstag zu gratulieren. Für den Ehemann sah es vor 68 Jahren bei dem ersten Kennenlernen zunächst gar nicht so rosig aus ...

Andreas Groß wuchs in Oranienburg in der Nähe von Berlin auf und besuchte dort die Schule. Er erlebte den Krieg als 17-jähriger Schüler noch aktiv mit. „Nach dem Schulunterricht mussten wir am Nachmittag zum Flak-Unterricht“, erinnert er sich. Wenn Alarm ausgelöst wurde, mussten die Jugendlichen an die Kanonen, um die alliierten Bomber, die Richtung Berlin flogen, zu bekämpfen. Nach dem Krieg habe er dann eine Forstausbildung gemacht und ging 1946 in den Westen, um Revier-Förster zu werden.

Seine jetzige Ehefrau Christa ist in Hameln aufgewachsen. Ihr Vater war Berufssoldat. „Damals waren wir viel unterwegs. Als der Krieg ausbrach, wohnten wir in Wattenscheid“, erinnert sich die 86-Jährige. „Dort wurde unser Haus ein Opfer der Bomben. Als es uns nach Hannover verschlug, verloren wir auch dort unser Heim“, schildert sie den erneuten Verlust.

Irgendwie hatte es nach dem Krieg beide nach Lamspringe verschlagen. Dort seien beide unabhängig voneinander Mitglied im Sportverein geworden. Geräteturnen und Volkstänze hätten auf beide einen besonderen Reiz ausgeübt. „Wir Mädels schmierten damals Brote für die Teilnehmer an den Tanz-Übungsstunden. Aus Spaß bestrichen wir eine Stulle mit Senf“, weiß Christa noch ganz genau. „Ich bin darauf reingefallen, aber nach dem Krieg schmeckte halt auch ein Brot mit Senf gar nicht schlecht“, so der Ehemann mit einem verschmitztem Lächeln. Denn genau an jenem Tag hatte er ein besonderes Auge auf Christa geworfen. Er habe Schmetterlinge im Bauch gehabt. Das sei keinesfalls auf den Verzehr des Senfbrotes zurückzuführen gewesen: „Ich hatte mich Hals über Kopf in Christa verliebt.“

Er habe damals allen seinen Mut zusammengenommen und ihr angeboten, sie nach dem Tanz nach Hause zu bringen. „Die ganze Zeit hatte er nicht mit mir getanzt und nun das“, so Christa. Sie habe abgelehnt und sich allein auf den Weg nach Hause gemacht. „Plötzlich stand er an meiner Seite und schlug vor, dass wir uns am ersten Ostertag treffen sollten“, betont sie seine Hartnäckigkeit. Sie habe nicht fest zugesagt. Der Tag rückte immer näher und auch Christa bekam bald Schmetterlinge im Bauch. Der Andreas hatte ihr doch schon sehr gefallen. Sie traf ihn an der verabredeten Stelle. Dann ging alles sehr schnell. Sie feierten bald Verlobung. Während dieser Zeit machte Christa eine landwirtschaftliche Ausbildung, um ihren zukünftigen Ehemann im Forstrevier unterstützen zu können. Am 22. Juni heirateten sie in Klump (bei Alfeld).

„Ich hatte ein weißes Hochzeitskleid an und Andreas trug seine schnieke Förster-Uniform. Eine Kutsche brachte uns nach der Trauung nach Hause. Es war eine kleine Feier mit sieben Gästen“, erinnert sich Christa gerne an die Trauung. Als Förster musste Andreas Groß oft den Einsatzort wechseln. So war er rund 20 Jahre in Norddeutschland eingesetzt, bis die Versetzung nach Rotenburg erfolgte. „Hier war ich ab 1973 als Förster und bis zur Pensionierung als Forstamtmann tätig“, erzählt er.

Die Familie ist im Laufe der Jahre gewachsen – zwei Töchter, ein Sohn, sechs Enkel und fünf Urenkel gehören zum Clan. „Ich habe nicht einen Tag mit Andreas bereut. Wir haben zumeist alles gemeinsam gemacht. Das ist wahre Liebe“, so die Ehefrau. Andreas Groß gibt das Kompliment gerne zurück: „Sie ist die ideale Ehefrau. Mein Gefühl von damals hat mir in jeder Hinsicht recht gegeben. Und das soll auch noch lange so weiter gehen“, erklärt er, denn das Eiserne Paar strebt nun die Gnadenhochzeit (70 Jahre) an und spricht gleich eine Einladung dazu an die Rotenburger Kreiszeitung aus, um in fünf Jahren darüber zu berichten.

go

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