Chortreffen „Kleine Menschen, bunte Lieder“

Die Kinder geben den Ton an

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Die Kantor-Helmke-Schule stellte beim Heimspiel den größten Chor.

Rotenburg - Von Ulla Heyne. Mehr als hundert Kinder in blauen, grünen, roten oder weißen T-Shirts mit schrillen Käppis und jede Menge geschwenkten Seidentüchern, die über die Bühne wuseln: Bunt ging es den ganzen Samstag in der Aula der Realschule Rotenburg zu. Und das war von der Kontaktstelle Musik, die nach 2007 und 2010 zum dritten Mal zum Regionalfestival des Niedersächsischen Kinderchor-Festivals eingeladen hatte, auch so gewollt, stehen die insgesamt 16 Festivals mit 150 teilnehmenden Chören in ganz Niedersachsen doch unter dem Motto „Kleine Leute, bunte Lieder“.

Dabei geht es nicht um einen Wettbewerb; „Wir sind hier nicht bei ‚Deutschland sucht den Superstar‘“, verkündete der kurzfristig eingesprungene Moderator René Clair in einer seiner launigen Ansagen, „sondern bei einem Festival.“ Und das wurde mit gemeinsamen Liedern am Anfang und Ende wie dem englischen Kanon „Sing“ oder „Es klappert die Mühle“ gemeinsam beschworen. Dem Spaß am Singen, der bei den meisten der Teilnehmer zwischen sieben und 15 Jahren mit Inbrust, pfiffigen Choreografien und mitreißenden Liedern geballt von der Bühne schwappte, konnten sich auch Schirmherr Landrat Hermann Luttmann und der Hausherr, Rotenburgs Bürgermeister Andreas Weber, nicht entziehen: „Wenn man so zufriedene Gesichter sieht, ist man gern Bürgermeister“, verriet Familienvater Weber, der bei Zuckowskis „Wir sind Kinder“ der Soltauer Freudenthalschule heimlich mitsummte.

Die Darbietungen nahmen sich so bunt aus wie das Motto: auf Deutsch und Englisch wie der Unterstufenchor des Gymnasiums Sottrum mit „Over the Rainbow“ oder gar Afrikanisch wie der Kinderchor Kirchboitzen, mit Playback wie der Chor der Freudenthalschule Soltau, mit Klavierbegleitung, Gitarre oder Xylophonen, gemeinsam, im Kanon oder gar mit mutigen Solisten wie Kian und Alina, die mit dem Kinderchor der Rotenburger Kantor-Helmke-Schule den Frühling heraufbeschworen. Dieser stellte mit rund 60 Mitgliedern und Leitung von Schulleiterin Cathrin Cramme die stimmstärkste Formation; aber auch kleinere Chöre wie die Grundschule Geestenseth mit starker Metallophon-Performance bei „Zwei kleine Wölfe“ oder die Grundschule am Billerbeck aus Axstedt überzeugten – auch weil hier mit über 50 Prozent Chorbeteiligung die Lust am Singen überspringt.

Klar in der Mehrheit: Viele fröhliche Liedern wie dem „Zip a Dee Doo Dah“ der Sottrumer, „Shalala“ des Chors aus Stade oder „Dass du hüpfen kannst“, in dem der Kinderchor Hamburg-Süd mit hüpfenden Sängern begeisterte. Die Teilnehmer des christlichen Kinderchors nehmen weite wöchentliche Anfahrten wie aus Buxtehude oder Winsen auf sich.

Aber auch verhaltenere Töne waren zu hören – mutig vom Kinderchor aus Stade, auch traurige Sütcke aus ihrem Musical „Zirkus Macaroni“ zu bringen.

Und auch die Beratungsgespräche, in denen Vertreter des Niedersächsischen Musikrats den Chorleitern Rückmeldungen und Tipps gaben, kamen auf beiden Seiten gut an: „Es motiviert, positive Resonanz zu erhalten – und ein paar Anregungen waren auch dabei!“, so Anke Dunker vom Gymnasium Sottrum.

Kinderchorfestival in der Realschule in Rotenburg

Nach dem großen Finale, das Hartmut Leefers inmitten aller Akteure auf der Bühne gesanglich unterstützte, gab sich der zum ersten Mal mit der Organisation betraute Vorstandsvorsitzende der Kontaktstelle Musik mehr als zufrieden: „Ein schöner Lohn für die aufwändige Planung, lachende Kinderherzen und Tränen der Rührung bei den Eltern zu sehen!“

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